Politische Ängste vor der Lohnunabhängigkeit

Wenn eine parteinahe Stiftung, wie die Friedrich-Ebert-Stiftung versucht, mit Textüberlieferungen sog. Experten die Idee zu einem Bedingungslose(n) Grundeinkommen madig zu machen, dann ruft das schon Skepsis über das Gelesene hervor. Man könnte fast meinen, die Politik macht sich ernsthafte Sorgen, sich nicht vom großen Kuchen ausreichend bevorteilt zu sehen, diesen umfänglich teilen zu müssen.

Dabei scheinen viele (vorsätzlich) den Fehler zu machen, das BGE in derzeitige Strukturen und Machtsystem hineinarbeiten zu wollen. Dabei lässt sich aber nur schwer sagen, ob mit einem BGE dieses bisherige Wirtschafts- und Elitensystem tatsächlich zum Besseren verändert werden kann, oder ob es vorher eine Beilegung dieser Strukturen braucht, um völlig neue Konzepte und gesellschaftliche Existenzgrundlagen zu etablieren. Da es aber zumeist nur über einen Wandel geht und keinen scharfen Cut zulässt, da die gesellschaftlichen und politischen Strukturen dermaßen verfilzt sind, wird man sich der kleinen Schritte annehmen müssen, eine gesellschaftliche Versorgung sicherzustellen, die frei von Geld- und Machtgier ist. Ferner geprägt von sozialer Sicherheit ohne von Seiten des Staates und seiner profitgierigen Begleiter stetig in Angst um seine Existenz gehalten zu werden, im Resultat steter Manipulation und Veruntreuung wirtschaftlicher und staatlicher Strukturen (Preisinflation, Zins, Lebensmittelangebot/Subventionspolitik etc.)

Die Argumente, dass das BGE nicht bezahlbar wäre, entbehren jeglicher Realität und bevorzugen nur wieder diejenigen, die sowieso nie in das Bedürfnis bzw. die Notwendigkeit eines BGE kommen würden. Ein BGE darf eben auch nicht durch eine politische und wirtschaftlich willkürliche Preisbildung ausgehebelt werden. Wie wird das aber zu erreichen sein, währenddessen der Mensch bisweilen noch von Geld- und Profitgier geprägt ist?

Die Armutsgrenze wird derweilen noch vom „Wert“ des Geldes bestimmt, von eben der Inflation und der ökonomischen Preisbildung. Die notwendigsten Güter würden aber heut schon ausreichend zur Verfügung stehen, wenn man sich nicht mit im Grunde unnützen Dingen zur Wohlstandsmaximierung beschäftigen würde, dass sich dahingehend ein Angebot- und Nachfragemodell relativieren dürfte. Solange man vor allem Lebensmittel mitunter entsorgt, nur um einen höheren Preis zu erzielen, werden alle Diskussionen und Probleme, um die Welternährung ab absurdum geführt.

Die Devise lautet bis heute noch, für sein Geld und sein Lebensunterhalt muss man nun mal arbeiten. Klar sichert Arbeit die Überlebensgrundlagen der Gesellschaft, doch geht die heute Leistung der Arbeit und die daraus resultierenden Güter über das Existenzminimum einer Gesellschaft bei weiten hinaus. Würden die Menschen einen tatsächlichen Zuwachs an Lebensqualität verspüren, wenn man sich nicht durch Zwang einer Tätigkeit, die vor allem auch gesundheitliche Negativfolgen haben kann, wäre man vielleicht auch mit weniger zufrieden, was wiederum die Umwelt, Natur, Ressourcenknappheit etc. entlasten würde. Wahrscheinlich würde nur das die Einkommen der oberen schmäler, na und? Schon heute gibt es Menschen, die würden 25 oder 30 Stunden die Woche arbeiten, wären auch mit weniger Geld zufrieden, Arbeitgeber machen aber bisweilen eine reguläre kürzere Arbeitszeit noch nicht möglich.

Aber grundlegend lässt der auferlegte Zwang fürs täglich Brot jede Rechtfertigung zu und kaum Anreize die täglichen beruflichen Tätigkeiten zu hinterfragen.

Die Industrie scheint tatsächlich Angst vor dem BGE zu haben. Niedrige Löhne würde es dann nicht mehr geben, da die Menschen lieber daheim bleiben würden, anstatt für zu wenig Geld zu arbeiten. Damit würde ein BGE vor allem auch Lohndumping verhindern.

