Ein „bedingungsloses“ Grundeinkommen ist keine Option

Was ist nun tatsächlich dran an den Überlegungen hinsichtlich eines bedingungslosen Grundeinkommen? Da es nun scheinbar schon seit 80 Jahren immer wieder breit diskutiert wird und Ansätze dahingehend erstellt werden, liegt es nahe, dass die gesellschaftliche und individuelle Finanzierung auch weiterhin ohne ein „Bürgergeld“, negative Einkommenssteuer oder ein staatlich finanziertes Grundeinkommen auskommt. Ja möglicherweise gar kein Wille besteht gesellschaftliche Unterschiede, Schwierigkeiten oder Nöte auszugleichen, denn dann wäre vor allem auch der eigene Wohlstand der Politik in Gefahr. Regiert es sich doch besser mit gesellschaftlichen Konflikten und einer Aggression gegen Hartz 4ler oder andere Empfänger von individuellen staatlichen Leistungen. Schon heute hätte man die Möglichkeit vieles anders zu machen, das Kindergeld nicht nur um 2 € zu erhöhen etc. Der herrschenden Elite könnte es ebenso nur recht sein, gesellschaftliche Divergenzen aufrecht zu erhalten. Auch diese könnte irgendwann spüren, dass man Geld nicht essen kann, doch aber durch Macht leichter an Essen zu kommen ist, so dass es diese Macht gilt um jeden Preis aufrechtzuerhalten. Die Politik ist auch nur deren Unterhaltungsabteilung und Diener der eigenen Interessen. Vor allem aber die politische Kaste ist wohl mehrheitlich kaum in der Lage persönlich individuellen Mehrwert zu erschaffen, sonst müsste man sich nicht permanent von der Arbeiterklasse aushalten lassen. Doch, bei aller Überlegung, reich wird es immer geben und damit ein vereinzelt unverhältnismäßig hoher Unterschied zur „ärmeren“ Kaste. Letztlich wieder alles eine Frage der Definition und der staatlich bestimmenden Voraussetzungen. Die Kennziffern für arm und reich wurden in den letzten Jahrzehnten verfälscht und an den Grundlagen wurde stets manipuliert. Vor allem kann man dieser Tatsachenbehauptung schon anhand regionaler, gesellschaftlicher und kultureller Unterschiede keine festen Werte zurechnen. Bei uns soll jemand mit 1000€ Monatseinkommen (netto) arm sein, in Ländern der sog. dritten Welt wäre man mit diesen Einkommen reich. Fälschlicherweise wird auch immer Reichtum mit Geld definiert, die Werteentwicklung ist völlig absurd geworden. Jemand der eine Million € auf seinem Konto hat, aber eine tödliche Krankheit in sich trägt, mag dennoch sehr arm sein. Alles eine Frage der Perspektive und der Definition.

Trotz der Perspektiven der weiter voranschreitenden Technik durch Roboter ist es dennoch mit Nichten klar, ob der propagierte Wegfall der menschlichen Arbeitskraft in dem Maße eintritt, dass diese keine Verwendung mehr findet. Vor allem aber abseits der Konsumgesellschaft gäbe es alle Hände voll zu tun, was eine Auslastung doch sicherstellen würde. Nun, jeder bekommt eine einheitliche Summe vom Staat, dass er dann an die Oberen verkonsumieren kann. Nein ich bin schlicht gegen die Überlegungen hinsichtlich eines bedingungslosem Grundeinkommen, wie es der Name hinlänglich beschreibt und verweist, da jede Beibringung des eigenen Einkommens bzw. besser gesagt, der Grundlagen zum Überleben, auch an Bedingungen mittelbar geknüpft ist. Und sind sie noch so simple, dennoch effektiv und von großem Nutzen. Selbstverständlich korreliert eine derartige Einstellung nur schwer mit den fortgeschrittenen Status Quo unserer Gesellschaftsideale, doch das diese letztlich eher nachteilig sein könnten, war an dieser Stelle schon oft Thema. Nun mal auch daran geknüpft ist es, ordentlichen und lebenswerte Umstände hinter den Sphären des derzeitigen menschlichen Denkens zu schaffen. Vor allem weil es aber grundlegend kein generelles Umdenken oder mit einer Debatte über den grundsätzlichen Lebensstandard und die damit heute teilweise Perversion der Verschwendung (Tierquälerei, Umweltbelastung, Luft- und Bodenverunreinigung etc.) in Verbindung gebracht wird, ist es absurd an derart Visionen zu denken. Das bedingungslose Grundeinkommen überwindet die Probleme des derzeitigen Systems nicht, so wie es so manch Kapitalismusgegner prophezeien und propagieren, ferner ist es als Teil davon gewollt, um erstens ausschließlich jeden an genau diesem System teilhaben zu lassen und zweitens der Regierung wiederum umfassende Legitimation durch Verteilungsaufgaben und -hoheiten zukommen zu lassen. Es stützt vor allem eben auch den Staatsapparat in seiner jetzigen Form und hindert eines Umdenkens dahingehend.

