Deutschland, Vasall mit Weltmachtallüren

Zugrundeliegend ist ein Artikel auf fassadenkratzer.wordpress.com der als Grundlage dienen soll.

 

Dem vorletzten und letzten Absatz dieses, dennoch hervorragenden und aufklärerischen Artikels stehen wir teilweise kontrovers entgegen. Deutschland hat in seiner heutigen Situation, begründet mit dem Statut durch die Alliierten nach dem 2. Weltkrieg, vorzugsweise der VSA nach dem Abstieg des britischen Imperiums und dem eigenem Aufstieg, weder die Möglichkeiten, noch den Einfluss oder die Mittel, erneute Weltmachtansprüche zu behaupten und zu stellen. Diesem Bestreben wurde durch die USA mit zahlreichen Militärbasen, Verträgen und Drohgebärden zuvorgekommen. Nicht mal Allüren werden geduldet. Eben deshalb kann man von Täuschung ausgehen, die die Politik zu derart Meldungen einer Vormachtstellung treibt. Allein schon die amerikanischen Militärausgaben bezeichnen eindrücklich, warum kein Vasall der VSA in Überlegungen verfällt, sich gegen deren Interessen zu stellen. Eben dieses wissen auch die obersten Funktionäre und Politiker von Deutschland, gleiches gilt darüber hinaus. Auch wenn man zeitweise glauben mag, das die BRD aus eigenen Stücken Ansprüche äußert, was ganz nebenbei Kalkül sein mag und auch vom Hegemon durchaus an der einen oder anderen Stelle gewünscht und gern gesehen.

Das mag unter anderem im Folgendem begründen: Ein großer Faktor bzw. Finanzposten eines Imperiums sind nun mal die Rüstungsausgaben für Militärbasen, Interventionen und strategische Kriegsführung. Denn nun mal darauf begründet die Macht und der Status eines Imperiums: die Anzahl der Militärbasen und darüber hinaus das BIP (Bruttoinlandsprodukt). Die VSA haben (noch) die größte Volkswirtschaft der Welt. Bis dem China wahrhaftig auf Augenhöhe gegenübersteht, geht noch das eine oder andere Jahr ins Land, auch ein großer Krieg zwischen den beiden volkswirtschaflich größten Nationen ist aus heutiger Sicht keinesfalls ausgeschlossen. Alles andere als das. Denn: die VSA stehen ebenso wie sämtliche andere Währungsgebiete, schlimmer noch die EU (durch Bestreben der VSA), vor dem finanziellen Kollaps. Die Blasen an den amerikanischen und internationalen Finanzmärkten (nicht vordergründig Aktien) nehmen immer größere Formen an und die amerikanische Verschuldung ist noch gerade so durch das Wirtschaftssystem in den VSA zu stemmen. Die amerikanische Wirtschaft muss laufen um den Krieg zu finanzieren, der Wirtschaftskrieg, die Sanktionen gegen Länder und Unternehmen sind ein Mittel zu genau diesem Zweck. Alles steht und fällt mit dem Petrodollar. Die Staatsschulden explodieren jedes Jahr mehr, die Kurve ist stark exponentiell, somit besteht auch der Zwang die eigene Wirtschaft stetig anzuheizen und zu Wachstum zu verhelfen, auch in dem man fremde Wirtschaften kollabiert (angesprochene Sanktionen oder Preismanipulationen). Allein in den letzten Jahren, unter der Obama Regierung haben sich die Staatsschulden annähernd verdoppelt. Ein Ende ist nicht in Sicht. Das Ergebnis ist mehr oder weniger absehbar.

Eben aus diesem Grund überträgt man große finanzielle Lasten auf die Vasallen, um die eigenen Finanzen zu entlasten. Nichts anderes sehen wir mit den deutschen „Interventionen“, Kriegseintritten und Bundeswehreinsätzen in Nachbarländern, an der russischen Grenze, im nahen und mittleren Osten, Afghanistan, Kosovo, aber auch in West und Mittelafrika in Mali/Niger. Deutschland, genauer der deutsche Steuerzahler, kommt heute noch, lange nach dem 2. Weltkrieg, vollumfänglich für die amerikanische Militärpräsenz auf deutschen Boden und die Bundeswehr für amerikanische Interessen, unter anderem auch für die Drohnenkriege gegen Afghanistan oder dem nahen Osten, auf. Diese Ausgaben sind jährlich im deutschen Bundeshaushalt versteckt. Eben aus vorherig genannten Gründen dürfte es Deutschland überhaupt erlaubt sein, eine Armee nach der „Schuld“ am 2. Weltkrieg zu unterhalten.

