Horizontale Systemkritik

 

Symptome einer Krankheit (Kommentar/Meinung)

Die Industrielle Revolution im 18. Jhd. stürzte, durch einen Wegfall von Handwerk und dessen Ersetzen durch Maschinen und Fabriken, vor allem aber durch ein parallel stattfindendes Bevölkerungswachstum viele Menschen erstmal in Armut. Die Menschen mussten, um nicht zu verhungern, wenn sie denn einen Job bekamen, in den Fabriken arbeiten, sich ausbeuten lassen. Der Anfang der heutigen extremen Unterschiede der Besitz- und Eigentumsverhältnisse waren geschaffen, der Kapitalismus war geboren. Um dem entgegenzuwirken, lehnten sich die Fabrikarbeiter und die „kleinen Leute“ auf, forderten eine Vergesellschaftung der Fabriken. Unter ihnen Karl Marx und Friedrich Engels. Auch das wäre im Grunde ungerecht gewesen, war doch die Industrialisierung auch darauf abgesehen, dass sich mehr Menschen auch mehr leisten konnten. Es wurde ein Markt geschaffen, zu denen mehrere Menschen Zutritt haben sollten. Dem stehen im Grunde keine Einwände gegenüber, lässt man die Tatsache weg, dass darüber hinaus viele Menschen ihre ursprüngliche Lebensgrundlage verloren. Aber, sagen nun wieder die Befürworter, „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Neue.“ Das ist der Lauf der Dinge. Außerdem gab es im Verlauf der Industriellen Revolution einen Anstieg des allgemeinen Wohlstands.

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Dem Kommunismus geht in der Regel der Sozialismus und der angesprochene Kapitalismus voraus. Dem Kommunismus in den industriellen Ländern wurde mit einem Sozialstaat entgegengewirkt, der soziale Ungerechtigkeiten verhindern sollte. Russland war das erste Land, dass zum Sozialismus überging. (Staatssozialismus=Verstaatlichung von Produktionsmitteln) Der Sozialismus sollte zu mehr Gleichberechtigung, Gleichheit und zur Unterdrückung von Armut führen. Im kommunistischen Gedanken liegt die Abschaffung von Bargeld. Nein, nicht wie sie uns heute bevorsteht, sondern anstatt des Bargeldes Güter gegen Güter getauscht werden. Dennoch, die einzige Gesellschaftsform, in der Kommunismus jemals funktionieren könnte und in denen dieser tatsächlich vorherrscht sind wahrscheinlich Stämme im Urwald, ohne den unendlichen Drang nach Konsum und Expansion. Jeder arbeitet für jeden und Essen wird gemeinsam und gleich verteilt. Also stellen auch Staatsformen in China, Russland oder Nordkorea keinen richtigen Gegenpol zu unserem kapitalistisch geprägten System dar, entgegen der weitläufige Meinung. Weil es also gar keinen richtigen Kommunismus in industrialisierten Ländern geben kann. Auch in Russland und China gibt es gravierende Unterschiede in der Gesellschaftsstruktur, gleich der im sog. Westen. Darüber hinaus, würde uns die vollkommene Gleichheit in unserer wohl Entwicklung weit zurückwerfen. Oder wir wären halt nicht so weit gekommen. Technik, Entwicklung, Forschung. Menschen, die eine Enteignung erfahren würden, alles das, was sie mehr hätten als andere abgeben zu müssen, würde nicht mehr den Ansporn haben etwas zu erreichen, Fortschritte zu entwickeln und Lösungen für Probleme zu finden. Das wiederum würde ich nicht permanent und ausschließlich negativ bewerten, dennoch würde eine vollständige Gleichheit und Vergemeinschaftung, sprich Kommunismus, eher im Ganzen der Gesellschaft wohl nachteilig sein als Vorteile bringen. Das ist aber auch gar nicht der Punkt und das Problem. Und gefordert wird dies auch nur von den wenigsten. Realistische Beobachter relativieren diese Probleme. architecture-1031240_960_720Der Punkt ist die katastrophale Höhe der Ungleichheit, vorzugsweise durch die kapitalistisch geprägten westlichen Länder. Dass 10% der Bevölkerung den gleichen Reichtum besitzen wie der restliche Teil. Es Milliardäre gibt, während andere nicht mal das nötigste zum Leben besitzen. Ein Politiker, ein Vorstand, ein Unternehmer oder ein Angestellter darf mehr verdienen als der andere, ohne Einwände, dennoch sollte nicht die Unverhältnismäßigkeit erreicht werden, wie es heute oftmals der Fall zu sein scheint. Selbstverständlich alles leistungs- und erfolgsbewertet. Speziell in Sachen Politik. Beim Verdienst die Verantwortung zu entlohnen, und daraufhin die Höhe des Verdienstes zu rechtfertigen, ist eher relativ zu beurteilen. Man muss dabei schon sehr unterscheiden. Die Verantwortung, und damit das Risiko, tragen die Geschäftsführer/Vorstände der Großkonzerne zum Großteil nicht selber, eher die Aktionäre oder auch die Steuerzahler. Subventionen, Fördermittel oder gar Rettungspakete für Großunternehmen oder gar Staaten sind heute alltäglich. Verluste durch Fehlverhalten und -entscheidungen werden nicht mehr nur durch die Schuldigen selber getragen, sondern durch die Personen darunter, letzter ist wohl der Steuerzahler. Auch eine Verstaatlichung von Unternehmen/Konzernen kann in diesem Zusammenhang nicht als ein Zugewinn für die Bevölkerung/dem Staat gesehen werden. Diese Konzerne tragen lange Zeit keine Gewinne mehr, wenn doch werden sie wieder zum besten Preis veräußert/privatisiert. Sicherlich muss alles dafür getan werden, damit Arbeitsplätze erhalten werden, doch dabei sollten auch die gesellschaftliche, unternehmerische Verantwortung nicht außer Acht gelassen werden, speziell wenn das Unternehmen/Konzern längere Zeit subventioniert worden ist und staatliche Hilfen in Anspruch genommen hat. Es sind Fälle bekannt, in denen Unternehmer/Konzerne an einem Standort hunderte Arbeiter entlassen hat, um an einem anderen Standort subventioniert die Hälfte an Arbeiter wieder einzustellen. Ähnlich verhält sich es mit der Auslagerung von Firmenteilen ins Ausland, wo zu Niedriglöhnen produziert werden kann. Das Einmaleins reicht dabei aus, um zu errechnen, wer dabei den größten Gewinn gemacht hat. Ähnlich dem Privatisierungen. Bester Preis bedeutet im Hinblick eher zu einem niedrigen Preis für den Investor. Siehe Griechenland etc. Ja, zu einem niedrigeren Preis verkaufen sie sich besser und man regeneriert neues Kapital, doch muss man sich schon über gängige Praxis von Lobbyismus wundern, wenn Unternehmen zum Spottpreis verschleudert werden und der Käufer noch enorme Regierungsnähe vorzuweisen hat. Im Hinblick auf die ehemalige DDR wurden Privatisierungen nach der Fall der Mauer durch die Amerikaner schleunigst forciert. In vielen Unternehmen fanden tausende von Arbeitern ihren Lohn und Einkünfte. Nach dessen Privatisierung wurden diese teilweise in den Westen, teilweise aber auch in Ausland ausgelagert. Die Produktionen konnten in weiten Teilen mit der heutigen mithalten, deswegen war man so erpicht darauf diese Unternehmen dem „Kapital“ zuzuführen. Schon damals wurde aus der DDR in den „Westen“, wie auch nach China geliefert. Heute wird massenweise Elektrotechnik oder dergleichen nach Europa von China importiert. Nun könnte man beim aufmerksamen Lesen meinen diese Analysen widersprechen in sich, nein, das Motto lautet, „Gewinne privatisieren und Schulden verstaatlichen“. Danach muss unterschieden werden. Ein Unternehmer hat selbstverständlich Gewinnaussichten, das ist völlig legitim. Doch wie immer kommt es hier auf die Dosis an und auf die Art und Weise, wie der Gewinn oder auch der Verlust erwirtschaftet wird.

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In diese Betrachtung der Verantwortung und des unternehmerischen Risikos muss man noch die gängigste Geschäftsform neben der AG ziehen, die GmbH u. co. KG. Die GmbH ist eine Form einer Kapitalgesellschaft. Das Stammkapital liegt in Deutschland in der Regel bei 25000€ (Mindeststammkapital). Haftung besteht nur mit dem Geschäfts- bzw. Gesellschaftsvermögen. Das Privatvermögen bleibt dabei unberührt. Liquidation bei Auflösung des Geschäfts, beispielsweise bei Insolvenz erfolgt durch die Veräußerung der Insolvenzmasse des Unternehmens. Da in der Regel das Unternehmen aus Gewinnen und Umsätzen expandiert wird, bleibt auch da das Vermögen des Unternehmers weitestgehend unberührt. Es sei denn Großinvestitionen müssen durch weiteres Privatkapital unterstützt werden. Somit ist das unternehmerische Risiko höher, aber dagegen auch die Aussicht auf mehr Umsatz und daraus folgend Gewinn des Unternehmers. Das unternehmerische Risiko ist also in den meisten Fällen doch eher begrenzt und dass im Gegenzug der Arbeiter kein Risiko in seiner Anstellung trägt, ist wohl auch ein falscher Trugschluss. Nämlich, dem Risiken der einen, stehen auch immer Risiken der anderen gegenüber. Bestes Beispiel der Risiken eines Arbeitnehmers ist das der Folge eines gesundheitlichen Nachteils durch die Tätigkeit. In einigen Fällen führen derartige Folgen zu Armut und Verlust von Eigentum oder Besitz (Haus, Auto etc.) Selbstverständlich wird dagegen häufig Unfallschutz, Arbeitsunfähigkeitsschutz angeboten, doch auch das ist oftmals nicht die Rettung vor einem sozialen Absturz. Andere Risiken sind unbeabsichtigte Arbeitslosigkeit durch Insolvenz. Sollte man in diesem Fall seinen Arbeitsplatz verlieren, findet man auch nicht gleich auf der anderen Straßenseite einen neuen Job. Oder, viele Ehen, Beziehung sind schon aufgrund von übermäßigen Arbeitszeiten oder Arbeitsbedingungen zerbrochen, das nur nebenbei. Die unternehmerischen Risiken sollten also nicht unendlich weit über die der Arbeiter gestellt werden, mit denen eine extreme Ungleichheit der Einkünfte gerechtfertigt wird.