Damit geht aber wiederum einher, dass man Menschen mittels Abgabenzwang in Form von persönliche Steuergeldern unterstützt, die man schlicht nicht zu unterstützen gewünscht. Nun mag ein Reflex einer vermuteten Fremdenfeindlichkeit hinsichtlich der Migration bei einigen zum Tragen kommen, doch diese menschlichen Unterstützungsinteressen im Bezug auf die eigenen Wertevorstellungen gehen viel tiefer. Mit den verschiedensten Intensionen. Darum sollte man endlich ein System aufbauen wollen, das den Zwang ausräumt und ein gesellschaftliches Miteinander auf Kooperation und Kompromisse aufbaut, den ausdrücklichen Wunsch und Willen einzelner Individuen mit einschließt. Das geht eben nur dahingehend, jeden selbst entscheiden zu lassen, zu welcher Gruppe oder an welchen Personenkreis man solidarisch und mitmenschliche Gelder verteilt, ja grundlegend selbst über sein gesamtes Geld zu entscheiden. Und doch, wird man die Neidgesellschaft los, wird ein jeder bereit sein, den angemessenen Teil zu leisten. Was letztendlich auch heißt, wir müssen politische und ländliche Grenzen wie wir sie heute vorfinden abschaffen, doch nicht dahingehend diese EINE Ordnung zu schaffen und die Globalisierung weiter voran zu bringen, sondern in kleineren Räumen zu denken, in den vor allem die Menschen wieder als Gemeinschaft zusammenleben können, mit gegenseitiger Rücksichtnahme und ohne die riesige Befremdlichkeit des heutigen Daseins. Gemeinsame Interessen und Anstrengungen, Zugehörigkeit und Verantwortungsbewusstsein gibt es nur in engeren Kreisen, vor allem aber auch die Sensibilität für die gesellschaftlichen Probleme. Eine politisch freie Klassengesellschaft organisiert und unterstützt sich gegeneinander selbst durch tatsächliche Solidarität innerhalb der Gruppe. Man kennt sich in weitesten Sinne, man weiß über den anderen, seine Verdienste und Leistungen, Leidenswege und Fähigkeiten, darum ist man bereit zu teilen und jeden der annähernd die gleichen gesellschaftlichen Werte und Ziele vertritt, in die gemeinschaftliche Solidarität aufzunehmen und darüber hinaus Schwächere und schicksalsbehaftet Mitmenschen zu versorgen mittels der Arbeitskraft der Stärkeren. Schwache zu führen und Starke zu unterstützen. Die Bemühungen würden umso größer sein, je weniger Menschen sich benachteiligt fühlen und mehr die Basis tatsächlich bei der Gleichheit der Pflichten und Rechte liegt, vor allem bei der Bereitschaft der Gruppe gleichermaßen anzugehören mit all seinen nötigen Leistungen. Diese Wertevorstellung macht ein System, wie das derzeitige mit seiner verlogenen Politik und gekauften Medien, der Werbung und dem Konsumwahn, falschen Rechtstaatlichkeit und Korruption etc. völlig kaputt. Heute definiert sich der Mensch ausschließlich über seinen Wohlstand und seinen Besitz, was keineswegs der gesellschaftlichen Reife beiträgt, ferner sich in großen Teilen in eine Knechtschaft verfestigt.