Die VSA wird nie freiwillig ihre europäischen oder die in Deutschland befindlichen Militärbasen aufgeben, ebenso würde die USA niemals die Nato aufgeben und sich zurückziehen, wie man Wahlkampffloskeln von Donald Trump Glauben geschenkt hat. Zu große Aufgaben und finanzielle Beteiligung bemisst man den Nato-Ländern zu, die ausnahmslos amerikanischen Generälen, d.h. dem amerikanischen Militär unterstehen.

(Es gäbe nahezu keine Ansprüche Deutschlands, die die USA nicht auch teilen würde, bzw. deren Interessen beeinflussen würde, schlussendlich bedeutet dies im gleichen Zug nahezu keinen Spielraum für deutsche Interessen. Deutschland muss unten gehalten werden, um ein Bündnis mit anderen Großmächten (im Hinblick auf die USA) zu verhindern.)

Zu große Machtansprüche fanden aber noch immer ein jähes Ende, da man sich damit auch mehr und mehr Feinden gegenübersieht, die sich als Folge eigener überschäumender Arroganz mehrheitlich gegen den Hegemon stellen. So sieht man zunehmend einen Bund zwischen Russland und China, zwangsläufig. Denn Russland und China waren nie in der Vergangenheit große Verbündete. Die us-imperialistischen Kriege gegen andere Wirtschaften, Nationen und Völker, auch gegen die größten aufstrebenden Nationen und Wirtschaften, eben als gefährlichen Höhepunkt, scheinen es nötig zu machen. Zuletzt voraussichtlich zum „Nachteil“ und Untergang des derzeitigen Imperiums USA.

Darum tut man in der Regel besser sich im Mittelfeld zu positionieren, nach außen hin deeskalierende Politik zu betreiben und seinen Wohlstand und Reichtümer nicht offen zu tragen, womöglich noch anderen den Protz und Prunk vorhalten in unübersehbarer Arroganz. Eben darauf sollte man sich als Regierung oder auch Unternehmen eines Landes besinnen. Vor allem das Volk in die Entscheidungen mit einbeziehen, und am Wohlstand teilhaben zu lassen und für gerechte Verteilung zu sorgen (heißt keineswegs Gleichverteilung), andernfalls gegen sich aufzubringen. Das wirtschaften und regieren im Mittelfeld ist auf lange Sicht der bessere Weg für ein Land aber auch im Hinblick auf Unternehmen wie VW, die auf dem Weg zur absoluten Nummer 1 grandios gescheitert sind. Auch für die Eliten, deren Vernunft doch sehr eingeschränkt ist, und vor allem für das Volk.

Marcel L.


 

Quelle des Artikels: https://fassadenkratzer.wordpress.com/2016/10/28/wie-geeignete-personen-in-entscheidende-positionen-gehievt-werden/

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1 Kommentar

  1. Antwort der Autorin auf den Kommentar von wissensfieber.de

    „eben deshalb kann man von Täuschung ausgehen…“
    Ja, die ganzen Formulierungen sind absurd und unpassend. Aber der Vasallenstatus klingt durch einen kleinen Hinweis hindurch: Es hieß ja „Globale Ordnung MITgestalten“ und nicht „Deutschland wird die globale Ordnung allein gestalten.“ Ein deutscher Alleingang würde niemals geduldet werden, vollkommene Zustimmung.