Aber nichts desto trotz, eines unserer größten Probleme ist unser gefräßiger Staatsapparat. Schon mehrfach habe ich betont, wenn wir keinen Cent sparen, unsere Arbeitsentlohnung vollständig ausgeben, haben wir davon annähernd 60% dessen an unseren Staat, über Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Versicherungsbeiträge etc. abgetreten. Dieser Staatsapparat frisst erst einmal einen Teil dieser Gelder, ohne dafür jeglichen offensichtlichen Nutzen gebracht zu haben. Unmengen an Politikern und Parlamenten, Beamte, Ministerien und Bürokratie verschwenden Unmengen an öffentlichen, eben gesellschaftlichen, Geldern. Sinnvolle Konzepte und Ahnung oftmals Fehlanzeige. Doch wie man es drehen und wenden will, ein großes Problem sind und bleiben auch innerhalb dieses Staatsapparat extrem wohlhabende Teile unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Derzeit werden erst wieder Bereiche und Problemlösungen in einigen Ministerien in private Konzerne sozusagen teilweise ausgelagert. Unternehmen werden bei der Abwicklung von Asylanträgen oder auch im Bereich Arbeit und Soziales herangezogen. Vetternwirtschaft und dergleichen. Es mag ja sein, dass darüber hinaus auch die kleinen Leute, die Mitarbeiter dieser Unternehmen davon profitieren, Arbeitsplätze werden gesichert. Gut, aber wozu brauchen wir dann noch unsere Ministerien, unsere Experten in Fragen Arbeit oder Migration. Solch ein (korruptes) Konzept, wie es beispielsweise vom Chef der Arbeitsagentur gefördert wird, in dem man externe Firmen zur Koordination und Problemlösung hinzuzieht. Machen diese Ministerien und Politiker sich selbst nicht eigentlich überflüssig? Mit derartigen Konzepten wuchert dieser Apparat im ein vielfaches, kostet und verschwendet noch mehr Gelder. bundestag-732071_960_720 Ständig werden neue Lobbyisten dem Beratungen hinzugezogen, die vordergründig, unbestritten ihren eigenen Interessen folgen. Das mag in der Wirtschaft in Ordnung sein, der Konsument entscheidet, welche Waren er kauft und welchen Unternehmer er bereichern möchte. Doch, es kann nicht in der Politik an der Tagesordnung sein, dass derjenige die öffentlichen Aufträge erhält, der erstens die besten Beziehungen zur Politik unterhält, und zweitens das meiste Geld auf den Tisch legt, um die Aufträge zu erhalten und bevorzugt behandelt zu werden. Ich denke das sollte auch in der freien Marktwirtschaft kein übliches Geschäftsgebaren darstellen. Und das durch derartige Bereicherung die „Reichen“ in Verruf geraten ist jawohl all zu verständlich. Nichts gegen Menschen, die hier Geld in harter Arbeit und an 20 Stunden Arbeitstagen, davon mindestens 6 die Woche erwirtschaftet haben, aber die Toleranz sollte an dieser Stelle aufhören, wenn dieser Reichtum auf Ausbeutung und Korruption basiert. Staatliche Armeen werden benutzt um die Interessen einiger Großkonzerne zu schützen, besonders klar wird dies in den unzähligen Kriegen um Öl und Erdgas, Ressourcen im Allgemeinen. Im Hinblick auf den französischen Konzern Areva, der sich größtenteils im staatlichen Besitz befindet, kann man das zwar nicht ganz unterschreiben, dennoch werden in Kriegen in Mali und im Niger auch private Interessen verfolgt. Denn, ganz nebenbei verdienen an diesem Kriegen, die durch den Steuerzahler finanziert werden, Rüstungskonzerne größtmöglich. Wie diese dennoch eine negatives Ergebnis in ihrer Bilanz ausweisen können, bleibt mir ein Rätsel. Aber Steuervermeidung ist auch nicht gerade seit gestern modern und beliebt bei Großkonzernen, die der Gesellschaft immerhin die Arbeitsplätze bringen. Nämlich das wird immer vergessen bei der sog. „Unternehmerischen Verantwortung“ der Wirtschaftsriesen. Steuervermeidung, auch das ist eine Umverteilung. Denn trotz der Ungerechtigkeit an Großunternehmen und Konzernen Steuern auf Gewinne durch den Staat überhaupt zu erheben um den Staatsapparat und deren Beteiligte zu bereichern, haben Großkonzernen aber zumindest Möglichkeiten Steuern zu vermeiden, die Menschen und Mittelständische Unternehmen aber doch eher wenig Möglichkeiten haben diesen Raub zu entkommen. Zumindest bleiben dabei die Vermögen der einen gleich, bzw. steigen gleich dem Gewinn, die der anderen aber steigen nicht im gleichen Verhältnis durch den anteiligen Raub des Staates. „Dem System werden Gelder entzogen“. Die Schere zwischen Arm und Reich driftet auseinander. Ja es ist auch eine völlig legitime Frage, woher nimmt sich der Staat das Recht heraus überhaupt Steuern zu erheben? Wieso geben wir den Eltiten und Politiker die Macht sich auf Kosten der unteren Schichten zu bereichern ohne einen Gegenwert oder Leistung erbracht zu haben.
Wer ist nun das Problem unseres Systems? Die „jammernde Bevölkerung“, die Konzerne oder der Staatsapparat mit seinem „Wohlstandspolitikern“? Das Ergebnis liegt wohl irgendwo in der Mitte. Oder halt, je nachdem welcher „Kaste“ man selbst angehört, der Andere. Ich zu meiner Person neige dennoch eher dem Staat, den Eliten und einigen, nicht allen, multinationalen Konzernen (Industrien, Banken etc.), darin hochrangigen Managern und Bossen, die Schuld zu geben. Denn Ausbeutung, Niedriglöhne, Landraub und Ressourcenraub, Tiersterben und Pflanzensterben geht doch zum Großteil auf die Schuld der Großkonzerne zurück und zu Lasten der Allgemeinheit, auch wenn jeder Konsument selbst entscheidet, bei wem er einkauft. Deshalb sollten meiner Meinung nach diese Konzerne gemieden werden, zu Gunsten der kleinen, mittelständischen Unternehmen und privaten Betriebe.

Den Großkonzernen kann keinesfalls die alleinige Schuld gegeben werden, denn diese wissen nur genau dieses System für sich auszunutzen. Gerechtfertigt durch Fleiß, Können, Mut und Tatendrang mal außen vor gelassen. Mitmenschlichkeit, Anstand, Sparsamkeit, Solidarität und Selbstlosigkeit lassen sich heute fast auf allen Ebenen vermissen. Unser größtes Problem ist die Gesetzgebung und die Hüter derer, die diesen ausufernden Kapitalismus keineswegs ausbremst, da sie persönlich im hohen Maße daran mitverdient und profitiert.

Marcel L.

(Abschnitte abgeändert am 1. April 2016)

22 Comments

  1. Der 1. Abschnitt ist inhaltlich falsch. Der Industrialisierung ist ein Bevölkerungswachstum vorangegangen, welches der Grund für die niedrigen Einkommen war. Die Industrialisierung hat den Karren wieder aus dem Dreck gezogen. Das Handwerk ist dann nicht „weggefallen“, sondern wurde durch die effizientere Industrieproduktion ersetzt, womit der allgemeine Wohlstand gehoben und nicht gesenkt wurde. Das sollte logisch sein – je weniger Aufwand um ein Produkt herzustellen, desto mehr Menschen können es sich leisten. Was die Vermögensunterschiede angeht: die waren in der feudalen Zeit davor größer und sind dann gesunken… sie mit Kapitalismus gleichzusetzen ist nicht sinnvoll, denn Kapitalismus ist nur eine „am Privateigentum an den Produktionsmitteln basierende Wirtschaftsform“. Wie groß die Unterschiede dann werden hängt dann von den Umständen ab. Regierungseingriffe jeder Sorte – auch Rettungen – widersprechen diesem Gedanken, weil es sich immer um Missachtung des Privateigentums von irgendjemandem und damit auch um Missachtung der kapitalistischen Grundsätze handelt. Nicht jeder, der sich bereichert, tut das auf kapitalistische Weise.
    Hier ein bisschen zur Geschichte:
    https://www.youtube.com/watch?v=nkXElOLLmVA
    Das hier finde ich übrigens auch daneben: „Steuervermeidung, auch das ist eine Umverteilung. Dem System werden Gelder entzogen.“
    Wem gehört das verdiente Geld, dem der es verdient oder dem der es ihm unter den Androhung ihn sonst einzusperren wegnimmt? Wenn Steuern vermieden werden, dann gibt es keine Umverteilung, der moralisch legitime Eigentümer behält das was er verdient hat. An Mangeln an Steuern kann sich der Staat jedenfalls nicht beschweren, die Einnahmen sind auf einem Allzeithoch, aber „gerechter“ wird die Gesellschaft dadurch natürlich nicht. Und wer wären eigentlich die Empfänger des Geldes? Genau, die korrupten Politiker, über die man sich gerade noch beschwert hat…
    Das hier ist noch besser als das 1. Video:
    https://www.youtube.com/watch?v=ngpsJKQR_ZE

    1. Vielen Dank für die Anmerkungen. Leider wurde der Bevölkerungszuwachs in dem Maße nicht berücksichtigt. Meines Wissens lief dieser weitestgehend neben der industriellen Revolution ab. Klar im laufe des Prozesse stieg der Wohlstand der Bevölkerung, somit steigen auch die Zahlen der Bevölkerung, was auch immer mit besserer Versorgung und besseren gesundheitlichen Zuständen einhergeht. Darüber hinaus, steigt bei höheren Wohlstand das Sterbealter an, das sollte vielleicht auch berücksichtigt werden. Dennoch muß am Anfang eines solchen Prozesses ursprüngliche Teile des Systems erstmal Einbußen verzeichnen, denn nicht sofort ist dieser Prozess in jedem Teil der Bevölkerung zu spüren. Das ist meiner Meinung auch das Problem bei einer Marktöffnung mit afrikanischen oder asiatischen für europäische/amerikanische Massenprodukte/Lebensmittel. Wie gesagt der Prozess hat einen Anfang und einen Verlauf. Das komplette Handwerk wäre weggefallen wurde aber so nicht gesagt, das gibt es natürlich heute immernoch in Teilen. Es wurde dennoch in großen Teilen ersetzt, an dessen Anfang erstmal Einkommenseinbußen stehen, für die die das Handwerk ausführen, da eine anderer Markt dazukommt, so stehts im Text. Doch auch heute ist es der Fall, daß an Standorten, an denen große Produktionen errichtet werden, Marktführer Läden errichten, das Handwerk den kürzeren zieht. Vor allem auf Grund der niedrigeren Preise. Geht jetzt der einst kleine Handwerke in der Industrie arbeiten, verdient auch er weiterhin Geld, doch ob er davon profitiert sei dahingestellt, und die 1000 anderen, die hier ihren Lebensunterhalt verdienen können, die interressiert der kleine Handwerker erstmal auch nicht. Klar ein Vorteil davon ist es, das sich mehr Menschen Dinge leisten können, erstens aufgrund der niedrigeren Preise und zweitens wegen des höheren Angebots. Kleinere Unternehmen werden dennoch von Größeren aus dem Markt gedrängt. Die Industrialisierung ging in weiten Teilen neben dem Bevölkerungswachstum her, der größte Anstieg erfolgte, als die Industrialisierung schon angestoßen war.

