Gesellschaftliche Unruhen nehmen zu

Beim chemnitzer Stadtfest erlitt der 35 jährige Daniel Hilig tödliche Messerstiche in einer Schlägerei, in der insgesamt 10 Personen verwickelt sein sollen. Er soll Deutsch-Kubaner gewesen sein, mit russischen und kubanischen Wurzeln, was aber anfangs scheinbar in den Medien verschwiegen wurde. Somit war das Bild eines Deutschen, der durch Migranten erstochen wurde, in der Presse perfekt. Nun fing das Ausschlachten an. Verwickelt sollen nämlich mehrere Syrer und Iraker gewesen sein, die letztlich Daniel Hilig so schwer verletzten, daß er in der Folge im Krankenhaus verstarb. Unterdessen wird wieder der fruchtbare und herbeigeredete „ostdeutsche Fremdenhass“ ausgeschlachtet und zum Hass und zur Hetze ebenso gegen jegliche Teile der Gesellschaft in den neuen Bundesländern instrumentalisiert.

Der Tode wird zur Nebensache und was wirklich geschehen war auch. Da wird kollektiv allen „Leuten im Osten“ ein vermindertes Verständnis ihrer freiheitlichen Werte nach der Wiedervereinigung zugeschrieben. Freiheit hätte man Erlernen müssen, heißt es da zum Beispiel. Erst beim dritten mal lesen wird der Charakter dieser Wort ausdrucksstark, weil man eigentlich beim ersten und zweiten Mal gar nicht glauben konnte, was man da im nachhinein überhaupt vor Augen hat. Im gesellschaftlichen Bewusstsein scheint die Freiheit vor der Wiedervereinigung ausschließlich auf westlicher Seite gelegen zu haben. So wie es heute immer noch in den Köpfen gegenüber den Feindstaaten verankert ist. Unbemerkt davon ist die Freiheit auch im persönlichen eingeschränkt, was man aber überhaupt nicht bemerken will. Somit bleibt stetig eine gewisse Arroganz gegenüber Demonstranten und der Gesellschaft in den neuen Bundesländern bestehen, die unweigerlich nach derartigen Geschehnissen leider zum Ausdruck kommen. Das aber eben diese Arroganz und Verallgemeinerung auch nur wieder dazu beiträgt eine Spaltung der Gesellschaft möglich zu machen, bleibt diesem (Miß-)Verständnis von Gerechtigkeit und Unvoreingenommenheit fern. Was genau diese unerwünschten Resultate bringt, anstatt dem entgegenzuwirken. Vielleicht wird endlich mal damit angefangen, die Hintergründe zu verstehen. Das ist doch schließlich ein Resultat der Politik. Letztlich kocht die Wut der unteren und mittleren Schichten auf die politische Fehlentwicklung immer über (wenn die politische Korruption und Vorteilsnahme zu groß wird, dass die Leidtragenden, die große gesellschaftliche Teile sind, sich ihrer Existenzen gefährdet sehen). Es wurde frühzeitig davor gewarnt, das die Schuld letztendlich bei Migranten gesucht wird, weil die gesellschaftlichen (im Übrigen in oberen Instanzen verschuldeten) Spannungen zunehmen, die Menschen Angst um ihre Existenz etc. haben. Das ist nur die Logik dieser Strategie und dieses Systems. Wir sind an einem kritischen Punkt dieses politischen und wirtschaftlichen System angekommen und dieser trägt derartigen Ausdruck. Und da trägt, ob man es hören will oder nicht, die politisch konstruierte Flüchtlingssituation ihren Teil mit bei, ob das nun gewollt ist oder nicht, lass ich mal hier so stehen. Die Politik schafft sich gerne ihre gesellschaftlichen Konflikte bis zu einem gewissen Punkt, über den es für sie selbst kritisch werden würde/könnte. Ein Drahtseilakt, aber nur der hilfreich sein kann, um die politische Macht mit all ihren Vorzügen zu erhalten Dieser Punkt darf und soll eben nicht überschritten werden, was aber letztlich droht zu passieren. Warum meint man werden in alle Lager V-Leute etc. eingeschleust und von staatlicher Seite mit provoziert? Bestes Beispiel G7 Treffen in Hamburg. Keiner hat diese Treffen wirklich von der Seite der Themen und der Politik dort analysiert, über das hinter geschlossen Türen verhandelt wird, im übrigen uns alle betreffend. Alles hat sich über die (gesteuerten) Konflikte außerhalb aufgeregt und darüber debattiert. Natürlich alles nur wilde Theorien (ironie off). Weil man eben in dieser Weise regiert und nur so die Macht behält, wenn sich die Menschen selbst die Köpfe einschlagen, in dem man Feindbilder erzeugt. Rechts und Links ist wie ein Pendel, dass sich stetig hin und her bewegt und mehr instrumentalisiert und benutzt wird, um die Menschen weiter zu manipulieren und zu gängeln. Das aber das letztlich auch die Wirtschaft betreffen wird, scheint man nicht zu begreifen.

Es ist nicht fair und nicht angebracht die Schuld nur auf einer Seite zu suchen. Im Übrigen, wer es bemerkt haben sollte, die Medien und die Politik macht seit Jahren ein ostdeutsches Problem daraus. Das ist Propaganda. Die Haltung gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung kann man mit zunehmender Wirkung bundesweit beobachten, nur in Sachsen gehen die Menschen eben auch auf die Straße deswegen und äußern ihren Unmut. Aber da geht es um viel mehr als nur um Flüchtlinge. Das sagt nun auch wieder keiner, weil es nicht vorteilhaft ist, für die, die es für die eigenen Interessen benutzen. Diese Demonstrationen reihen sich in zahlreiche Kundgebungen in Folge politischen Unruhen weltweit ein. Schon allein dieser zeitliche Rahmen sollte ein Hinweis darauf sein, dass es viel mehr ist, als ein „rechter Mob“, der sich selbstgefällig in Szene setzt.

Marcel

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