„Imperiale Lebensweise“

Die maßlose Verschwendung muss ein Ende haben.

Provozierend gesagt kann man doch nur befürworten, dass die Entwicklungsländer weitestgehend von uns ausgebeutet werden, dass die Kriege des Imperiums sämtliche Gesellschaften Jahrzehnte in ihrer Entwicklung zurückbomben und das dabei glücklicherweise auch noch Millionen von Menschen sterben, die den gleichen Anspruch auf die enorme Verschwendung des kapitalistischen Systems vortragen würden. Das verschafft vor allem den Privilegierten auf diesen Planeten noch ein wenig mehr Zeit, bevor auch sie sich von ihrem Wohlstand zwangsweise verabschieden müssen. Denn wenn man sich die Zahlen vor Augen führt, dass die heutige Menschheit sowieso schon anderthalb mal so viele Ressourcen verbraucht, wie die Erde überhaupt diesbezüglich regenerieren kann, eine in Amerika lebende Person 10 mal so viele Ressourcen verbracht, wie beispielsweise eine in Afrika, bleibt sowieso für die ärmere und schwächere Gesellschaft nicht mehr viel bis gar nichts übrig. Sie müssten sich eine zweite Erde bauen und auch noch die Hälfte davon abtreten. Fest steht freilich auch, dass an dieser Stelle Verallgemeinerungen wieder mit der Realität nur wenig zu tun haben, da es auch in wohlhabenden Staaten viele Menschen gibt, die nicht aus den Vollen schöpfen, oder dies gar nicht können. Im Gegenzug gibt es andere, die keinerlei Einhalt in ihrer Verschwendung und maßlosen Selbstbereicherung zulassen. Dort wo eben unsere Hauptprobleme liegen. Diejenigen die mitverantwortlich sind für die völlige Ignoranz der Gesellschaft gegenüber angesprochenen Problemen. Nun ja, denken muss man selber, bietet doch aber der propagierte Wohlstand seinen ganz besonderen Reiz. Abgerechnet wird jedoch wie immer am Ende vom Tag, und bisweilen sieht es danach aus, dass die Grundsubstanz viel weniger wert sein wird, als dass man es sich mit der Glückseeligkeit des grenzenlosen Konsums erhofft hat, da das, was man bis dahin geschaffen hat im Grunde wenig bis minderwertige Qualitäten vorzuweisen hat. Dann könnten Werte und Grundlagen fehlen, die man sich auch mit Geld und Vermögen nicht zurückkaufen kann.

Wenigstens diese knappe Zusammenfassung dieser „Imperiale(n) Lebensweise“ im Link sollte man doch mal durchdacht haben. Vielleicht fällt sogar bei den einen oder anderen der Groschen, wenn er nicht schon vorher gefallen ist. Da aber die Autoren des Buches keinerlei Ausweg aus dem konstruierten Dilemma gezeichnet haben, bleibt auch der Grund und der Zweck der detaillierten Veröffentlichung ein wenig offen. Zumal man auch bedenken muss, dass die über allem Maße Privilegierten an ihrem Wohlstand festhalten wollen, da bietet es sich schon an andere zum Verzicht zu überreden und aufzufordern. Wobei man wieder dabei angekommen wäre, über die (Un)Endlichkeit der vorhandenen Ressourcen zu diskutieren, deren tatsächlich nur ein effizientes/r Denken und Nutzen hinterlegt werden müsste, um dieser Diskussion ein Vielfaches entgegenzuwirken.

Marcel L.

Link: https://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/Das-Elend-unserer-imperialen-Lebensweise

1 Comments

Leave a Comment