      Durch die Steuervermeidung werden große Unternehmen bevorteilt, das sind Möglichkeiten die die kleinen Leute einfach nicht haben, meine Lohnsteuer wird mir sofort abgezogen, ich habe keine Chance dem Staat irgendetwas vorzuenthalten. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob es gerechtfertigt ist Steuern zu erheben oder nicht. Sicher sind sie es in Form dieses Systems nicht. Ungerechtfertigt ist es auf jeden Fall, wenn einige ihr Geld in Steueroasen transferieren können, so Steuern vermeiden, oder durch Unternehmenssitze wo auch immer, aber andere nicht. Die Steuereinnahmen sind auf einen Allzeithoch, nicht weil jeder in gleichen Maße seine Steuern entrichten muss. Im Resultat ist das für mich mindestens eine Reduzierung des Vermögens des einen, währenddessen das andere Vermögen gleich bleibt, denn auch dadurch wächst die sogennante Schere. Rechnet man mit Subventionen, Entlastungen oder anderen staatlichen Unterstützungen, sind wir doch wieder bei einer Umverteilung. Wenn dann gleiches Recht für alle, am besten ohne derartige Politiker.

      1. Nun, wenn einige kleinere Unternehmen aus dem Markt gedrängt werden weil sie nicht so effizient wie die großen sind, dann ist da überhaupt kein Problem, schließlich wollen wir für unsere PCs ja auch nicht 10000 Euro bezahlen, um Menschen in Jobs zu halten, mit denen nicht das volle Produktionspotenzial ausgeschöpft werden kann, oder? An dem Ansieg der Lebenserwartung kann man sehen, dass der Industrialisierungsprozess zu Unrecht verteufelt wurde (um den Kapitalismus zu diskreditieren) und die Gewinne die Verluste weit überstiegen.

        Wenn in Ihrer Nachbarschaft eine Mafiabande tätig wäre und sie zwingen würde Schutzgeld zu bezahlen, aber einen Nachbarn nicht, weil der ein gut bewaffneter Exsoldat ist, würden Sie dann sagen es ist ungerecht, dass Sie ausgeraubt werden, aber der Nachbar nicht, und dass es gut wäre, wenn die Mafia diesen Nachbarn härter rannehmen würde? Würden Sie dann sagen, dass die Mafia von Ihnen zu diesem Nachbarn umverteilt? Natürlich haben Sie Recht, die Mafia behandelt Sie nicht beide gleich, aber selbst wenn sie das täte könnte man das wohl kaum als faire Behandlung bezeichnen und es wäre moralisch auch kein Fortschritt gegenüber dem was ist, oder? Und auch die Schere kann Ihnen eigentlich egal sein, denn Sie werden nicht vom Reichtum des Nachbarn bedroht sondern von der Mafia.

        Das Gleiche muss demnach für den Staat gelten. Die einzige Ausnahme ist natürlich, wenn das Unternehmen mehr als Subvention bekommt als es an Steuern bezahlt – in dem Fall ist es eine Umverteilung von Ihnen zum Unternehmen. Meistens (oder eigentlich immer) werden diese Subventionen jedoch nicht einfach so ausgehängt, um die Profite der Unternehmen zu erhöhen, sondern um sie zu einer Investition zu veranlassen, die sie sonst nicht getätigt hätten. Und warum nicht? Weil die Nachfrage durch die hohe Abgabenlast, die diese Subventionen überhaupt erst finanziert, viel zu schwach ist oder die Produktionsfaktoren viel zu teuer xD….
        In den letzten Jahrzehnten ist die kontraproduktive Staatstätigkeit ständig angestiegen und es wurde immer mehr umverteilt. Kennen Sie einen Mafiaboss, der sein Geschäft eingestellt hat, weil die von ihm ausgeraubten Briefe geschrieben haben indem Sie ihn bitten, geringere Schutzgelder zu verlangen? Kennen Sie einen Politiker, der es geschafft hat, den Prozess des Staatswachstums umzukehren, ohne durch eine ernsthafte Krise dazu genötigt gewesen zu sein?

        1. Das Beispiel mit den 10000 ist ein wenig übertrieben. Ihre Gedanken sind dahingehend, das irgendwann alle kleineren Unternehmen den großen weichen müssen, denn diese können die Preise der Großen nicht erreichen, so dass sich das Angebot nur bei dem Marktführer etabliert. Die Reise geht heute stetig in Richtung mehr mehr mehr. Das kann nicht unsere Intension sein, denn darauf beruht auch so manches Leid auf der Welt, das ist der völlig falsche Einstellung der westlichen Welt auf Kosten aller. Das System entwickelt sich somit weiter nur in Richtung der Marktmacht der Großkonzerne, diese haben dann die uneingschränkte Macht über so einiges auf der Welt. Ich zum Beispiel bin einer der hat die Einstellung weniger ist oft mehr und ich geh auch gern beim Bauer nebenan einkaufen. Da ist zum Beispiel Bio noch Bio. In Zukunft wird durch den Einsatz von Robotern Industrieproduktion und dergleichen wahrscheinlich noch „günstiger“. Obwohl günstiger in der Hinsicht relativ ist. Aber das kann doch nicht wirklich unser Wille sein. Die Menschen schaufeln sich ihre eigene Arbeitslosigkeit. Na ja, dann haben wir eben mehr Zeit für Freizeit. Wahrscheinlich entwickeln sich in Zukunft die Roboter selbst, die ihres gleichen Zusammenschrauben. Na wenn so die Zukunft aussehen soll! Ansonsten finde ich ihre Vergleiche sehr passend. Eigentlich müsste es logischer sein, daß wenn der wohlhabende Nachbar sein Schutzgeld endlich bezahlt ich weniger bezahlen müsste, aber aus Erfahren wissen wir, das ich sowieso das gleiche bezahlen muss und sogar noch mehr, denn somit können fremde Taschen noch voller werden. Deshalb ja, im Grunde ist es egal. Wir sind uns einig die Mafia ist das Problem. Aber die Krise scheint ja nun nicht mehr weit, doch oftmals hat sich keine Besserung ergeben.

          1. Verstehe – Sie haben Angst davor, dass die Unternehmen immer größer werden, weil Sie glauben, dass größere Unternehmen tendenziell effizienter sind als kleinere und sie sie so immer mehr und mehr aus dem Markt drängen. Die unbegrenzte Kapitalakkumulation des alten Marx. Ist aber nicht der Fall. Alle Unternehmenstypen haben ihre optimale Größe und danach sinkt die Effizienz und sie können selbst gegen kleinere Konkurrenz nicht bestehen – Sie müssen ein wenig ökonomische Theorie kennen um zu wissen warum. Ich kann Ihnen am Extrembeispiel zeigen wie es funktioniert: die EINE Firma mit dem Supermonopol, die Sie am Ende der Entwicklung zu sehen glauben, wäre nichts anderes als die praktische Umsetzung einer sozialistischen Planwirtschaft. Schließlich macht es dann keinen Unterschied mehr ob eine staatliche Zentralverwaltung oder ein privater Kapitalist alles besitzt, denn einen Markt gibt es dann nicht mehr. Diese Firma wäre dermaßen ineffizient, dass sie auf keinem Markt eine Chance gegen viel kleinere Unternehmen hätte, und das selbst obwohl sie mit Gewalt aufrechterhalten wird. In der Realität käme in Konzern natürlich nie in die Lage, eine solche Konzentration zu erreichen, weil er dazu zu Gewalt greifen müsste was er nicht könnte ohne die Scheinlegitimität der Regierung zu besitzen. Aber auch bei unseren Großkonzernen ist es meist die staatliche Macht, die kleinere Mitbewerber zerstört, getarnt als Sozialprogramm. In den USA unterstützen beispielsweise große Supermarktketten Lobbyisten für den Mindestlohn, um die Konkurrenz unten zu halten. Die „Regulierung“ leistet da meistens den größten Beitrag zu. Es ist also am besten die Unternehmen in Ruhe so weit wachsen zu lassen wie die Konsumenten ihnen erlauben.
            Noch mal zurück zur Mafia:
            Sie glauben, Sie werden weniger ausgeraubt, wenn der reiche Nachbar mal richtig ausgeplündert wird? Ich sage Ihnen, was dann passieren würde: am Anfang lassen die Sie in Ruhe und konzentrieren sich auf den Nachbarn, wo sie mehr mit weniger Aufwand holen können. Aber irgendwann sagt er zu seinen Cousins: „guckt mal wie sehr es sich lohnt zu klauen“ und die sagen „komm wir helfen dir, dein Geschäft wächst und wir kriegen unserern Teil“. Und schon wächst die Mafia, und am Ende werden Sie genauso ausgeraubt wie vorher. Genauso läuft es mit dem Staat: die geben Ihnen nichts zurück, sondern stellen noch mehr Leute ein, die nichts produzieren, und zerstören dabei noch den Kapitalstock, den die Unternehmen mit ihren Tricks vor deren parasitären Einfluss noch bewahrt haben. Natürlich werden Sie das dann auch spüren: wenn die Leute entlassen oder die Preise für die Waren erhöhen, was sie ja können, da die Konkurrenz genauso getroffen ist und dasselbe machen muss. Und selbstverständlich ist der Raub immer noch unmoralisch.
            Was die Arbeitslosigkeit angeht: die Regierung kann absolut nichts dagegen machen. Um irgendjemandem was zu geben muss sie es vorher jemandem wegnehmen – sie zerstört damit die Arbeitsplätze der Unternehmen, die der, dem das Geld weggenommen wurde, durch seine Nachfrage hätte schaffen können. Erst danach hat sie das Geld um Arbeitsplätze zu schaffen.
            Hier noch was zur Wirtschaft:
            http://bastiat.de/bastiat/schriften/was_man_sieht_und.html

          2. Kleine Korrektur zu „Schließlich macht es dann keinen Unterschied mehr ob eine staatliche Zentralverwaltung oder ein privater Kapitalist alles besitzt, denn einen Markt gibt es dann nicht mehr. Diese Firma wäre dermaßen ineffizient, dass sie auf keinem Markt eine Chance gegen viel kleinere Unternehmen hätte“
            – ich habe erst gesagt, dass es keinen Markt mehr gäbe, und dann, das die Firma auf keinem Markt eine Chance hätte – das ist widersprüchlich, weil ich es falsch ausgedrückt habe. Was ich mir vorgestellt habe ist natürlich eine Firma von der Größe eines Landes, in deren Inneren es keinen Markt mehr gibt, weil alles einer Person gehört und sie die Preise nur noch willkürlich setzen kann – während der Markt, wo diese Megafirma mit den anderen konkuriert natürlich der Weltmarkt ist. Der Zustand, wo eine Firma tatsächlich den gesamten Markt ausschalten kann ist gar nicht erreichbar, weil ihre Probleme immer größer werden je näher sie an diesen Zustand herankommt.