Das Argument, dass ein BGE große Geldbeträge aus den öffentlichen Kassen abziehen würde, ist völlig absurd. Für was sind denn diese öffentlichen Kassen da? Für die Versorgung der Gesellschaft und nicht nur einen kleinen Teil der Oberschicht oder einen wuchernden Staatsapparat samt seiner Bürokratie. Menschen, die hinter dem BGE argumentieren, dass es in seiner Höhe dennoch nicht ausreichen würde, um sich vom Zwang einer speziellen Arbeit befreien zu können, haben dahingehend das BGE nicht verstanden, oder versuchen über die wahren Hintergründe dieser Gedanken zu täuschen. Wenn die Höhe eines BGE zum Leben nicht ausreichen würde, wäre es eben kein BGE, schon deshalb wird eine derartige Diskussion ad Absurdum geführt, und letztlich mit einer „sozialen Sicherung“, wie man sie heute kennt, umschrieben. Dahingehend wäre eben erstmal eine fest Definition von Nöten und ein stetiger Angleich an diese Definition, wenn sich Einflussfaktoren ändern. Eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft wird sowieso nur möglich sein, wenn wir als Gesellschaft endlich lernen zu verzichten und auf unsere Umwelt Acht zu geben. Das würde zwangsweise mit weniger Konsum einhergehen und weniger Mittel verlangen, für die man sich heute noch streitet, wie man sie finanziert. Freilich würden bei einer fairen und solidarischen Gesellschaft noch viele Bevölkerungsgruppen hinzukommen, die ihre Ansprüche heute schon rechtmäßig stellen, jedoch größtenteils der Globalisierung samt der internationalen Wirtschaftsstrategien zum Opfer fallen, doch ein Ausgleich wäre dahingehend allemale zu Schultern, wenn man bedenkt, in welchen Verhältnissen und Größenordnungen schon die Grundlagen zum Leben verteilt sind.

Der Staat will die Macht über die öffentlichen Dienstleistungen behalten. Selbst über die Gelder entscheiden, sich der Gelder bedienen. Er gesteht den Menschen keine Entscheidung über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu. Der Staat/seine Regierung will unterdessen weiterhin den Generationenvertrag, in dem die Lasten auch zukünftig auf die nächsten Generationen weitergegeben werden. Außerdem scheint man Angst zu haben, die Produktivität ginge durch ein BGE zurück, was mit einem zwangsläufigen Wohlstandsrückgang propagiert wird. Heute werden meist gute Ideen verworfen, weil sie teuer sind und wenig Profite abwerfen. Man zu viel Zeit benötigt für die Entwicklung, das man in seinen Schaffen überhaupt nicht frei ist. Das würde sich ändern können. Außerdem besteht die Gefahr, dass Wissen nicht vermehrt wird, schon dadurch, da neben der beruflichen Tätigkeit, schon gar keine Zeit mehr bleibt, sich umfangreiches Wissen anzueignen. Außerdem vielen Menschen gar nicht möglich ist sich weiterzubilden, dadurch einen Mehrwert zu schaffen.

DIE POLITIK SCHEINT ANGST VOR EINEM BGE ZU HABEN.

Sogar beim Flüchtlingsthema setzt man an, das BGE schlecht zu reden. Klar. Genau dort kann man punkten. Ein kürzlich Immigrierter soll eben keine staatliche/gemeinschaftliche Sicherung bekommen und wegen des Prinzip der Gleichberechtigung sollte es daher kein BGE geben. Ursprünglich kam das BGE in die Gedanken aufgrund der fortschreitenden Industrialisierung, Automatisierung und Digitalisierung. Ideen gehen bis zu 60 Jahre zurück. Immer wieder wurde ein bedingungsloses Einkommen in die Debatte gebracht. Das ist also nicht unbedingt neu. Die Industrie sieht ihre Vorteile mit der fortschreitenden Automatisierung vor allem in der Senkung der Lohnkosten und den sich reduzierenden Problemen mit Arbeiter. Da aber teilweise niedrige Löhne etabliert wurden, zudem durch Einwanderung Arbeiter angeworben wurden, die sicherlich auch für weniger Verdienst arbeiten gehen, so nimmt man es zumindest an, verschiebt man die flächendeckende Automatisierung, damit auch ein BGE, in die Zukunft. Vor allem die Politik scheint damit ganz zufrieden zu sein aus oben genannten Gründen. Lohnabhängigkeit bedeutet auch immer ein Machtinstrument für die Privilegierten.

