Politische Reaktionen auf Schäden an der Umwelt

Freilich hat die vorgesetzte Politik nicht wirklich etwas zu entscheiden. Dafür sitzen allein in Brüssel über 50000 Beamte und Lobbyisten, die den politischen Brei rühren und vorkauen. Doch diese Arroganz und Ignoranz mit der die hiesige Politik dieses Verderben unter die Bevölkerung bringt, diese permanente Klientelpolitik und Korruption, ist unerträglich. Es ist ein seit Jahrtausend manifestiertes System der Macht des Geldes, bei dem die Menschen wirklich nur äußerst eingeschränktes Mitspracherecht haben. Ihrer grenzenlosen Bequemlichkeit sei Dank, zum Nachteil derer, die sich dieser Situation bewusst sind, nicht mehr wollen.

Besonders große Macht hat die Chemie-, Pharma- und Agrarindustrie. Allein in Deutschland wird ein Umsatz für das Jahr 2018 von über 200 Milliarden (200000000000) € erwartet. Bayer und BASF (ehemals IG Farben) sind die weltweit größten Chemiekonzerne der Welt, deren Anteilseigner in der größten Geld- und Machtgier zu finden sind. Wirtschaftsbosse unterstehen hauptsächlich auch den Großaktionären, ähnlich wie die Politik den Lobbyisten. Nun meldet sich der badenwürdenbergische Landwirtschaftsminister (Name XY egal) in Reaktion auf einem vom Naturschutzbund veröffentlichten Bericht zu Wort, in dem er erklärte, „Das ist Mobbing gegen die Landwirtschaft und ich mache Sie persönlich dafür verantwortlich, wenn kleine Betriebe deswegen kaputt gehen“. Der Naturschutzbund geht vor allem auch auf das massive Insektensterben ein, in Reaktion auf den grenzenlosen Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft. Freilich wird hier wieder die Gewissensfrage von Seiten der politischen Lobby gestellt an diejenigen, die diese Interessenspolitik in Frage stellen wollen. Die Schuldfrage wird völlig umformuliert. Kritische Stimmen und andere Meinungen finden kein Gehör. Politik hat nichts mit sozial, gerecht, gemeinschaftlich oder gar Mitbestimmung zu tun. Auf rationaler Basis gibt es aber keine Kompromisse, als den Pestizideinsatz massiv einzuschränken und zurückzufahren. Bauern (auch Kleinbauern), die aus der eigenen Verbohrtheit heraus prinzipiell und uneingeschränkt Pestizide einsetzen, werden von mir dabei kein Verständnis erfahren. Es sollte eine Notlösung sein und kein permanente Vergiftung des Bodens und der Umwelt. Durch den regelmäßigen Einsatz von Pestiziden werden Böden unfruchtbar, die dringend erforderlichen Bakterien in den Böden sterben ab, die vor allem auch für den menschlichen Organismus eine erhebliche Rolle spielen. Schon längst sind Methoden bekannt, die ohne permanenten Einsatz von Chemie hohe Erfolge versprechen. Es ist falsch über Gefahren für Existenzen der Bauern etc. zu jammern, daraus ausschließlich großindustrielle Mittel und Möglichkeiten abzuleiten. Gleiches gilt im übrigen für die Massentierhaltung, die massive von der industriellen Chemie- und Pharmalobby gepuscht wird. Vor dem Hintergrund, dass annähernd ein fünftel der in der Massentierhaltung gequälten Tiere letztlich der Entsorgung zugeführt wird, Tiere die diese grausame Haltung schon vor dem Schlachthof nicht überlebt haben, ist der Expansionsdrang aus Profitgier doch wirklich absurd.

Natürlich hat der Landwirt die eigene Gewalt über sein Eigentum oder seine gepachtete Fläche, darf damit „machen was er will“, selbst entscheiden, so die Aussage des Politikers. Aber dahingehend eben doch nur begrenzt, da vor allem das Ausbringen von Pestiziden erhebliche Reaktionen und Folgen mit sich bringen, was dann wieder gesamtgesellschaftlich relevant ist. Das Pestizid verteilt sich auf andere Lebensräume, verändert das Grundwasser, trägt tatsächlich zum Insektensterben bei, was sich auf viele andere Gegebenheiten und Risiken verteilt. Die landwirtschaftliche Fläche ist kein isolierter und abgeschirmter Raum. Somit ist die Reaktion und Forderungen der Bevölkerung an die Politik schon relevant und unter Beachtung der negativen Folgen für Mensch und Umwelt ein Verbot bzw. gesonderte Regelungen durchaus gerechtfertigt. Derzeitige Gesetze hin oder her, die vor allem von denen geschrieben werden, die von dem Einsatz von Pestiziden profitieren. Daher sind die gesetzlichen Rahmen kein Argument irgendetwas in der Hinsicht zu rechtfertigen.