    2. moralisch legitime Eigentümer ist auch sowas, mit dem ich in einigen Fällen meine Probleme habe. Ausbeutung, Niedriglöhne, Landraub und Ressourcenraub, Tiersterben und Pflanzensterben ist für mich keine moralisch legitime Art Geld zu verdienen. Vor allem nicht wenn das durch Krieg ermöglicht wurde.

      1. Gut, Sie bringen da jetzt einen Haufen Sachen, über die man sich unterhalten könnte, was dann wahrscheinlich wiederum daran scheitern würde, dass wir die Definitionen nicht geklärt haben. Oder wir machen es einfacher. Stellen Sie sich vor es gäbe keine Regierung an die Sie die Drecksarbeit delegieren können. Gegen welches Unternehmen glauben Sie hätten Sie persönlich das moralische Recht Gewalt anzuwenden – also die Leute unter Androhung von Gewalt daran zu hindern weiterzuarbeiten oder das was die als ihr Eigentum bezeichnen zu konfiszieren und an andere zu verteilen? Nennen Sie mir ein konkretes Beispiel oder beschreiben Sie mir eine konkrete Situation in der Sie glauben das wäre ok.

        1. Europäische Unternehmen graben mit Hilfe von Regierungen afrikanischen Völkern das Wasser ab, Europäische Unternehmen lassen unter widrigsten Arbeitsbedingungen mit Hilfe von Regierungen in von Armut geplagten Ländern Klamotten fertigen und verkaufen sie spottbillig, Unternehmen produzieren Waffen und Munition, mti denen tausende von Menschen getötet werden, Regierungen bekriegen andere Völker nur um an deren Ölreserven zu kommen, Unternehmen stehen schon Schlange um das Öl verwerten zu können, Unternehmen haben jahrelang an Atommeilern verdient, aber wenns was kostet solls der Staat übernehmen und und und, das hat doch alles nichts mit Moral zu tun und schon gar nicht mit Recht. Sie schreiben an Gesetzen in den Hinterzimmern mit um sich zu bereichern. Darüber hinaus verstehe ich nicht, was sie mit eigentlich sagen wollen. Das kann doch nicht alles gut sein, was zur Zeit auf der Welt abläuft, auch im Hinblick auf den Expansionsdrang der Großunternehmen, nur weil es irgendwelche ökonomischen Theorien oder sonst etwas darüber gibt!? Ich muß gestehen, ich habe nicht studiert und verstehe auch vielleicht viele hochkompexe Dinge nicht, aber ich bewahre mir meine Menschlichkeit und meine Bewegung für eine friedliche Welt. Und ja, ich weiß dass dies nicht möglich ist. Leider. Ich vertrete einfach auch eine Meinung von vielen, normalen Bürgern. Und für mich ist das moralisch absolut korrekt. lg

          1. Das Wasser wird abgegraben, weil die Regierungen das Eigentum darauf beanspruchen, und sich auch das Recht nehmen zu entscheiden wer aus den Quellen schöpfen kann. Gegen wen würden Sie die Gewalt richten, um dieses Problem zu lösen? Wenn Sie anerkennen, das Regierungen das Recht haben zu entscheiden wer das Wasser bekommt, dann macht es keinen Sinn sich hinterher über das Ergebnis zu beschweren. Ich denke, das die Leute die schon da waren durch ihre Nutzung das Wasser zu ihrem Privateigentum gemacht haben und die Abschöpfung ein Eigentumsdelikt darstellt – nur wird dieses Eigentum nicht anerkannt weil das als Gemeineigentum gilt.

            Wen würden Sie angreifen, um die Fertigung von Klamotten in Billigländern zu verbieten? Die Leute werden meistens nicht mit vorgehaltener Waffe in die Fabriken getrieben, sondern gehen da freiwillig hin, weil die Konzerne durchschnittlich mehr bezahlen als im Land üblich ist. Was ist unmoralisch daran, Leuten Geld gegen Arbeit anzubieten?

            Sie sagen, Unternehmen produzieren Munition, mit der Menschen getötet werden. Warum sind die Leute, die die Nahrungsmittel und die Klamotten für die Armeen herstellen dann kein Problem für Sie? Oder die Benzinhersteller? Oder die, die das Metall für die Waffen liefern? Oder den Kredit für den Staat? Wenn Waffenherstellung unmoralisch ist und Sie Waffen brauchen um die Waffenherstellung zu verhindern (sonst interessiert es niemanden was Sie sagen), wie passt das zusammen?

            Sagen wir die Kriege finden wegen den Ölreserven statt – gegen wen müsste die Gewalt angewendet werden um das zu verhindern? Müsste man Unternehmen die Ölförderung verbieten oder Regierungen die Steuern wegnehmen?

            Was die Atommeiler angeht: wissen Sie, wer die Atommeiler in den 70ern gefördert hat und weswegen es sie überhaupt gibt? Weil die Regierungen die Haftung übernommen haben und die Bürger zwingen zu bezahlen. Braucht es folglich mehr Regierungseinmischung in die Energieproduktion oder weniger?

            Was kann gegen die Entscheidungen in den Hinterzimmern getan werden? Ist es besser den Regierungen mehr Macht zuzuschieben, mit dem Risiko (oder eigentlich der Gewissheit), dass die Entscheidungen in den Hinterzimmern noch weitreichender sind, oder ihnen die Macht abzusprechen?

            Worauf ich hinaus will ist zu zeigen, woher die Probleme kommen, und das geht wenn man feststellt wer unmoralisch handelt. Und ich will Ihnen zeigen, dass viele Lösungen, die nach dem Motto „der Staat soll dies und das machen“ funktionieren, eigentlich nur bedeuten, dass Gewalt gegen Leute angewendet wird, die nicht unbedingt immer (eigentlich in den seltensten Fällen) schuldig sind – das trägt zur Expansion der Regierungen bei, deren Macht das eigentliche Problem ist.

          2. So langsam werden ihre Antworten mir zu grotesk, permanent unterstellen sich mir irgendjemand mit Gewalt angreifen zu wollen. Gewalt liegt mir fern und Gewalt mit Gewalt zu entgegnen bringt nur noch mehr Gewalt. Wer sagt daß ich den Regierungen das Recht gebe über das Wasser zu bestimmen, auch das liegt mir fern, weil diese so korrupt sind, dem eigenem Volk das Wasser vorenhalten, um den Großkonzernen der Welt die Verkaufsrechte zuzuschanzen. Sicherlich gehen die Menschen in die Industrie und stellen die Klamotten her, weil es ihnen ohne das Geld noch bischissener geht. Das ist ein typisch westliches Argument,wenn ich die Billigpreise nicht zahle verdienen diese Menschen ja gar nichts. Man sind wir die Heiligen. Da kotz ich, vielleicht sollte man sich dafür einsetzen, daß diese nicht unter Gefahren und Einsatz ihres Lebens ihr Geld verdienen dürfen. Und darüber hinaus mit einem ordentlichen Lohn nach Hause gehen. Denn damit wird kaum ein Wohlstand geschaffen, was vorher vielleicht zum Sterben gereicht hat, reicht danach halt gerade so zum Leben. Ein Vorteil, doch geht es damit Menschen viel besser? Das sind arrogante Argumente. Aber um permanente Arroganz ist der Westen nie verlegen, ob Politik oder Wirtschaft. Auch bei den Nahrungsmitteln für die Armeen wird es langsam lächerlich. Wie kann man auf diese Art und Weise Kriege rechtfertigen, oder die Meinung gegen Kriege dermaßen diskreditieren wollen. Sicherlich dürfte man in heutigen Tagen keine Steuern mehr bezahlen, da diese zum großen Teil Kriege finanzieren, was anderes habe ich auch gar nicht von mir gegeben. Glauben sie mir, mir liegt alles ferner als gerne Steuern zu zahlen, vor allem für dieses korrupte System. All die von ihnen genanten Güter und Dinge kann man durchaus auch friedlich nutzen. Und ich habe auch verstanden, daß ihnen der Staat im Magen liegt, um nicht zu sagen er das Hauptproblem ist in ihren Augen. Doch finde ich es ein wenig Realitätsfern die Großunternehmen in den Himmel zu loben und von jeder Schuld freizusprechen. Es sei denn sie gehören zu diesen, dann kann ich es natürlich verstehen, überzeugen würde es micht trotzdem nicht. Für ein falsches und korruptes Geschäft gibt es immer zwei Interessen und zwei die ihren Nutzen daraus ziehen wollen. Ist aber deswegen einer der Heilige. Gut steht nicht immer Böse gegenüber. Überhaupt niemand darf überhaupt soviel Macht zugesprichen bekommen, um über Menschen entscheiden zu „dürfen“. Egal ob Politik oder Unternehmen. Die Poltiker handeln heute in weiten Teilen zugunsten der Unternehmen, diese Steuern die Politik in weiten Teilen, und da sagen sie mir, das eigentliche Problem sei die Politik. Die Politik ist ein sehr großes Problem, doch bei weiten nicht das einzigste. Klar Poltiker sind unnütz und teuer. Sie bereichern sich auf Kosten der Gesellschaft ohne ihr auch nur einen Nutzen zu bringen, doch Kriegstreiber und Spekulanten wie Rothschild, Goldman, oder auch Soros und Co. sind auch nicht so reich geworden, weil die Regierungen so „gnädig“ waren und ihnen gutmütig was abgegeben haben, und da brauchen wir nicht so weit hoch zuschauen. Also, unterstellen sie mir nicht ich würde gegen irgendjemand Gewalt fordern, wenn sie zwischen den Zeilen lesen, sollten sie wenigstens richtig lesen. lg

          3. „[…] permanent unterstellen sich mir irgendjemand mit Gewalt angreifen zu wollen“
            – Also das Missverständnis ist ganz klar Ihre Schuld. Ich habe Sie explizit nach Situationen gefragt in denen Sie es ok finden Gewalt anzuwenden, und Sie haben mir eine Liste gegeben. Sie können sich also nicht beschweren, wenn ich dann auch annehme, dass Sie in diesen Situationen Gewalt gutheißen. Oder haben Sie die Frage nicht verstanden?

