E-mobilität mit der Brechstange

Seit Jahren steigen die Produktionskapazitäten für Elektromobilität an. In China flossen seit 2015 insgesamt 6,1 Milliarden Euro in den „Alternativen Antrieb“, in Deutschland 4,4 Milliarden und in Frankreich etwa 1,6 Milliarden. Trotz der fehlenden Infrastruktur setzen viele Hersteller massiv auf die Elektromobilität. Im Jahr 2018 haben die 16 größten Hersteller 22,4 Milliarden € investiert oder angekündigt in naher Zukunft einzusetzen, um die E-Mobilität voranzubringen. Nun kündigen die Hersteller schon Sparprogramme und Entlassungen in anderen Sparten an. Ob allerdings die Entlassungen auf die forcierte Wirtschaftsumstellung oder auf andere Faktoren zurückzuführen ist, die bislang eventuell stillschweigend zurückgehalten werden, bleibt ungewiss. Viele Unternehmen verlagern ihre Produktionen mit staatlicher „Unterstützung“ ohnehin teilweise gerne auch in Billiglohnländer mit niedrigeren Standards. Viele Unternehmen orientieren sich hingegen schon in Richtung Asien/China und verlagern seit Jahren ihre Werke und Gewinnaussichten. Der Gewinn der gesamten Branche der 16 größten Automobilhersteller sei 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 28 % gefallen. Um einen wirtschaftlichen Aufschwung beizubehalten, will die Politik mit der Brechstange die E-Mobilität einführen. Es interessieren weder die schlechten Bedingungen und Auswirkungen auf die Umwelt in anderen Ländern, sowie die bisweilen noch mangelnde Stromversorgung mit umweltfreundlichen Technologien. Wohlstand hat eben seinen Preis. Wenn letztlich neue Kohle- oder Atomkraftwerke gebaut werden müssen, was andere Länder bereits vormachen, dann wird das auch nicht von einem Wirtschaftsmodell abhalten, dass seine Opfer fordert, aber Lobbyisten und politische Befürworter unverhältnismäßig hoch profitieren lässt. Dann erst recht nicht. In China sollen zudem in etwa 40 E-Autos gebrannt haben und 130000 Stromer wurden zurückgerufen.

Letztlich werden damit die Umweltprobleme und die benötigten Ressourcen anders verteilt. So würden die E-Autos zukünftig riesige Batterien und ein gigantisches Stromnetz benötigen, daß die Kapazitäten bereithält, um den millionenfachen Drang, sowie Zwang nach Mobilität standzuhalten. Die benötigten Rohstoffe, für die zukünftig ein Mangel prognostiziert wird, d.h. ein Rohstoff(preis)boom, werden oftmals in Länder mit widrigen Bedingungen und Standards abgebaut. Man muss sich intelligente Ladekonzepte überlegen, die eine Überlastung des kompletten Stromnetz verhindern würden. Bei der Entwicklung und Umsetzung ist man erst am Anfang. Der grundlegend negative Aspekt ist die parallel willkürlich Vernichtung von Fahrzeugen mittels Fahrverboten, die nicht weniger Energie in ihrer Herstellung benötigt haben. Die mögliche Gebrauchszeit wird aber nicht annähernd ausgereizt. Unser Wirtschaftssystem erfordert die Zerstörung und Vernichtung guter Produkte ausschließlich um Neues, nicht immer Höherwertiges, zu produzieren, vor allem Vorhandenes sinnvoll einzusetzen.

Die Proteste gegen die Windkraft nehmen stetig zu, währenddessen aber Atom- oder Kohlestrom längst verteufelt wird. Bleibt als Alternative im Grunde nur so viel wie möglich den Schalter aus zu lassen und in jeglicher Hinsicht Strom zu sparen. Was aber in einer Gesellschaft, die bei fast allem im Überfluss lebt und in Sachen Bildung andere Werte vorgesetzt bekommt, wohl schwer sein wird.

Marcel L.

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