Den Umweltproblemen stellt man sich blind und unwissend. So heißt es, das man keine Zusammenhänge zwischen Pestiziden und dem Massensterben von Insekten kenne. Es sei nicht bewiesen. Solange deren die Macht überlassen wird, die vom Einsatz dieser Pestizide, Herbizide, Dünger etc. profitieren, dahingehend auch die Studien und die Wissenschaft mittels großer Kapitaleinsätze beeinflusst werden, ist es unmöglich sich auf gerade diese Studien zu verlassen, ebenfalls unabhängige Studien zu fordern. Es müsste der gesunde Menschenverstand allemale ausreichen, um zu schlussfolgern, dass nunmal der millionenfache Einsatz von Giften und chemischen Substanzen, die sog. Schädlinge bekämpfen sollen, der Umwelt mehr schadet als keine Reaktionen außerhalb des gewünschten Ergebnis zuzulassen. Kleinstlebewesen machen jegliches Leben möglich, werden aber durch chemische Substanzen abgetötet. Auch im menschlichen Organismus befinden sich Millionen und Milliarden Kleinstlebewesen, die sich von ihrer Komplexität her nicht großartig von jenen unterscheiden dürften, die man mittels Pestiziden im Boden und auf der Pflanze vernichtet. Sie sind aber lebensnotwendig.

Nötig ist vor allem auch den Menschen den richtigen Umgang mit „Lebensmitteln“ näherzubringen, dorthin die Priorität zu legen. Lebensmittelverschwendung muss ein gesellschaftliches Tabu sein. Das würde jegliche Diskussion um eine größere Nachfrage, daraus resultierende größere Anbaufläche ad absurdum führen, was einen erheblichen Pestizideinsatz nötig machen soll, da die Anbaufläche natürlich begrenzt ist. Letztlich soll eben gerade das auch dahingehend den Einsatz vor allem von genmanipulierten Pflanzen rechtfertigen. Hunger gibt es durch die grenzenlose Verschwendung auf der einen Seite und die Ausbeutung auf der anderen Seite. Solange es ausschließlich um Geld und nicht um Wissen und Aufklärung in unserer Gesellschaft geht, ist vieles dahingehend nur Heuchelei und kaum veränderbar.

Marcel L.

3 Comments

  1. Was soll das Geweine? Wir können doch mit der Natur machen was wir wollen, schlißlich sind wir die einzige „intelligente“ Lebensform im Universum und haben die Natur hervorgebracht.
    Das ist so wie mit Kindererziehung, man muss den Charakter der Kinder so lange formen, so lange die Knochen noch weich sind, damit sie besser in die Gesellschaft passen und nicht solche Verschwörungstheoretiker wie du Marcel werden! 😉
    Immer wieder muss man sich anhören: „Wir müssen an die kommenden Generationen denken und so, aber was haben die jemals für uns getan? 😉
    Es bleibt mir nichts Anderes übrig als deinem Beitrag mit Sarkasmus und Ironie zu begegnen und deinen Apell, an ein bewiesener Maßen nur herbeigewünschtes Gewissen unserer Mitmenschen, mit deiner Jugend und deinem Opitimismus zu erklären.
    Du, einige Andere und ich mögen zwar glauben verstanden zu haben dass eine friedliche Zukunft im Einklang der Natur möglich und vor allem als einziger Weg in die Zukunft ist, aber der Entwicklungsstand der Menschheit hinkt dieser Erkenntnis min. einige hunderte, wenn nicht tausende Jahre hinterher.
    „Die Gewissenlosigkeit der Menschen legt sich zwar langsam aber stätig über diese Gesellschaft und diesem Planeten und nur noch ein Wunder des Universums kann uns vor uns selbst noch retten!“
    LG an alle!

  2. „Wir müssen an die kommenden Generationen denken und so, aber was haben die jemals für uns getan?“ Alles eben eine Sache der Erziehung .. und des Bildungssystems. … und nein, wir werden nichts daran ändern können. „Optimismus“??? Ebenfalls nein, da verstehst du mich wahrscheinlich falsch. Wahrscheinlich hab ich nur zu wenig Freunde und zu viel Zeit mich mit derart „unwichtigen“ Dingen zu beschäftigen (wenn wir schon bei der Ironie und dem Sarkasmus sind).

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