            Was bedeutet
            „vielleicht sollte man sich dafür einsetzen, daß diese nicht unter Gefahren und Einsatz ihres Lebens ihr Geld verdienen dürfen“
            konkret? Was Sie hiergegen tun können ist entweder selbst eine Firma zu gründen und denen höhere Löhne zu zahlen oder von Firmen Klamotten zu kaufen, die irgendwie nachweisen, dass sie ihren Arbeitern einen höheren Lohn bezahlen. Meistens ist das dann aber nicht gemeint, sondern es wird ein Gesetz verlangt, mit dem die Unternehmer dazu gezwungen werden sollen höhere Löhne zu bezahlen. Das wäre nichts anderes als Gewalt. Also, möchten Sie die dazu zwingen mehr zu bezahlen oder lamentieren Sie nur darüber, dass die Arbeiter Ihrer Meinung nach zu wenig bekommen? Sie müssen da schon deutlicher sagen was Sie damit meinen, damit ich Ihnen nicht aus Versehen etwas Falsches unterstelle, was keineswegs meine Absicht ist.

            „Glauben sie mir, mir liegt alles ferner als gerne Steuern zu zahlen, vor allem für dieses korrupte System“
            – Weiter oben wollten Sie aber zum Beispiel, dass die Reichen mehr Steuern zahlen – dazu müssten sie aber gezwungen werden. Gezwungen. Also Gewalt. Und nein, dass Sie selbst dazu gezwungen werden ist keine Entschuldigung, da die nichts damit zu tun haben.

            Ich habe die Kriege auch nicht gerechtfertigt, wie sollte ich auch, sondern nur behauptet es wäre nicht unmoralisch Geschäfte mit Nationen zu machen, die sich im Krieg befinden. Man hat keine Verantwortung für das was sie mit den gelieferten Waren machen.

            Wie genau sieht Ihr Plan gegen Soros, Rothschild und co aus? Mir ist klar, dass die Regierungen Sonderinteressen vertreten, aber ich sehe nicht, dass diese Leute ganz alleine daran Schuld ist. Der überflüssige Bürokrat, der Sozialleistungsempfänger oder der Flüchtling nutzt die Umverteilungsmaschinerie der Regierung auch ganz selbstverständlich für seine Interessen, nur in geringerem Umfang (pro Person), also warum sollte ich mich auf diese paar Reichen konzentrieren, wenn doch die Tatsache dass es diese Umverteilungsmaschinerie gibt das Problem ist?

          4. „…es wäre nicht unmoralisch Geschäfte mit Nationen zu machen, die sich im Krieg befinden. Man hat keine Verantwortung für das was sie mit den gelieferten Waren machen.“ Hier gehts um Waffen, da braucht man nicht mit „Waren“ zu relativieren. Sehr gut, perfektes Denken, hoffentlich kommen diese Waffen nicht mal in ihre Gegenwart zurück. Ich sehe wir werden auf keinen Nenner kommen, denn sie vertreten wehemend ihren Standpunkt und ich meinen und von dem bin ich überzeugt und sie sind es auch. Ich überdenke gerne meine Meinungen und oft, doch was sie mir in Abschnitten erzählen widerspricht meinen Standpunkten wehemend. Und wenn es um die Billiglöhne so mancher Arbeiter geht, ja dann ist halt Gewalt erforderlich, nicht im körperlichen Sinne, um höhere Löhne zu zahlen. Warum sollen nicht mal die Armen von dieser Gewalt profitieren, die nunmal zu dieser Zeit noch vollumfänglich präsent ist. Oder meinen sie die arbeiten nicht hart genug oder hätten es nicht verdient. Kämpfen sie gegen die Politik , ich finds gut. Wie gesagt, bei den anderen Problemen kommen wir eh nur begrenzt zusammen. Übrigens der Flüchtling, der ihre Umverteilungsmaschinerie ausnutzt ist geflohen, wegen der Waffen, mit denen sie anscheindend wenig Probleme haben. Warum sollte ich eigentlich Mitleid mit den „Reichen“ dieser Welt haben oder es schlecht finden, wären sie die Menschen hinter den Poltikern, die aber Steuern bezahlen müssen. Geht es denen etwa schlecht, haben sie Wohlstandseinbußen aufgrund der Abgaben? Das ist dann wohl eher ein Luxusproblem. Und ja, ich habs so langsam verstanden, das Steuern insgesamt nicht gerechtfertigt sind ihrer Meinung nach und das die Unternehmer die gleichen gelackmeierten sind in diesem System, Unternehmer sind eben auch nicht gleich Unternehmer. lg Marcel

          5. Ich habe Ihnen schon erklärt, dass es völlig wurscht ist ob man Waffen verkauft oder andere Sachen. Die sind selbst dafür verantwortlich wenn sie damit Leute angreifen – mit Waffen kann man sich nämlich auch verteidigen. Ich kenne das aus dem Unabhängigkeitskrieg in meinem eigenen Heimatland – die haben erst ein Embargo draufgesetzt und die Waffen auf dem Schwarzmarkt dann verkauft (als ob man so was verhindern kann!) und den 5-fachen Preis herausschlagen können. Dafür „danke“ ich besonders den Gutmenschen im Westen, die keine Ahnung vom Leben haben, aber trotzdem wissen wie sie anderen Leuten das Leben schwer machen können. Aber ok, ich kann Sie natürlich nicht zwingen die Argumente zu akzeptieren.

            Leichter ist es jedoch hiermit:
            „Und wenn es um die Billiglöhne so mancher Arbeiter geht, ja dann ist halt Gewalt erforderlich, nicht im körperlichen Sinne, um höhere Löhne zu zahlen.“
            – Was soll das denn bitte heißen, Gewalt ist erforderlich, aber nicht im körperlichen Sinne? Kennen Sie die Definition von Gewalt nicht? Um mit Gewalt höhere Löhne zu erzwingen, müssen Sie einer Person damit drohen sie zu verletzen, einzusperren, zu töten oder ihr Eigentum gegen ihren Willen nehmen und sie bei Widerstand zu verletzen, einzusperren oder zu töten. Das können Sie natürlich nicht durchziehen, wenn Ihre Drohungen nicht ernst gemeint sind. Zu keiner dieser Handlungen hat irgendeine Person auf der Welt ein Recht. Die Regierung kann es folglich auch nicht haben. Ob Sie glauben, dass das den Armen hilft oder nicht ist unerheblich. So was darf man einfach nicht machen. Und man sollte auch niemanden dazu anfeuern.
            „Oder meinen sie die arbeiten nicht hart genug oder hätten es nicht verdient“
            – Es ist unerheblich wie hart jemand arbeitet, niemand kann sich das Recht erarbeiten einen anderen zu bestehlen oder anzugreifen.
            „Warum sollen nicht mal die Armen von dieser Gewalt profitieren, die nunmal zu dieser Zeit noch vollumfänglich präsent ist“
            – Weil man 1) Ungerechtigkeit immer ablehnen sollte und 2) es den Armen langfristig schadet. Sie machen diese Leute abhängig von diesem System, was es komplizierter macht das System abzuschalten, und wenn es dann in sich zusammenbricht, was früher oder später passiert, haben diese Leute ein großes Problem. Es muss nicht mal zum Zusammenbruch kommen, das Land kann auch langsam immer mehr den Bach runter gehen.

            „Übrigens der Flüchtling, der ihre Umverteilungsmaschinerie ausnutzt ist geflohen, wegen der Waffen, mit denen sie anscheindend wenig Probleme haben.“
            – Da sitzen Sie der allgegenwärtigen Propaganda auf. Der größte Teil dieser Leute kommt aus der Mittelschicht dieser Länder, in denen oft nicht mal Krieg herrscht, denn nur die haben das Geld um die Reise zu finanzieren. Die sind hier um die Sozialsysteme zu melken oder sich mit einem Job was dazuzuverdienen. Mit Krieg hat das gar nichts zu tun und selbst in den seltenen Fällen sind immer noch keine Waffenlieferanten dafür verantwortlich, sondern die Menschen die die Waffen zum Angriff benutzen.
            Eigentlich total logisch, denn warum sollte jemand über 10 Länder vor dem Krieg fliehen, und zwar gerade in die Wohlfahrtsstaaten Deutschland und Schweden? Schon die Türkei ist ein sicheres Land. Das Problem bei euch Deutschen ist, ihr seid viel zu gutgläubig und lasst euch die Schuld an allen Problemen in der Welt in die Schuhe schieben.

            „Warum sollte ich eigentlich Mitleid mit den „Reichen“ dieser Welt haben“
            – Mitleid brauchen Sie ganz sicher nicht zu haben. Es wäre aber schön wenn Sie aufhören würden, zur Gewalt (Besteuerung oder Erzwingen der Zahlung höherer Löhne) gegen sie aufzurufen. Da definitiv nicht jeder Reiche an der Politik beteiligt ist oder sein Vermögen durch politische Gefallen erworben hat, können Sie diese Gruppe nicht einfach so pauschal verteufeln, genauso wie ich nicht pauschal sagen kann, jeder Angehörige einer bestimmten Nation ist ein Krimineller.