    Deswegen machen ja diese Formulierungen so stutzig… und sie sind so, so ….dumm… sie verschleiern das Vasallentum, sollen suggerieren: Wenn Deutschland gehorsam mitmacht, darf es auch von US-Gnaden ein bisschen Schein-Macht haben – so wie ein despotischer Sultan einer besonders gehorsamen Konkubine eine kleine Machtposition im Harem über die anderen, widerspenstigeren Haremsdamen verleiht… Das ist doch die beschämende Haltung unseres Landes.

    Ich fürchte, das Imperium will die Soldaten seiner Vasallenstaaten für die Interessen des IMPERIUMS kämpfen und sterben lassen. Ganz besonders schockiert mich die „Nucleare Teilhabe.“ Soweit ich das verstanden habe, trainieren inzwischen NATO-Piloten, wie es wäre, Atombomben abzuwerfen, damit sie, im Kriegsfall, auch dafür eingesetzt werden könnten und Nucleare Teilhabe heißt, dass zwar nach wie vor der US-Oberbefehlshaber die Kontrolle und die Befehlsgewalt über die A-Bomben hat, aber Piloten aus NATO-Vasallen-Staaten könnten vom US-Oberbefehlshaber den Befehl erhalten, eine A-Bombe tatsächlich abzuwerfen, auch NATO-Piloten aus einem Staat wie Deutschland, das, als besiegtes Land und wegen der Unterzeichnung des Atomwaffensperr-Vertrages, keine A-Bomben haben oder nutzen darf.

    Diese „Nucleare Teilhabe ist teuflisch, denn das heißt: Ein US-Pilot muss vielleicht diese verheerenden Massentötungen und die damit verbundenen, furchtbaren Folgen und die horrende Gewissenslast nicht auf sich laden, sondern das wird einem „Vasallen“ mit Kadavergehorsam aufgebürdet. „Teilhabe“ ist auch eine phrasenhafte Verschleierung, denn es soll gleichberechtigt klingen, wie „Teilnehmer“, aber in Wirklichkeit ist von Gleichberechtigung keine Spur darinnen. Was sich hinter dem verschleiernden Begriff „Teilhabe“ wirklich versteckt, ist eigentlich das Gegenteil: Es bedeutet, dass die tödlichsten, massenvernichtendsten, irreparabelsten und karmisch belastendsten Kriegshandlungen, die ein Kampfpilot ausführen kann, einem Piloten aus den Vasallenländern aufgebürdet werden kann und nicht einem US-Amerikaner. Wenn jemand eine Massenvernichtungswaffe abwirft, dann läd er eine karmische Schuld auf sich, die gigantisch ist. Wie soll ein Mensch das je ausgleichen? Das gilt auch für diejenigen, die panzerbrechende Bomben mit abgereichertem Uran abwerfen; sie verseuchen ja praktisch ein Gebiet für Jahrhunderttausende und schädigen Ungeborene, verursachen unendliches Leid für Generationen und machen langfristig Gebiete zu deadly zones.

    Oh, wahrlich, der Weg, den Gerhard Schröder, Joschka Fischer und die Noch-Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beschritten haben, indem sie den friedenspolitischen Weg der ehemaligen Kanzler Willy Brandt und Dr. Helmut Kohl verließen, hat in ein höllisches Verhängnis geführt. Davor war die BRD angesehen. Ich würde diese drei erstgenannten deutschen Politiker gerne fragen: „War die jämmerliche persönliche Macht, die man Ihnen von US-amerikanischen Gnaden für Ihre Kriegsbereitschaft gewährt hat, dieses höllische Verhängnis für die ganze Welt wert?“ Niemals. Ganz besonders bitter ist der Verrat der Grünen an ihren ursprünglichen friedenspolitischen Idealen.

    Heute ist Deutschland an mehreren Kriegen beteiligt, die alle gegen die Interessen des deutschen Volkes sind, von Ramstein aus wird das Drohnenmorden koordiniert, von Stuttgart aus AFRICOM und EUCOM, Deutschland verkauft massenhaft Waffen überall hin, auch in Krisengebiete, das Budget für den Militärhaushalt wird gehorsam erhöht und es drohen Gefahren für die ganze Welt, von denen wir nach der Wende glaubten, sie überwunden zu haben. Es ist zum Verzweifeln. Ich schäme mich so für diese Regierungen.

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