Chaos der Bargeldeinschränkung in Indien

Washington’s Beteiligung

Im November des letzten Jahres hat der indische Präsident Nerandra Modi Banknoten im Wert von 500 und 1000 Rupien aus dem Verkehr gezogen. Schlichtweg über Nacht hatte man mit Vorsatz und altbekannten Komplizen, wie amerikanischen Kreditkartenfirmen und der Regierung im Hintergrund, die am häufigsten im Umlauf befindlichen Banknoten für ungültig erklärt. Die Umtauschmöglichkeit wurde streng begrenzt, auch zeitlich. Ein Umtausch war ursprünglich nur bis zum 31.12. möglich. Menschen konnten die Geldscheine überwiegend nur in Größere tauschen, die nachgefragte Menge war freilich nicht annähernd in den lokalen Bankfilialen vorhanden. Ein ganz bewusster Schachzug, die Menschen in digitale Banknoten, Repressionen und mehr Überwachung zu drängen. Die ausgemusterten Geldscheine können in den Bankfilialen eingetauscht werden, deren Angestellte mit der Situation und den Dimensionen völlig überfordert sind. Andere wiederum stürmten in den ersten Tagen die Bankautomaten um ihr Guthaben, aufgrund der anstehenden Enteignung und dem kommenden Bargeldnotstand, vom Konto abzuheben. Ein deutlicher Erfahrungsbericht (hier) schildert das Chaos, was gerade in Indien vorherrscht. Zuletzt durfte man pro Tag maximal umgerechnet 650€ auf das Bankkonto einzahlen.

Bargeld wird von nun an prinzipiell als illegal eingestuft und kann nur mit großer Anstrengung durch geeignete Nachweise legalisiert werden. Der Nachweis einer steuerlichen Abgabe auf vorhandenes Bargeld wird größtenteils erforderlich. Wöchentlich können nur annähernd umgerechnet 300€ wieder ausgezahlt werden, dies in großen Banknoten, die im Grunde niemand wechseln kann. Somit wird man brutal zur Kontoeröffnung, die meisten haben tatsächlich keines, gedrängt, da man sonst kaum Möglichkeiten hat, das alltägliche Leben fortzuführen. Es kommt teilweise völlig zum erliegen. Die meisten Geschäfte dürften aufgrund des überwiegenden Bargeldverkehrs bisher nicht mal ein Lesegerät für Kreditkarten oder EC Karten besitzen. Nur gut, dass dahingehend amerikanische Kreditkartenunternehmen und -hersteller Abhilfe schaffen können. Indien hat sicherlich Potential, dass man völlig abschöpfen möchte, allein zu Gunsten des Profits. Ein toller Akt die „Vorzüge der Digitalisierung voll auszukosten“. Dies gilt ironischerweise auch für die meisten der Inder, die grundlegend das Vertrauen in ihre Regierung völlig verloren haben dürften.

Interessant hierbei ist nämlich, dass nur 4 Wochen vor diesem Exempel der Bargeldeinschränkung in Indien, eine Organisation names „Catalyst“ in Initiative Washington’s gegründet wurde, die die Bargeldabschaffung in Indien, in Zusammenarbeit mit dem indischen Finanzministerium, voranbringen sollte. Dieses Projekt in Form eines Kooperationsabkommens zwischen einer Entwicklungshilfeorganisation der US-Regierung „USAid“ und dem indischen Finanzministeriums, darf als Planer der Bargeldeinschränkung in Indien, mit all seinen Folgen und Repressionen verstanden werden. In Hintergrundinformationen und Recherchen dahingehend ( vorhergehender Link) kommt klar zum Ausdruck, dass Indien die Vorreiterrolle zu einem Experiment der Umwandlung in eine bargeldlose Gesellschaft inne hat. Im Krieg gegen das Bargeld spielen selbstverständlich unbestritten amerikanische Think-tanks und Organisation, wie der IWF, eine ganz besondere Rolle, hier liegt eben erneut die Wurzel zur schrittweisen Enteignung der Menschen, zugunsten der Profite der größten Unternehmen. Dank Regierungen, die völlig korrupt sind und nur von Habgier und Eigeninteresse gesteuert.

Angegebene Gründe für diese Einschränkung verspricht man in der Verbrechens- und Terrorbekämpfung zu haben. Der Kampf gegen Drogen und den internationalen Terrorismus, der sich größtenteils mit Hilfe von Falsch- und Bargeld finanziert. Das alte Lied. Das meiste ist natürlich völliger Blödsinn.

Umgesetzt werden soll mitunter die Einführung einer Vermögenssteuer auf jegliches Guthaben der Menschen. Die zwangsweise eingezahlten Banknoten wurden somit deutlich abgewertet. Automatisch wird eine Steuer fällig , konnte man diese vorher nicht als entrichtet nachweisen oder der Wert entfällt eben komplett, wird eine Straftat dahinter vermutet. Da der indische Zahlungsverkehr bis dato fast auschließlich mit Hilfe Bargeldes abgewickelt wurde, hat das gravierende Folgen für die gesamte Volkswirtschaft. Nun gilt es eben nachzuweisen, dass das Geld auf „legale“ Weise eingenommen wurde, was teilweise schlichtweg unmöglich ist. Für die Menschen wird das mitunter zur Zerreißprobe und zum Überlebenskampf. Darüber hinaus ist die Regierung nicht in der Lage diese Mengen durch neu geschaffenes Geld zu ersetzen. So gewollt denn das Ziel ist eine bargeldlose Gesellschaft mit all ihren Vorzügen für das Großkapital und die Politik. Die Armut im Land steigt an. Der Konsum bricht ein und die Geschäfte müssen schließen. Einige Menschen versuchen ihre Rupien in US-Dollar zu tauschen, die sie ihrer Währung bevorzugen. Man kann diese Enteignung der Bürger grundlegend als staatliche Willkür bezeichnen und eine völlig brutale Einführung eines völlig kontrollierten Buchgeldgeschäftes. Andere Gesellschaften und (politik-) regierungstreue Anhänger sind sich mit Sicherheit der wirklichen Folgen dieses systemischen Wandels nicht bewusst, ignorieren die Gefahren völlig. Grundlegend ist gegen Fortschritt, Wandel und Veränderung nichts einzuwenden, auch gegen eine Digitalisierung nicht, doch die Gefahr eines Missbrauchs, eines Zweckentfremdens, was nun mal an Hand Indiens buchstäblich offen liegt, steht über allen Vertrauen und „Gutdenken“. Bargeld ist Freiheit, und daran wird sich auch nichts ändern, ganz im Gegenteil.

Marcel L.

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