            „Das ist dann wohl eher ein Luxusproblem.“
            – Nur solange, bis der Politik nicht wieder das Geld ausgeht und jeder der mehr verdient als H4 als „reich“ gilt. Die „soziale Gerechtigkeit“ kennt bekanntlich keine Grenzen und der Spitzensteuersatz greift immer früher. Die ganz reichen Unternehmer sind sogar noch in der Lage sich da irgendwie rauszukaufen, Sie aber nicht. Worauf ich hinauswollte ist, dass man das Prinzip der Besteuerung generell nicht als legitim akzeptieren sollte. Das mit den Reichen ist nur der Härtetest, der Köder mit dem die Sie dazu bringen Ihre Freiheit wegzuwerfen.

          6. Als erstes Mal sollte man gegen jegliche körperliche Gewalt sein, und das schließt dann auch Waffengewalt ein, oder sehe ich das falsch? Sicherlich kann man sich mit einer Waffe verteidigen, aber ist das dann jetzt die Lösung jedem dem Zutritt zu Waffen zu gewähren, wenn er sie nutzt ist es halt sein eigenes Risiko und das der anderen natürlich auch. Weil Verteidigung ist völlig legitim. Da stimme ich ihnen übrigens vollumfänglich zu. Doch die heutige Strategie einiger ist es auch: bewaffne ich beide, dann verdiene ich mehr und wenn sie sich gegenseitig bekriegen, dann kommen sie nicht auf die Idee, daß sie mich angreifen könnten, weil ich der Bösewicht bin. Man könnte zum Beispiel verhindern, daß Waffen auf den Schwarzmarkt kommen, in dem man gar keine produziert. Und abfinden mit dem, „es gibt sie halt nun mal“ tue ich mich nicht. Ja ok, ich habe noch nie einer Waffe ins Rohr geschaut und mußte glücklicherweise auch noch nie erleben in derartige Situationen zu kommen. Es tut mir leid wenn unschuldige Menschen derartige Situationen miterleben müssen. Das ist übrigens ein Grund, warum auch ich meine, daß niemand mehr Steuern bezahlen dürfte, da sich Kriege aus Steuergeldern finanzieren. Aber das nur ein Punkt. Selbstverständlich akzeptiere ich ihre Argumente, nur projeziere ich sie nicht 1 zu 1 auf meine eigenen Sichtweisen wieder, ihnen mögen sie falsch erscheinen, das akzeptiere ich auch. Es gibt mehrere Stufen von Gewalt, ihre angesprochene ist wohl die schlimmste, davon habe ich keines wegs gesprochen, aber wenn sie so hohen Wert auf Definitionen legen, korrigiere ich mich hiermit selbstverständlich. Man kann beeinflussend, verändernd oder schädigend auf etwas oder jemanden einwirken, und jedes der drei genannten entspricht einer Form von Gewalt, was aber zwangsweise nicht körperliche, schmerzempfindliche Zustände nach sich zieht. Selbstverständlich ist das auch wieder definitions und Ansichtssache. Ich hoffe nicht, daß es hier noch mehr zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung abgleitet, was mit dem eigentlichen Thema gar nichts zu tun hat. Und ist es nicht auch Gewalt, wenn Menschen unter widrigsten Bedingungen ihren Lohn verdienen müssen um zu überleben? Und verdienen muß man nun mal Geld, denn dieses verlangt wie wir wissen unser Staat sogar auf Trinkwasser.
            Genauso wie sie mir Pauschalisieren vorwerfen, pauschlisieren auch sie permanent. So mit den Einwanderern. Das die Türkei ein völlig sicheres Land ist, kann man so nicht behaupten, sicherer wäre es natürlich für Menschen die aus direkten Kriegsgebieten kommen. Klar ist, hier wird ein falsches Spiel gespielt, die meisten sind anscheinend keine Flüchtlinge, die nach Deutschland oder andere EU Länder einreisen. Doch würden diese aus ihren Ländern ausreisen, wenn es dort andere Umstände gäbe. Wer ist Schuld an diesen Umständen, diesen Kriegen, der Gefahr, dem Chaos und der Wirtschaft? Würde es nicht Möglichkeiten geben dort bessere Lebensumstände zu erschaffen, das die Menschen nicht das Bedürfniss hätten nach Europa zu gehen und 7 Länder zu durchqueren? Im übrigen haben die Großkonzerne, Industrie und Wirtschaft meiner Ansicht nach kein Problem damit, daß Einwanderer unsere Sozialsysteme plündern, ich sehe daß eher als würden die sich freuen in den nächsten Jahren billige Arbeitskräfte einstellen zu können, oder zumindest dahingehend zu nutzen insgesamt weniger Löhne zu zahlen. Sie haben Recht, vielleicht ist es besser man versucht sich nicht soweit in dieses System zu integrieren, doch was gibt es für Alternativen oder Möglichkeiten? Ein Leben ist nunmal heute schwierig, wenn man sich „dem System“ entziehen will. Die Menschen werden halt von vorn bis hinten an der Nase herumgeführt und mit Drohungen gezwungen. Ich sehe im Moment kein Ausweg aus dieser Situation. Übrigens, genauso wie sie meine Ausführung einseitig gegen die Unternehmer sehen, so sehe ich ihre Ausführungen für diese. Dennoch brauchen wir jetzt nicht wieder von vorn anzufangen. Es gibt Menschen, die beschweren sich darüber, daß Politiker korrupt sind, gleichzeitig aber wehemend meinen, den Lobbyisten der Großunternehmen träfe überhaupt keine Schuld für diese Situation. Für mich ein Widerspruch in sich. Aber das mit den „Reichen“ werde ich mir zu Herzen nehmen, vielen Dank für die Anmerkung. Aber ist das nicht auch der sozialen Ungleichheit verschuldet, der sogennanten Schere, daß die Bevölkerungsschichten weiter auseinanderrücken, auch menschlich? Die gleichen Vorurteile nur andersherum müssen sich Menschen aus der untersten Schicht gefallen lassen. Sind wirklich alle Hartz 4 Empfänger, Sozialleistungsempfänger faul oder Schmarotzer? Ich meine nicht. Schwarze Schafe gibt es überall. In Deutschland gibt es über 2000 Lobbyverbände die dieses System ausnutzen und versuchen zu beeinflussen, über 5000 Lobbyisten in Berlin, da wird ein Großteil der Wirtschaft abgedeckt. Nichts desto trotz, wir sollten uns einig sein, wo die eigentlichen Probleme liegen. Erläutern sie noch, was ihre Vorschläge sind dieses System zu einem anderen zu machen.

  2. Niemand möchte etwas ändern, bevor nicht das System zusammenbricht. Diese traurige Erkenntnis ist aber auch zugleich unsere Hoffnung. Diejenigen die das verstehen und erkennen was auf uns zukommt schöpfen daraus eine positive Lebenseinstellung, nicht im Sinne von positivem Denken sondern als Chance auf einen Neuanfang. Der Neuanfang setzt allerdings einen Alptraum voraus, den es zu meistern gilt. So wie immer in der Vergangenheit.
    Für den fast aussichtslosen Punkt, dass die Mehrheit aus ihrem Tiefschlaf erwacht, sehe ich keine Anhaltspunkte.

    Vielleicht ist es aber auch so, wie in dem Buch „Das verborgene Weltwissen“ ,dass der 11.9.2001der letzte Eintrag unserer zivilisatorischen Welt war. Ab diesem Zeitpunkt herrscht auf unserem Planeten nur noch Chaos und Gewalt. Ich denke, dass es hier keinen Einspruch gibt.
    Ab Seite 49 „Bedeutung der Pyramdien“
    https://books.google.de/books?id=Kw1hPMMdOxMC&pg=PA49&lpg=PA49&dq=lewis+expedition+pyramide&source=bl&ots=KPLrsFQ1zU&sig=TOK7s6jOO3BDmi8Ux2ebidLz8Go&hl=de&sa=X&ei=A4BsVMG-M8LaOMT5gNgG&ved=0CDEQ6AEwAg#v=onepage&q=lewis%20expedition%20pyramide&f=false

    Bei Amazon (USA) kann man ein Exemplar der Geheimexpeditionen von David H. Lewis erwerben. Siehe auch die Rezensionen:
    http://www.amazon.com/Mysteries-Pyramid-David-H-Lewis/dp/B000GH4ZO4

  3. Der Tod in allen Systemen kommt sehr schnell, wenn der erst einmal der gewisse Punkt überschritten wurde. Dies schreibt heute Armstrong auf seinem Blog und erläutert es an einem explodierenden Stern sowie den Untergang Chinas und Russlands.
    „Death in all systems comes very rapidly when you cross the point of no return.“
    https://www.armstrongeconomics.com/armstrongeconomics101/basic-concepts/phase-transitions-in-nature-an-exploding-star/
    Die Frage, die wir uns in der westlichen Zivilisation stellen müssen ob wir diesen Point of no Return überschritten haben. Es ist eine rhetorische Frage, die sich von selbst beantwortet.

  4. ÜBERHAUBT NIEMAND DARF ÜBERHAUBT SO VIEL MACHT ZUGESPROCHEN BEKOMMEN UM ÜBER MENSCHEN ENDSCHEIDEN ZU ,,DÜRFEN“. EGAL OB POLITIK ODER UNTERNEHMER. SAGE NUR ROTSCHILD KAUFT DIE WELT.(MIT LUFTGELD)