In der herrschaftslosen Gesellschaft würde man diesen Problem entgegenwirken, in dem sich von selbst wahrscheinlich Menschen finden würden, aufgrund der gleichen Interessen, Zusammengehörigkeit, gleichen Lebenswege, Nachbarschaft oder enger Beziehungen, die bereit wären sich gegenseitig zu helfen. Grundlegend ist nämlich das auch eine Aufgabe der allgemeinen Werte eines Menschen und einer Gesellschaft. Einfach gesagt, Menschen, von denen man in seinen eigenen Standpunkten Gutes hält und ihnen positiv gewogen ist, die unterstützt man auch gern und hilft ihnen ihre Probleme tatsächlich anzugehen. Denn oftmals ist es auch nicht nur eine Frage das Geldes, als mehr eine Frage der Hilflosigkeit und der fehlenden Unterstützung, wäre diese gegeben, auch so manche Geldsorgen nicht wären, die ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ nötig machen müssten. Nun ja, der Sozialstaat könnte durch gesellschaftliches Miteinander und forderungsloses Geben ersetzt werden, bei dem ein jeder selbst seinen Mehrwert ziehen könnte. Auch heute schon sind Spenden an Bedürftige keine Illusion, von denen man denkt eine Unterstützung ist gerechtfertigt. Es gibt teilweise soziale Einrichtung, die leben ausschließlich von der Arbeit und Hilfe ganz normaler privater Personen.

Somit kann ich an der einen Stelle der Obrigkeit nicht vorwerfen, für ihren Wohlstand nichts zu tun, aber jeglichen anderen ein Einkommen ohne gleichermaßen jegliche Bedingung zusprechen.

Schaut man sich an, unter welchen Bedingungen heute teilweise der normale Lebensstandard sich erhöht hat, dann geht das grundsätzlich nur noch mit Inflationierung der Preise einher, um höhere Unternehmensgewinne zu erzielen. Dem Wachstumsglaube kann man schon lang nicht mehr vertrauen. Unendliches Wachstum ist schlicht ausgeschlossen. Das gibt es in der Natur nicht, worauf aber unsere Lebensgrundlagen basieren. Ferner ist der Mensch daran diese Grundlagen schrittweise zu zerstören. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre auch von der Umverteilung keineswegs ausgeschlossen. Alles hat seine gewisse Grenzen, nur eben die Preise nicht. Arbeitskraft, Rohstoffe etc. finden in ihrer Menge die Grenzen. Und wie angesprochen auch das Wachstum. Wer fängt schon an das Dach zu bauen, wenn nicht mal das Fundament steht? Doch eben so verhält es sich mit dieser Diskussion.

Marcel L.

