Der übersehene Wohlfahrtsstaat

Während sich der Großteil der Masse auch weiterhin mit Scheingefechten und unsinnigen Debatten durch die Politik beschäftigen lässt, sich vor allem auch gegen die „Reichen“ zu positionieren, wuchert vor allem der Staatsapparat munter vor sich hin. In den neuen Bundestag ziehen 78 Abgeordnete zusätzlich ein als bisher, um auf insgesamt 709 Sitze zu kommen. Die meisten Wähler dürften vor allem in den Überhangmandaten eine demokratische und notwendige Säule dieses (demoralisierten) Wahlsystems erkennen, letztlich ist das aber nur einem grundlegend völlig pervers überteuerten System zu verdanken. Vor allem auch anhand eines brüsseler Wohlfahrtsapparates wird ein zwangsweise in seiner Gänze unfinanzierbares System sichtbar, das sich scheinbar mehr und mehr politisch motivierte Sozialstaatsschmarotzer zu Nutze machen wollen. Anders kann man das, was in Brüssel und auf nationaler politischer Ebene momentan noch abläuft wohl kaum mehr benennen. In brüsseler Ämtern und Beschäftigungsverhältnissen sind ungefähr 50000 Leute tätig. Die Summen, die dafür vom europäischen Steuerzahler aufgewendet werden müssen, sind utopisch. Wohl bemerkt zusätzlich zum nationalen Parlament. Die Menschen sehen vor allem daraus die gravierenden sozialen Unterschiede, einer großen Ungerechtigkeit inklusive. Gerade dieser Vertrauensverlust in die Politik nötigt die Menschen dazu, zukünftige Risiken sich klar zu werden, was gerade auch für die wirtschaftliche Entwicklung völlig absurd und schädlich ist.

Jeder Abgeordnete des deutschen Bundestags erhält ein zu versteuerndes Einkommen von ungefähr 9500€. Zusätzlich wird ihm eine steuerfreie Pauschale von ungefähr 4300€ für Mehraufwendungen gewährt. Im Bundestag erhält man zudem ein vollmöbiliertes Büro, Kommunikationsgeräte sind dabei eingeschlossen. Als ob eben das nicht genug wäre, gibt es 12000€ jährlich zusätzlich für Büro- und Geschäftsausstattung oben drauf. Hinzu kommt eine Dienstwagenflotte, die jederzeit genutzt werden kann. Außerdem wird eine Kostenpauschale für Mitarbeiter der Abgeordneten von ungefähr 20800€ monatlich zugestanden. Während dessen der Arbeitslose 60% seines vorherigen Gehaltes bekommt, steht dem Abgeordneten bis zu 1,5 Jahre nach Ausscheiden ein Übergangsgeld in voller Höhe seiner Besoldung zu. Die Dauer der Entschädigung wird hierbei aber anhand der Dauer der Zugehörigkeit zum deutschen Bundestag gerechnet. Einkünfte innerhalb der Entschädigungszeit nach dem Ausscheiden werden allerdings davon abgezogen. Doch kann man daran schon den unbändigen Hang erkennen, als Politiker unbedingt in den Bundestag einziehen zu wollen, was scheinbar falsche Wahlversprechen und schlichte Lügen nötig machen. Wobei es aber in den Gremien der Bundesländer nicht weniger wuchern dürfte. Vor allem scheint man sich heute dem Großkapital anbiedern zu müssen.

Beiträge zur Altersversorgung fallen keine an. Die Pensionsansprüche, die nach einem Jahr als Bundestagsabgeordneter schon 239€ betragen, werden ausschließlich durch Steuergelder beschafft. Nach 27 Jahren Amtszeit kommt man auf einen Anspruch von ungefähr 6400€. Ein halbes Arbeitsleben reicht somit aus für die vollen Pensionsansprüche. Nach langer Amtszeit ist es möglich bis zu zehn Jahren vorm Erreichen des Rentenalters abschlagsfrei in Pension zu gehen. Natürlich wird das ausschließlich durch den Steuerzahler geschultert. Jene, denen mehr und mehr steuerliche Lasten aufgebürdet werden, aufgrund eines völlig perfiden Wohlfahrtsstaatsapparat. Der Wohlfahrtsstaat erodiert vor allem auch durch dieses völlig perverse System, welches die Privilegierten mehr und mehr bevorzugt, aber die unteren innerhalb der Arbeiterklasse schrittweise abhängt. Bezüglich eines Resultates könnte man schon der Meinung sein, dass jene, die am meisten vom System profitieren durchaus am wenigsten dafür geleistet haben. Gerade deshalb stehen wir zukünftig vor einer scheinbar unüberwindbaren Renten- und Pensionskrise, die staatliche Gewalt offenkundig und zwangsläufig nötig macht. Alle derer, die der Gesellschaft dermaßen auf der Tasche liegen, wie oben dargestellt, sind absolut nicht bereit diese/ihre Macht abzugeben. Die Folgen werden ausschließlich alle spüren dürfen, auch jene, die diese politische Farce durch ihren völligen Irrglaube an einen funktionierenden Staatsapparat bisweilen noch nicht auf den Schirm haben. Neue Steuerpläne lassen Böses erahnen. Der Schrei nach einer Besteuerung der Reichen wird ausschließlich  alle regierten treffen. Wiedermal ist es keine Debatte des Neides, sondern ausschließlich der sozialen Gerechtigkeit. Und zwar jener tatsächlichen.