    1. der Kommentar trifft genau eines der einfachen Grundprobleme der vorherigen Diskusion und zeigt das eigentlich Beide Voredner von den jeweiligen Eliten propagierten Theorien abschauen. Diese haben sich aber in der gesamten Menschheitsgeschichte als Unrecht und Ablenkung bewiesen. Vom Pharaonenstaat über Feudalstaaten/-reiche bis zu heutigen Republiken (angebliche Demokratie) , immer korrumpieren die Eliten aus Staat (Politiker sie bereichern sich quasi an ihrer Bevölkerung) und Wirtschaft (heute Vorstände, keine Unternehmer mehr, sie bereichern sich quasi an den Unternehmen ihrer Besitzer) nur zu einem Zweck, Ihrer Bereicherung auf Kosten der Bevölkerung in dem der Staat dazu dient die Bevölkerung billig verwertbar zu halten und der Verwertung zu zuführen und zu schröpfen. Daher gab es bis heute nie eine kriegsfreie Epoche. Da der Raub an der eigenen Bevölkerung nicht für den immer steigenden Bereicherungsdrang/Habsucht ausreicht werden andere Völkker mittels Krieg ausgeraubt.
      Solange das einseitige Machtverhältnis von sich selbst bereichernden und korumpierenden Eliten aus Politik und Wirtschaft zum Nachteil der Bevölkerung nicht midestens ausgeglichen ist, sodass sich die Gesellschaft eine verbindliche Selbsbeschränkung der Macht/Größenwahn/Ego und Gier/Habsucht aller auf Aneignung der Natur/Erde (Mensch, Tier, Pflanzen, Resourcen, Land etc.) Waren und Sonstiges, wird sich nichts ändern (gerechte Gesetze wären ein Mittel als kleinster gemeinsamer Nenner, Verteilung der Macht auf die Bevölkerung=direkte Demokratie u.a.).
      Kapitalismus und Staatsmonopolismus schön reden aber wir sehen doch was dabei raus kommt,
      fast ausschließlich vergiffete Nahrungsmittel (es gibt kein Unbelastetes mehr!)
      Kriege über Kriege u.v.m.
      Meinen Vorrednern will ich nochmals sagen was ich hier schon mehrfach darlegte. Es bräuchte unzählige Idealisten besonders an den Schaltstellen um die bisherigen System gerecht fünktionieren zu lassen, aber wie kapitalistischen Unternehmen egal ist welches Gift der Mensch ißt Flora und Fauna leiden hauptsache Profit (siehe Bsp. Monsanto, Bayer, BASF, Parmakonzerne usw.) so schraubt die Staatselite ständig an Abgaben und Steuern ganz uneigenützig, wie die ständig nach Regierungsbildung erfolgenden Zulagen- und Diäten und Pensionserhöhungen sowie Postenbeschaffungen zeigen u.a.. Korruptes System durch und durch von Selbstbeschränkung keine Spur da aufgrund Gewalt uns Machtmonopol das Geldeintreiben kein Problem.
      Ich kann das Ganze noch Vertiefen aber das ist mir heute zu viel. Aber nochmal mein Fazit,
      Nur ein System der sinnvollen, bewußten und einvernehmlichen Selbstbeschränkung kann Mensch und Erde vor dem Größenwahn unendliches Wachstum in endlicher/begrenzter Welt bewahren: Gesellschaftstheorien wie Kapitalismus, Staatssozialismus etc erledigen sich dabei von selbst. Dazu muss aber auch die Bevölkerung die Epoche der Polit und Wirtschaftspropaganda vom unendlichen Konsumismus und deren langfristig ausschließlich schädlichen Folgen für sich selbst und die Erde überwinden.
      Vorhandene Probleme kann mann nicht mit früheren Denken/Theorien lösen da diese die Ursache der vorhandenen Probleme sind, soviel zu Kapitalismus vs Sozialismus. Die Menschheit drängt sei jeher nach der nahezu gerechten Gesellschaft und alle bisherigen kamen dem nicht annähernd nahe (auch der Kapitalismus nicht, sonst würde er ja nicht bekämpft!) und wurden sowie werden auch zukünftig unvermeidbar von der übermächtigwerdenden benachteiligten Bevölkerung wegrevolutioniert aufgrund des Unrechtsbewusstseins der Menschen angefacht durch Korruption, Vetternwirtschaft, Raub, maßlose Bereicherung Weniger (Machthaber/Eliten)
      Doch etwas länger aber ohne Ausführung wird das was ich meine missverstanden. Und ich weiß meine Vorredner treibt auch die Suche nach der gerechteren Gesellschaft, nur muss man sich erst die wahren Ursachen definieren, die wären größtenteils unangemessene Verteilung des Mehrwertes der Produktion im Kapitalismus und steigende und unangemessene Zwangsabgaben und Steuern zur Bereicherung und Wohlstandserhaltung der Eliten. Umso größer der Verein/Geldtopf, um so größer der Beschiss/wird abgezweigt/fällt ab,
      Das ist lediglich meine Meinung der man auch widersprechen kann.

  5. Gut, ich denke ich habe auch zuviel Material zum Nachdenken geliefert. Ich habe selbst auch etwas länger gebraucht, um alles herauszufinden. Für die Antwort auf den letzten Beitrag versuche ich die Erklärungen so wenig konfrontativ wie möglich zu gestalten. Das hier ist nur zur Erklärung, ich erwarte keine Antwort oder Ähnliches:
    „Sicherlich kann man sich mit einer Waffe verteidigen, aber ist das dann jetzt die Lösung jedem dem Zutritt zu Waffen zu gewähren, wenn er sie nutzt ist es halt sein eigenes Risiko und das der anderen natürlich auch.“
    – Ich halte das nicht für eine Lösung, sondern ich sehe nur nicht, wie ich das verhindern kann ohne selbst der Böse zu werden. Es gibt nun mal niemanden, der objektiv und frei von jeglichem Eigeninteresse entscheiden kann wer Waffen haben sollte und wer nicht. Auch die Regierung will uns nur entwaffnet sehen, damit wir, wenn wir uns unsicher fühlen, nach ihrer Stärkung rufen und unsere Probleme nicht selbst lösen. Und außerdem haben die auch Angst, dass wir ihnen eines Tages in den Allerwertesten treten.

    „Doch die heutige Strategie einiger ist es auch: bewaffne ich beide, dann verdiene ich mehr und wenn sie sich gegenseitig bekriegen, dann kommen sie nicht auf die Idee, daß sie mich angreifen könnten, weil ich der Bösewicht bin.“
    – Wenn wir beide uns eine Waffe kaufen, heißt das, dass wir sofort gegenseitig auf uns losgehen und uns umbringen müssen oder dass der, der sie uns verkauft hat, daran Schuld ist wenn einer von uns irgendeinen umbringt? Die Welt ist leider nicht so friedlich, sondern voller Ungerechtigkeiten, und manchmal bekämpfen sich Menschen eben anstatt zu verhandeln. Viele glauben es ist nicht nötig auf Argumente zu hören, solange der andere sich nicht verteidigen kann. Ich gehe nicht davon aus, dass die Waffenindustrie dazu in der Lage ist zu entscheiden, welcher Staat mit welchem Krieg führt – wäre sie das müsste man selbstverständlich diese Leute wegen Anstiftung zu Mord und nicht wegen Waffenhandel verfolgen. Aber hätte die Waffenindustrie diese Macht ,könnten Sie sowieso vergessen, dass die Regierung jemals was gegen sie unternehmen wird. Der einzige Effekt Ihrer Aussagen wäre die Legitimierung dieser Regierung.

    „Man könnte zum Beispiel verhindern, dass Waffen auf den Schwarzmarkt kommen, in dem man gar keine produziert.“
    – Leider nicht, denn man braucht Waffen um Leute zu entwaffnen. Man kann sie nur monopolisieren. Selbst wenn man es schafft das für ein Land zu machen, dann werden die Kriegsparteien sich eben die Maschinen bauen und sie selbst produzieren. Oder aus anderen Ländern importieren. Die kaufen die Waffen hier weil sie billiger oder besser sind, nicht weil wir die einzigen sind die sie herstellen.

    „Man kann beeinflussend, verändernd oder schädigend auf etwas oder jemanden einwirken, und jedes der drei genannten entspricht einer Form von Gewalt, was aber zwangsweise nicht körperliche, schmerzempfindliche Zustände nach sich zieht.“
    – Ob Sie Mobbing im persönlichen Umfeld (so was meinten Sie doch, oder?) als Gewalt sehen, überlasse ich Ihnen. Für die Diskussion spielt das keine Rolle, weil niemand in die Lage kommt auf wildfremde Menschen so einzuwirken. Boykotte oder schlechte Presse sind übrigens definitiv keine Gewalt.

    „Und ist es nicht auch Gewalt, wenn Menschen unter widrigsten Bedingungen ihren Lohn verdienen müssen um zu überleben?“
    – Niemand ist Schuld daran, dass Menschen essen müssen um zu leben. So wenig wie jemand Schuld an der Gravitation ist. Es gibt da keinen Täter und kein Opfer. Diese Bedingungen waren schon vorher da. Es braucht genügend Zeit und Freiheit, bis deren Produktionsapparat so gut ist, dass die Löhne für mehr reichen. Immerhin gibt es in vielen Ländern Fortschritte. Wenn jemand Kapital ins Land bringt, angelockt von der billigen Arbeitskraft, dann beschleunigt er den Fortschritt. Mehr Nachfrage nach den Arbeitskräften bedeutet auch, dass freiwillig höhere Löhne gezahlt werden, und bessere Produktionsmethoden sorgen dafür, dass die real mehr wert sind.

    „Das die Türkei ein völlig sicheres Land ist, kann man so nicht behaupten“
    – Da sehr viele Deutsche freiwillig in die Türkei in den Urlaub reisen und es dort keine Gruppen gibt die versuchen Flüchtlinge umzubringen, dachte ich das…

    „Doch würden diese aus ihren Ländern ausreisen, wenn es dort andere Umstände gäbe. Wer ist Schuld an diesen Umständen, diesen Kriegen, der Gefahr, dem Chaos und der Wirtschaft?“
    – Es hat in letzter Zeit viele Kriege gegeben, auch sehr brutale, wie zum Beispiel den Irakkrieg – man bedenke wie viele da gestorben sind, der IS ist gar nichts dagegen – aber diese Menge an Flüchtlingen ist trotzdem nicht nach Europa gekommen. Was sich jetzt geändert hat, ist die westliche Politik. Vielleicht kennen Sie die Geschichte von der Werbung, die die in dem Fernsehen dieser Länder senden, nach Europa zu „fliehen“? Die Grenzen haben sie abgeschafft, es gibt weniger Risiko gefasst zu werden, und die Sozialleistungen sind nach einem Urteil des europ. Gerichtshofs für Menschenrechte stark angestiegen. Und sie haben den Gaddafi gekillt. Das sind die Anreize, die dazu geführt haben, dass so viele nach Europa kommen wollen. Die Kriege sind (leider) nur business as usual, und wer für sie verantwortlich ist spielt eigentlich auch keine Rolle, da diese Leute sowieso nicht für die Flüchtlinge zahlen werden. Warum das alles, darüber will ich jetzt nicht spekulieren, es hat ja nichts mit dem Thema zu tun.

    „Im übrigen haben die Großkonzerne, Industrie und Wirtschaft meiner Ansicht nach kein Problem damit, dass Einwanderer unsere Sozialsysteme plündern, ich sehe dass eher als würden die sich freuen in den nächsten Jahren billige Arbeitskräfte einstellen zu können, oder zumindest dahingehend zu nutzen insgesamt weniger Löhne zu zahlen.“
    – Völlig richtig. Man könnte jetzt darüber spekulieren, ob dass der Grund dafür ist, aber da wir so etwas eh nicht beweisen könnten wäre das Zeitverschwendung.

