Iran als ein Synonym für die gesellschaftliche Unzufriedenheit weltweit?

Letztlich gehen die Proteste im Iran mit einer derzeitigen Welle sozialer Unruhen und großer Unzufriedenheit mit politischen Führungen weltweit einher. Wenn man den USA, speziell auch Israel und anderen westlichen Intriganten eine Mitschuld vorwirft, muss man doch vielleicht bedenken, dass deren Bemühungen letztlich immer „nur“ den Multiplikator für die gesellschaftlichen Protestwellen darstellen. Es ist aber nicht ausschließlich von ausländischen Kräften gesteuert. Die derzeitige (kleine) Epoche der Geschichte einer abermals überschätzten elitären Selbstherrlichkeit scheint seinen erneuten Höhepunkt zu finden. Davon werden auch die weltbeherrschenden Regierungen und Länder, nicht verschont bleiben. Bezeichnend für eine Art der „Aufklärung“ werden die Menschen für die Ungerechtigkeiten des weltweiten und seit Jahrtausenden führenden hierarchischen und ungerechten Aufbau des Systems (ohne große Ausnahmen) sensibilisiert und ernüchtert. Bei denen diese Einsicht nicht ankommt steigt die Gefahr Schiffbruch zu erleiden. Die Menschen sehen mehr und mehr grundlegend in der Regierung bzw. der allgegenwärtigen Politik nicht sich selbst vertreten, versuchen aus der politischen und medialen Erniedrigung und Verlogenheit auszuscheren. Der Glaube an die Politik geht verloren. Ausschließlich die Hoffnung in neue Heilsbringer trägt zwischenzeitlich zur Beruhigung bei. Korruption und Vetternwirtschaft an das Großkapital und die weltliche Elite scheint aber die politische Arbeit permanent zu beschäftigen, so in deren Höhepunkt, wie in der USA vorzufinden, das Großkapital und die weltliche Elite die Macht direkt und annähernd offen bestimmt. Tatsächlich scheint es eine Art revolutionärer Zyklus zu sein, in dem wir uns befinden. Vor allem die amerikanischen Wahlen waren doch dahingehend keineswegs zufällig. Auch wenn sich dadurch großartig an der Politik der Vereinigten Staaten bzw. am imperialistischen Großmachtstreben nur wenig geändert hat, ist es ein Zeichen des gesellschaftlichen Aufbegehrens (und des imperialen Niedergangs), dass sich bis jetzt nur durch neue Lügen und vermeintliche Heilsbringer eindämmen lassen hat. Politik und gesellschaftliche Missstände lassen sich nun mal nicht mit vermeintlich fairen Wahlen ändern. Ähnlich stellte sich die Situation in Frankreich dar, aber auch in Österreich etc. Auch wenn die Unruhen gegen die Konkurrenten außerhalb imperialistischer Grenzen, als eine Art „Schadenfreude“ und politischer „Gewinn“ zu interpretieren wären, muss man doch feststellen, daß sämtlichen, wenn auch vermutlich unterstützte Revolutionen, ihren Ursprung in der Perspektivlosigkeit, Verzweiflung und dem Unvertrauen der dort lebenden Menschen selbst haben. Sie werden manchmal als Werkzeug benutzt. Die Substanz und der gesellschaftliche Rückhalt bröckelt eben vordergründig. Grundlegend scheint heute jede Landesführung die gleichen Interessen zu haben, nämlich ausschließlich ihre eigenen. So unterstützt man großflächig riesige (auch staatseigene) Konzerne und deren Lobby, von dem man sich selber große Vorteile und Perspektiven verspricht, die Menschen sieht man aber nur als „Rohstoff“ und Sklaven des (eigenen) Systems.

Im Iran scheint man den Menschen mit den Wegfall der westlichen Sanktionen in Folge des vermeintliche Atomwaffenprogramm Wohlstand und Perspektiven durch wirtschaftlichen Aufschwung versprochen zu haben. Hingegen wächst aber die Unzufriedenheit, da man natürlich keine Verbesserung spürt. Der Wohlstand wird oben verteilt. Politisches Kalkül ist nicht ausgeschlossen, doch trägt vorwiegend die Schuld an gesellschaftlichen Unruhen die staatseigene Regierung meist selbst, in dem sie ihre Macht missbräuchlich benutzt, sich ferner zwanghaft, entgegen einer möglichen tatsächlich revolutionären Gesellschaftsstruktur, daran festhält.

Marcel L.

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1 Kommentar

  1. Die Regeln für das weltweite und allumfassende Spiel des Kapitalismus gelten auch für den Iran, China, Russland usw. und gerade für diese Länder die sich mehr oder weniger öffentlich „gegen“ dieses System stellen oder glauben stelle zu können denn, wenn alle anderen diese Spielregeln akzeptieren oder sie ihnen auferzwungen werden (meist militärisch als letzte Option, siehe Jugoslawien, Syrien, Lybien, Ukraine, usw.) wird die Durchsetzung eines eigenen und seie er so humanitär und sozial, fast unmöglich, denn das Erwecken der „inneren Gier“ bei den Menschen weltweit ist ist immer der Anfang vom Ende eines freien und vor allem sozialen Volkes, egal ob das in China, Iran oder in Zukunft in Russland sein wird.
    Die Human- Resurce wird ohne Wenn und Aber ihrer Bestimmung zugeführt, und das mittlerweilen weltweit.
    Wie immer in diesen Momenten wenn das wahre Gesicht der weltweiten Macht ins Licht tritt (ohne jemals als solches erkannt zu werden), gilt mein Mitgefühl den kommenden Opfern der sogenannten menschlichen „Intelligenz“!
    LG an alle!

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