Finanzpolitisch Bankrott

Die derzeitige Notenbankpolitik der negativen Zinsen verstärkt nochmals die Kluft zwischen Arm und Reich. Die Vermögen der Reichen sind durch steigende Aktienmärkte um ein vielfaches gewachsen, währenddessen die der Mittelschicht substanziell stagnierten. Zusätzlich verschärft sich die Pensionskrise durch negative Renditen in der privaten Altersvorsorge. Ferner investierten viele der börsennotierten Unternehmen vorhandenes Kapital tendenziell in Aktienrückkaufprogramme als es in einem unsicheren Umfeld seit der Finanzkrise zu reinvestieren. Auch das Mär vom Jobwunder ist niemals eingetreten. Zusätzlich erhöht die Geldpolitik der Regierungen die Unsicherheiten für ausschließlich alle Teile der Bevölkerung, ob es nun Konsumenten oder Unternehmer sind. Hinzu kommt das völlig unsichere global-geopolitische Umfeld. Währenddessen aber die Wohlhabenden wissen, ihr Geld in alternative Kapital- und Vermögensanlagen zu transferieren, ob in die internationalen Aktien- oder Edelmetallmärkte, ist die Mittelschicht in ihren Kenntnissen und Möglichkeiten weitestgehend eingeschränkt und darf zuschauen, wie das Ersparte allmählich schrumpft. Hinzu kommt eine teilweise gleichgültige und naive Auffassung des politischen und finanzwirtschaftlichen Handelns, so dass man gar nicht gewillt ist, negative Zinsen zu umgehen. Aus Gründen einerseits von Bequemlichkeiten, anderseits aber auch eingeschränkter individueller Liquidität. Derzeit sparen die Regierungen kräftig in ihrem Schuldendienst gegenüber den Geldgebern aufgrund der niedrigen Zinsen. Eine Zinsanhebung könnte schwerwiegende Folgen an den Finanzmärkten nach sich ziehen. Sollte sich die Zentralbank entscheiden die Zinsen wieder signifikant anzuheben, werden daraus auch weitere Steuererhöhungen folgen. Die hochverschuldeten Euro-Staaten werden ihre Schulden, daraus die Zinslast nicht ohne weiteres zahlen können.

Marcel L.

 

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