Der Hambacher Forst ist ein Symptom

Eines steht doch grundlegend fest, wir leben alle von und damit auf Kosten der Natur. Um unser Leben, im extremsten Fall unseren Wohlstand, zu erledigen, muss irgendwo ein kleines oder großes Stück unbelassene Natur unserem Drang weichen. Gerade deswegen ist so vieles, das dieser Tage mit dem Hambacher Forst in Verbindung zu stehen scheint, so extrem kurz gedacht. Der Hambacher Forst hypt vor allem die Energiewende, aber eben nicht dahingehend sparsamer und ressourcenschonender zu wirtschaften (Strom, Rohstoffe, andere Mittel), doch allenfalls nur die Lasten umzuverteilen. Die Energiewende ist daran die hiesige Wirtschaft am Laufen zu halten, sowie der gehypte Klimawandel, für den der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird. Nichts wird eben dahingehend herausgestellt sparsamer zu sein im Umgang mit Ressourcen (Strom, Rohstoffen etc.). Gerade das zeigt mir die Verlogenheit dieser Politik. Fällt der RWE Konzern, der ja nun ausschließlich aus Aktionären (privat oder öffentlich) besteht, also im Grunde kein spezifisches Gesicht hat, stehen unzählige bei Fuß, die letztlich auch nur auf Gewinne aus sein werden, solange kein grundlegendes Umdenken passiert. Die Energiewende verteilt die Lasten um. Auch erneuerbare Energien verbrauchen enorme Ressourcen, Rohstoffe und Material. Alles muss gefördert werden, Flächen bereitgestellt, Erde verschoben. Wir leben in einer Zeit der Globalisierung, in der wir die Umweltschäden unseres eigenen Handelns in anderen Ländern oder Teilen der Erde nicht unmittelbar mitbekommen und mitbekommen sollen. Doch sie sind existentiell. Der Hambacher Forst sollte uns nicht (nur) auf einen anderen Weg der Energiegewinnung bringen, sondern sollte uns (nicht nur RWE) den Spiegel vorhalten, wie weit wir mit unserem Drang nach Wohlstand mit permanenter Nutzung und Verbrauch riesiger Mengen an Ressourcen und damit Natur bereits fortgeschritten sind. Menschliches und gesellschaftliches Leben geht immer auf Kosten anderer Lebewesen und der Natur, das liegt in der Sache an sich, die Frage liegt doch aber nur darin, die Grenzen zu beherrschen, die bisher noch keiner versucht hat wirklich abzustecken. Wir gehen immer ein paar Jahrzehnte weiter, entwickeln, hoffen, verändern, (lassen uns manipulieren), um später merken zu wollen, das unser Handeln letztlich doch nicht gut war. Wir hoffen auf den großen Wurf. Doch letztlich wird es nur daran sein können, unsere befristete Zeit so angenehm wie „nötig“ zu gestalten und so wenig wie möglich Schaden zu verursachen, dennoch gesund und friedlich in einer Gesellschaft des Miteinanders zu leben. Vor allem auch jegliches Leben neben und unter uns zu schätzen und zu beschützen.

Marcel L.

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