Marcel L.

2 Comments

  1. das zeigt deutlich anhand von Zahlen den wirklichen Charakter, Moral und Absichten dieser Politikerkaste, sowie wer Sozialschmarotzer ist und Asozial wirkt. Nämlich die Sozialgesellschaft aussaugt durch übermäßige Vorteilsnahme und das lebenslang.
    Man schafft sich seine enormen Vorteile eben selbst per Gesetz. Und das nicht nur bei Einkommen und Steuern, sondern auch bei Weiteren, u.a. sehr hohe Pensionen und Anwartschaften, alles aus Volksgeld. Das System korrumpiert immmer mehr und schneller bis die Last durch den ökonomischen Sklaven (Volk) nicht mehr zu Schultern ist.
    Aus dem ausgepressten Volksgeld (Steuern) bevorzugt bedienen, anstatt einer gerechten Verteilung. Wein saufen und Wasser predigen ist und war schon immer deren Ding. Scheint eine ansteckende Krankheit sobald Mitglied der Politikerkaste.
    Zur Ablenkung vom eigenen Schmarotzen wird alles auf Sozilhilfe- und Hartz4-Emfänger, Arbeitslose, Reiche, Steuerbetrüger usw. gelenkt. Dabei haben sie von allem etwas in einer Person. Beziehen überhöhtes Sozialgeld (Diäten=bereicherndes Einkommen aus Volksgeld), sind Steuerbetrüger durch eigens gesetzlich legalisierte viel höhere Steuervorteile/steuerbefreite Einkommen als der Normalbürger (Aufwandpauschalen,Zulagen,Spesen und Reisekosten, Kfz-Nutzung usw. und alles sehr weit über Ottonormalverdiener) usw.
    Durchgehend seit der ersten „Sozialgesellschaft“ (meines Erachtens seit mind ca. 3000 Jahren) zieht sich das Prinzip der überhöhten Vorteilsnahme mit Korruption der herrschenden Politiker durch alle Gesellschaften mit den allseits bekannten Folgen von Armut und Reichtum, pausenlosem Kampf, Aufstände und Krieg.
    So kann aber eine wahre Sozialgesellschaft auf Dauer nicht funktionieren, daher der ständige Gesellschaftswechsel Feudalismus, Kapitalismus, Sozialismus (der wie gehandhabt seinen Namen nicht Wert ist), Kommunismus noch zu nennen. Eben aber sozialgesellschaftlich alles nur Mus und nicht annähernd eine ausgeglichene/wahre Sozialgesellschaft wie es das Wort suggeriert und was gleichzeitig zumindest auch eine kriegsfreie Gesellschaft ist.
    Das bisher keine solche wahre Sozialgesellschaft im Großen entstanden ist liegt in einigen natürlichen Eigenschaften und Anfälligkeiten des Menschen wie z.B der Gier, die in jedem verwurzelt ist und meist sehr negative Wirkungen zeigt (Konsum über Bedarf, Korruption, Macht, Krieg)
    Also ohne Änderung bzw. mind. Selbstkontrolle und -beschränkung der menschlichen Eigenschaften keine ausgeglichene wahre Sozialgesellschaft.
    Theoretisch müssten wir alle zu Idealisten werden. Wäre der Idealfall und wir bräuchten uns hier u.a. nicht gegen die Sozialscharotzerei der ReGIERigen aufzulehnen.
    Um eine Neiddebatte entgegenzukommen, es geht mir nicht nur um die Beträge an sich, sondern um die Relationen und Vorteilsnahmen in dieser Raubritter- und Sklavengesellschaft (wir sind nämlich alle ökonomische Sklaven der Raubritter). Die Beträge können noch so hoch sein aber sie müssen dann auch allen zugestanden werden. Bspw. wird Jedem nur das festgelegte Existenzminimum ca. 9000 € steuerfrei gestellt, dem Priviligierten (Bundestagsabgeordneter) aber zusätzlich ein Vielfaches. Sozial ist was Anderes. Alles Etikettenschwindel!
    Maßhalten fällt den Regierigen besonders schwer und deshalb wird der Konflikt immer größer und größer und führt wie bisher und unvermeidlich zu offenen gewaltsamen Auseinandersetzungen bis hin zu Krieg, wenn sich nicht eine grundsätzliche Änderung vollzieht.
    Die maßlose Selbsbedienung der Abgeordneten (nicht zu vergessen Sitzungs- und Ausschußgelder) ist aber nur ein Teil, dazu kommen Begünstigung der eigenen Parteien und deren Stiftungen, dazu Ämtervergabe und -schaffung an Parteifreunde, Seilschaften-und Vetternwirtschaft durch Gehältererhöhungen im eigenen Umfeld und und und…
    Vorteilnahme am Volksgeld durch Gesetze selbst legalisiert.

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