Marcel L.

1 Comments

  1. Wenn alle Unternehmer es geschafft haben die menschliche Arbeitskraft durch Roboter aus ihren Unternehmen zu drängen, woher bekommen die Menschen dann das Geld, um sich diese Produkte kaufen zu können? Ohne ein Bedingungsloses Grundeinkommen werden alle Unternehmer auf ihren Waren sitzen bleiben müssen. Die Unternehmer waren immer schon reich durch Arbeitslosigkeit geworden. Ein Beispiel:

    Reich trotz Arbeitslosigkeit

    Ja, Du liest richtig! „Reich trotz Arbeitslosigkeit“. Du willst wissen, wie das geht? Ich verrate es Dir. Es funktioniert deshalb, weil es ja umgekehrt auch funktioniert. Wie, Du verstehst´ nicht? Ok, ich erklär´es kurz. Was ist nochmal das Umgekehrte von „Reich trotz Arbeitslosigkeit“?

    Schon mal etwas von „Arm trotz Arbeit“ gehört? Ja? Und? Nie Gedanken gemacht, wieso das so ist? Aber immer auf jene geschimpft, die „Reich trotz Arbeitslosigkeit“ sind? Wer ist schuld daran, daß „Reich trotz Arbeitslosigkeit“ funktioniert?

    Was höre ich da? Das System ist daran schuld? Arbeitet das System von alleine oder arbeitest Du für das System? Häh? Sprich´doch mal lauter, ich hör´nichts! Daran kann man nichts ändern meinst Du? Nur die „da oben“ können das ändern, sagste?

    Möchtest Du wissen, wer wirklich etwas daran ändern kann? Ja? Nein? Ja, was denn jetzt? Näh? Willste nicht wissen? Angst vor der Wahrheit? Nein? Angst sozial aus der Reihe zu tanzen? Ja? Siehste hab´ ich mir doch gedacht. Lieber weiterjammern und an diesem Zustand nichts ändern!

    Was, willste auch nicht? Ja was denn jetzt? Wie, Du boykottierst schon die Wahlen und die Medien? Und? Hat´s was gebracht? Näh? Warum denn nicht? Was sagste? Wahlbetrug sagste? Die machen alle einfach weiter? Ja stimmt! Wie, was soll ich jetzt machen?

    Hör´ Du auf mit „Arm trotz Arbeit“, dann hört auch „Reich trotz Arbeitslosigkeit“ auf! Was? Du hältst nichts von Generalstreik? Aber „Arm trotz Arbeit“ willste auch nicht und macht krank, meinste? Das stimmt, wer krank ist kann nicht arbeiten und wer nicht arbeitet, der kann auch nicht dafür sorgen, daß es „Reich trotz Arbeitslosigkeit“ gibt.

    Wie, haste nicht gewußt? Näh? Haste nicht gewußt, daß Du das System außerparlamentarisch durch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausbremsen kannst? Dann weisst Du´s jetzt eben. Was sagste? Montag holste Dir ´nen Termin beim Psychotherapeuten und läßt Dir ´nen Burn-Out bescheinigen?

    Wie, Du willst das jetzt auch so machen? Wie wer? Wie „die da oben“ sagste? Dann bist Du aber „Arm trotz Arbeitsunfähigkeit“. Wie? Das macht nichts, sagste? Warum? Was? Das ist Dir egal, ob Du „Arm trotz Arbeit“ oder „Arm trotz Arbeitsunfähigkeit“ bist? Ja echt? Dann haste da jetzt doch etwas dazu gelernt, oder?

    Ja, meinste wirklich? Schön, freut mich. Erzähl´es auch den anderen! Was? Facebook wird zensiert meinste? Wie Du weißt nicht, wie Du es den anderen erzählen sollst? Schon mal etwas von Kaffee und Kuchen gehört? Ja, ich bring´ morgen ´nen Kuchen zum Kaffee mit, aber erzähl´es schon mal den anderen.

    Wovon will der BGE-Gegner Christoph Butterwegge leben, wenn alle Unternehmer die menschliche Arbeitskraft durch Roboter ersetzt haben? Große Umfrage
    https://aufgewachter.wordpress.com/2017/06/14/wovon-will-der-bge-gegner-christoph-butterwegge-leben-wenn-alle-unternehmer-die-menschliche-arbeitskraft-durch-roboter-ersetzt-haben/

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