Erfolgreiche Tierverwertung

Immer wieder hört man die Theorie in der Massentierhaltung, ein Unternehmer bzw. ein Landwirt würde nur Geld verdienen, wenn es auch den Tieren gut gehe. In vielen sehr erfolgreichen Großbetrieben ist Tierquälerei, direkt oder indirekt, auch weil man die Tiere wegen der immensen Größe zwangsweise vernachlässigt, unterdessen an der Tagesordnung. Unternehmerischer Erfolg ist tatsächlich in der Regel ein Ergebnis von Innovation und Qualität seiner Produkte/Arbeit. Zumindest für die angestrebte Langlebigkeit seines Unternehmens. Nur so kann er lange auf einem Markt von Konsumenten bestehen. Der Herstellungsprozess ist dabei größtenteils sein Geheimnis, sowie die Kosten dessen. Das wird auch vom Konsumenten nicht berücksichtigt. Das stimmt eben nicht in seiner Gänze mit der Massentierhaltung überein, wofür es unzählige Beweise gibt, die hervorbringen, dass der größte Teil in der Massenproduktion, hier eben Fleisch- oder Milchindustrie, mehr auf Quantität setzt, als auf ordentliche Bedingungen und Qualität. Und dennoch ist der Erfolg bis jetzt zumeist garantiert. Bei immer höher anberaumten Produktionsmengen ohne auch an den Produktionskapazitäten zu schrauben, wird letztlich immer die Qualität und das Material leiden, mit dem produziert wird. Das mag tatsächlich nicht auf alle, hier besonders auf kleinere Betriebe zutreffen, doch augenscheinlich auf sehr viele der mittleren und Großbetriebe, da ab einer bestimmten Größe (Anzahl von Tieren, Produktionskapazitäten) eine gewisse Sorgfalt gar nicht mehr gewährleistet werden kann, es sei denn der Leistungsdruck würde sinken, mehr Betreuer/Arbeiter würden eingestellt und die Flächen und Möglichkeiten auf die gleiche oder sogar geringer Anzahl von Tieren würden steigen. Das alles würde aber mit Mehrkosten einhergehen, was schon wieder dem Profitstreben gegenläufig ist und unrentabel erscheint. Ein Bauer könnte in der Regel nur so viele Tiere halten, wie er sich auch täglich um die Gesundheit jedes Einzelnen kümmern kann.

Dabei müsste man durchaus erstmal das „gut gehen“ definieren. Setzt man einen für sich selbst angemessenen Maßstab an, erfüllt die Massentierhaltung absolut keine Ansprüche dahingehend. Und nur weil Tiere nicht die gleichen Maßstäbe wie der Mensch in dessen Bewegungsradius, Notwendigkeiten und Gewohnheiten brauchen, kann man auch in vielen „besseren“ Situationen in der Massentierhaltung noch nicht von einem tatsächlichen „gut gehen“ sprechen. Man kann es nicht mal auf Strafen für schlechte Bedingungen in diesen Viehzuchtbetrieben anwenden, die den jeweiligen Bauer oder Züchter dazu bewegen sollten, Tieren zumindest einigermaßen mit Sorgfalt zu begegnen und angemessene Räume zur Verfügung zu stellen, denn diese gibt es schlicht in der nötigen Form und in dem Umfang nicht. Die Lobby verhindert es und solange Politiker aus eigenen Interessen als Inhaber und Eigentümer landwirtschaftlicher Betriebe oder Vorstände diverser Verbände operieren, wird sich dahingehend auch nichts ändern. Politische Vorteilsnahme ist einer unser größten Problem, dem wir heute ausgesetzt sind. Im Gegenteil, immer wieder wird berichtet über Anfeindung und Drohungen gegen Veterinäre, die versuchen Betriebe zu kontrollieren und gegen desaströse Zustände in der Massentierhaltung vorzugehen. Wenn zu tief gebohrt wird, wird man abgesägt und versetzt. Deshalb decken die Allermeisten scheinbar das System, weil sie sich als Whistleblower oder Querulant sich ihrer Pensionen und Statuten im Staatsdienst gefährdet sehen, die ihnen sichtbar Vorteile bringen. Dieser Zustand durchzieht die gesamten Amts- und Gerichtsstrukturen in jener Bananenrepublik wie die unsere. Da ist sich scheinbar die Politik und die Agrarlobby einig, Profite über ein Tierwohl zu stellen. Gleiches betrifft Tierschutzorganisationen oder Menschen, die versuchen diese unsäglichen Zustände aufzuzeigen, denen man die Gemeinnützigkeit in Frage stellt. Die mitunter am wenigsten gemeinnützige Organisation ist dabei aber die Regierung mit ihren zahlreichen Lobbyverbänden selbst. Vielleicht sollte dahingehend mal über ein Verbot nachgedacht werden.

Das Tierschutzgesetz, wie es so schön tituliert wird, ist in allem nach seinen 1. Paragraphen ein Tierverwertungsgesetz, das letztlich auch so gehandhabt wird, wenn es nicht gänzlich ignoriert wird. In 21 bzw. 22 Paragraphen wird geregelt, dass der Mensch das Recht hat, Tiere ausschließlich nach seinen Bedürfnissen zu nutzen und anzusehen.

Marcel L.

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