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1 Kommentar

  1. Bedingungsloses Grundeinkommen gibts doch schon! Aber eben nur für Einzelne bzw. Gruppen z.B. für „Gewählte“.
    Die Verwendung der bis dato ausgepressten Steuergelder ist doch plumbe Trickserei, die die am (Steuer)Trog sitzen, fressen zuerst und passen auf das sie mehr als „satt“ werden vorm „Verteilen“, Wie im Beitrag festgestellt.
    Verteilt wird eigentlich gar Nichts, es wird erst geraubt und dann etwas zugewiesen, aber nur wenn der geraubte Trog ausreicht, ansonsten muss nachgefasst werden damit dann auch noch was zum Zuweisen bleibt. Kennt eigentlich Jeder, Steuererhöhungen bzw. zusätzliche Steuererfindungen. Und Viele bekommen im jetzigen System auf direktem Wege von dem Trog gar nichts.
    Das „bedingungslose Grundeinkommen“ würde zumindest in der Hinsicht bedeuten das ausnahmslos Jeder einen Grundbetrag aus dem „Trog“ direkt bekommt. Was an sich eigentlich ein kleiner Fortschritt wäre. Allerdings wer am Trog sitzt frisst zuerst, daran wird auch dieses bedingungsloses Grundeinkommen nichts ändern, solange es keinen auf breiten Konsens festgelegte Regel/Norm für die Verteilung der Einnahmen (Trog) gibt und die bisherigen subjektiven Handgreiflichkeiten der am Trog Sitzenden ausschließt. Sonst passiert nur oben beschriebenes Nachfassen damit es noch zur Verteilung des Grundbetrages (bedingungsloses Grundeinkommen) an Jeden reicht. Dazu kommt dass ein Umdenken eines Jeden nötig ist damit dieses Grundeinkommen auch nachhaltig ausreicht.
    Denn das konsumausufernde System, auf bisherigen des Menschen dominierenden negativen Eigenschaften basierend, ist das Problem was es für ausnahmslos Jeden zu überwinden gibt, dann könnte auch ein solches bedingungsloses Grundeinkommen funktionieren, wenn es dann noch nötig ist. Und ein Gewinn für die Natur die extrem unter dem Konsumismus des Menschen leidet und Schaden nimmt.Für sie ist dieses Umdenken zwingend nötig auch im Eigeninteresse des menschen als Lebensgrundlage.
    Darüberhinaus könnte eine weitere zu erwartende aber mehr zwanglose Beschäftigung/Arbeit ungeahnte wissenschaftlich, technische wie auch gesellschaftliche Fortschritte bewirken, wo heute noch das Thema Gewinn und Finanzierung deren behindert. In Sachen algemeiner Gesundheit Wohlbefinden wird eine Verbesserung eintreten.
    Sebstverständlich gibt es auch negative Risiken bzw. Erwartungen, keiner geht mehr Arbeiten, Leistungs- und Bildungswille bricht ein. eine kleine Masse muss noch für mehr rackern etc.. Das halte ich pauschal für nicht abwägig aber nicht gegeben. Allerdings vereinzelt schon, nur das gibt es doch heute auch schon in großem Außmaß aufgrund von Perspektivlosigkeit der Jugend und Beschäftigungsproblemen Älterer usw..
    Generell wird doch vorerst jeder der arbeitet dies schon aus Gewohnheit und Lebensgefühl weiter tun als Beschäftigung. Es gibt ja auch heute Menschen die sehnsüchtig die Rente erwarten und dann wenn es soweit ist oder auch kurze Zeit danach wieder in Erwerbstätigkeit gehen, selbst Menschen mit Erwerbminderungsrente. Und das nicht aus Geldmangel bzw. Not. Die geänderte Einstellung, Voraussetzung und passende Beschäftigung macht´s.
    Natürlich würde auch die riesige Bürokratie bzgl. Sozialleistungen etc. nicht ganz aber fast wegfallen können und darin gebunde Fähigkeiten für den gesellschaftlichen Fortschritt gehoben. Übrigens Frust wg. fehlender Teilhabe und Einkommensmöglichkeiten führt heute schon zu gesellschaftlichen Stress wie Gewalt und Radikalisierung, hier sollte zumindest damit großteils der Basis entzogen sein.
    Fazit: rein sachlich ein Schritt zur direktem Beteiligung aller aus dem Steuertrog in den ja auch alle direkt einzahlen (MWST), mit Chancen zum Umdenken und Risiken bzgl. Anpassung.
    Wie bei jeder Veränderung stellt sich die Frage nach der Reife der Zeit hinsichtlich der passenden Mindestvorraussetzungen, wobei mit fortschreitender Roboterisierung und Generationswechsel sich schon ein Zeitfenster auf tuen könnte. Nach meiner Ansicht die Massenezuwanderung aufgrund der damit einhergehenden Unberechenbarkeit nicht folgenlos bzw. erschwerend ist. Denn zwei Schen gleichzeitig realisieren geht schief und damit ist das bedingungslose Grundeinkommen kein Thema für die nächsten Jahre, da sich die Regierung/Politik/Eliten auf diesen Weg zur initiierten Veränderung des Landes und seiner Gesellschaft ohne Volksbefragung und zwecks Beibehaltung ihres Status Quo begeben und entschieden haben. Soviel zum Umdenken für bessere Gesellschaft und zum Wohle von Mensch und Natur seitens der Eliten. Besonders hier scheinen die negativen Eigenschaften Macht und Gier wie einzementiert und behindern jeden Fortschritt.

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