    „Sie haben Recht, vielleicht ist es besser man versucht sich nicht soweit in dieses System zu integrieren, doch was gibt es für Alternativen oder Möglichkeiten? Ein Leben ist nunmal heute schwierig, wenn man sich „dem System“ entziehen will. Die Menschen werden halt von vorn bis hinten an der Nase herumgeführt und mit Drohungen gezwungen.“
    – Die Frage kann ich nicht beantworten ohne die persönliche Situation zu kennen. Manche Leute können mehr tun, manche weniger. Wer was versucht hat eine größere Chance was zu erreichen als jemand der es nicht versucht – alles ist größer als 0.

    „Es gibt Menschen, die beschweren sich darüber, daß Politiker korrupt sind, gleichzeitig aber wehemend meinen, den Lobbyisten der Großunternehmen träfe überhaupt keine Schuld für diese Situation.“
    – Wenn Lobbyisten an der Gesetzgebung mitwirken, dann sind sie genau so schlimm wie die Politiker. Sollten Sie auf Probleme stoßen denen das zu erklären, dann wenden Sie einfach die moralischen Maßstäbe an die ich anwende, oder erstellen Sie Vergleiche. Das Böse ist immer dort wo Leuten, die nichts getan haben, etwas weggenommen wird oder sie gezwungen werden etwas gegen ihren Willen zu machen. Das versteht eigentlich jeder, das Problem ist nur zu vermitteln, dass die Politiker keine Aliens sind, für die auf einmal andere Maßstäbe gelten.
    Anstiftung zu Gewalt (im Sinne von direkter Bestechung, oder wenn man mittels direkter Einwirkung irgendwelche anderen starken Anreize gibt) ist nicht besser als Gewalt. Wenn die Lobbyisten als Ursache für diese Gesetze identifiziert werden können, dann sind sie auch für sie genauso verantwortlich wie die Politiker die sie beschließen. Der Grund, wieso ich mehr auf den Politikern herumhacke, ist der Anschein von Legitimität, den ihre Handlungen besitzen. Bei den Lobbyisten wissen die Leute meistens, dass es sich um Eigeninteressen handelt, bei den Politikern glauben sie, die könnten im Interesse des Allgemeinwohls handeln.

    „Aber ist das nicht auch der sozialen Ungleichheit verschuldet, der sogennanten Schere, daß die Bevölkerungsschichten weiter auseinanderrücken, auch menschlich? Die gleichen Vorurteile nur andersherum müssen sich Menschen aus der untersten Schicht gefallen lassen. […]“
    – Ja, wenn Sie Menschen als objektive wirtschaftliche Daten auswertenden Maschinen ansehen, deren Gedanken sich immer streng nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit richten und wo das Ressentiment eine ansteigende Funktion der wirtsch. Ungleichheit ist. Nein, wenn Sie daran glauben, dass die Gedanken der Menschen durch Gefühle und Informationszufuhr maßgeblich beeinflusst werden können . Es deutet mehr daraufhin, dass das 2. der Fall ist. Die Ungleichheit heute ist nicht die größte in der Geschichte, hat aber dennoch weniger Akzeptanz denn je. Das liegt zum einen daran, dass ein Teil davon auf der Umverteilung des Staates (zu den Reichen) beruht und das das eine reale Ungerechtigkeit ist, die auch entsprechende Gefühle verursacht, weil sie auch als Ungerechtigkeit wahrgenommen wird. Andererseits ist diese Art von „Systemkritik“ auch Teil des Systems und wird bewusst erzeugt. Es gibt in der Regierung und der Armuts-/Gleichstellungsindustrie, die von der Regierung abhängt, schon ganze Armeen von Leuten, die vorgeben die Ungleichheit zu bekämpfen. Der Slogan dieser Leute kann natürlich nicht lauten: „nehmt der Regierung die Macht, damit die nicht mehr legal klauen können“. Sie profitieren schließlich von derselben Macht und dürfen die Grundlage ihrer Legitimation – die gewaltsame Umverteilung durch die Regierung – nicht zerstören. Also verbreiten sie Werbung für den Gedanken, dass die Schere an sich (und nicht die Art und Weise wie sie zustande gekommen ist) das Problem darstellt, oder der Gender Pay Gap, oder was weiß ich, und dass Gegenmaßnahmen der Regierung angeblich den allgemeinen Wohlstand heben. Es ist viel einfacher für die irgendwelche Kosten-Nutzen-Rechnungen zu verfälschen, bei denen nicht einmal die Experten durchblicken (oder durchblicken wollen, denn der Staat beschäftigt auch die meisten Ökonomen) und die Menschen so zu täuschen als ihnen den Gedanken zu vermitteln dass Stehlen richtig ist. Moralische Erwägungen gibt es auch immer nur zu den angestrebten Zielen, aber nie bezüglich der eingesetzten Mittel, über die konkret auch nicht gesprochen wird. Und außerdem basieren diese moralischen Erwägungen dann nie auf irgendwelchen Prinzipien, sondern auf Gefühlen oder Vorurteilen.
    Diese Fraktion ist in praktisch allen Industriestaaten schon sehr mächtig, und es werden jeden Tag mehr, die irgendwelche „Rechte“ für alle möglichen Gruppen einfordern. Die Medien bringen auch oft solches Zeug. Da wundert es niemanden, dass die Gesellschaft dann gespalten ist und auch einige Leute von der Gegenseite die Kampfrhetorik übernehmen, weil sie glauben so was erreichen zu können.

    „In Deutschland gibt es über 2000 Lobbyverbände die dieses System ausnutzen und versuchen zu beeinflussen, über 5000 Lobbyisten in Berlin, da wird ein Großteil der Wirtschaft abgedeckt.“
    – Ich will nicht so klingen als ob ich die in Schutz nehme, ergänze aber der Vollständigkeit halber und als Einleitung für die Lösung: die sind zum Teil auch da um die Unternehmen vor dem Amok laufenden System zu schützen. Die Politik reguliert praktisch alles, und jedes Gesetz kann denen Verluste in Millionen- oder in Milliardenhöhe verursachen. Teilweise reagieren die auf die vielen Lobbyisten der anderen Seite – oder Aktivisten, nennen Sie sie wie Sie wollen – die wiederum Druck für Gesetze machen, die die Unternehmen ernsthaft beschädigen können. Da die Politiker sowieso nicht die Kosten ihrer Handlungen tragen müssen und es ihnen wichtiger ist sich in den Medien zu profilieren, würden die jeder auch noch so absurden Forderung nachgeben wenn es irgendeinem Trottel in einer Mainstreamredaktion gefällt. Für die Folgen können sie eh die Unternehmen noch verantwortlich machen. Wenn die Politiker z.B. durch energiepolitische Planwirtschaft die Kosten für Strom durch die Decke treiben und die Unternehmen dann Leute entlassen, weil ihre Energiekosten gestiegen sind, würden die Politiker wahrscheinlich sagen, dass die Unternehmer zu gierig sind und es weitere Regulierung braucht. Passiert nicht, weil die Industrie Ausnahmen für sich erwirkt hat. Andererseits kommen solche Begriffe wie „Energiearmut“ in den Umlauf, wegen den privaten Haushalten, die wohl zu den Kollateralschäden des ökologischen Umbaus gehören. Damit man was auf Lager hat wenn die Leute anfangen zu murren. Ich frage mich wann es so weit sein wird und sie die Verstaatlichung der Energieproduzenten fordern, weil uns das natürlich retten wird.
    Die Lobbyisten verursachen zwar selbst Schaden, indem sie die dafür sorgen, dass der Wettbewerb schwächer wird und die Marktmacht der Unternehmen größer als die Verbraucher sie ihnen zugestehen würden, sorgen aber auch für Schadensbegrenzung bei den Interessen, die sie vertreten, was indirekt manchmal auch dem Rest der Wirtschaft hilft.

    Das Problem ist der Mangel an Widerstand gegen die von der Regierung – in wessen Auftrag und für wessen Interessen auch immer – umgesetzten Maßnahmen. Der Widerstand fehlt, weil die Leute glauben, dass die Regierung das Recht hätte ihnen Gewalt anzudrohen und dieses oder jenes zu verlangen, weil sonst schlimme Sachen passieren. Die Lösung besteht darin, diesen Glauben zu zerstören und den Leuten klarzumachen, dass eine Regierung sowohl unmoralisch als auch kontraproduktiv ist und aufgelöst werden sollte. Um das zu erreichen, fängt man bei sich selbst an und entzieht ihr die Unterstützung dort, wo man sie ihr bisher implizit zukommen ließ. Bei politisch rechts orientierten Menschen ist das eher für die Herstellung der Ordnung, Sicherheit usw., bei eher links orientierten Menschen ist es die Herstellung des allgemeinen wirtschaftlichen Wohlergehens (ich sage ungern „soziale Sicherheit“ o. Ä. , weil „sozial“=“gesellschaftlich“ und ich „sozial schlecht gestellt“ eher mit „hat wenige Freunde“ als mit „hat wenig Geld“ assoziiere – mit klaren Begriffen kann man besser denken). Die haben verloren, sobald ihre Propaganda und Angstmache keine Wirkung mehr zeigt.
    Scheint Ihnen utopisch/nicht realisierbar/usw.? Das muss man halt erst mal verdauen, es wäre ein Wunder wenn Sie sofort überzeugt wären. Ich bin mir meiner Sache auf jeden Fall ziemlich sicher, auch wenn mir nicht viele Leute zustimmen würden, denn ich kann nur sagen, dass ich lieber mit wenigen Leuten an der richtigen Lösung dran bin als mit vielen am Irrtum beteiligt zu sein.
    War auf jeden Fall eine sehr produktive Diskussion. Falls Sie noch ein paar gute Links sehen wollen, lassen Sie es mich wissen. Meine Denkrichtung heißt übrigens „Anarchokapitalismus“ – „Anarcho“, weil wir die Regierung ablehnen, und „Kapitalismus“, weil wir glauben, dass der Respekt vor dem Selbsteigentum (Freiheit von physischen Angriffen) und Eigentum das Ordnungsprinzip der Gesellschaft sein sollte – was es eigentlich schon ist, bis auf in diesem blinden Fleck namens „Regierung“.

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