Proteste im Iran

Über eines darf man sich doch sicher sein, bei derart großer Heuchelei für Menschenrechte in anderen Ländern, wie dieser Tage bezüglich dem Iran, ist es schlicht schwer zu glauben, dass westliche Politik und Geheimdienste (inklusive des israelischen) nicht Teil dieser neuerlich aufkeimenden Revolution im Iran sind. Vor allem ist die stete Versorgung mit ausreichend Propaganda in den westlichen Medien hinweislich ausschlaggebend. Nein, da man mit Regimen, wie den Saudis oder Kataris die größten Geschäfte beschließt, selbst wahre demokratische Strukturen und Menschenrechte lieber heuchelt als vollumfänglich umsetzt, sich darüber hinaus Terror enorm zu eigen macht, durch Unsummen finanziert und unterstützt, sind das ausschließlich leere Worthülsen, die man als aufmerksamer Beobachter kaum noch ernst nehmen kann. Mit Hilfe der gesellschaftliche Unzufriedenheit in „aufstrebenden und konkurrierenden“ Nationen mit eigenen (Macht-) Ansprüchen und einer Art Gegenthese zur westlicher Politik, wird seit jeher durch westliche Geheimdienste Bürgerkrieg und Zerstörung getriggert. Dabei ist es doch grundsätzlich ein Hoheitskrieg elitärer Interessen jeglicher Regionen (und Religionen) dieser Welt. Gesellschaftliche Interessen, Menschlichkeit und Schutz der Lebensgrundlagen waren noch nie maßgebend für politische Belange oder Veränderungen, ganz gleich wo man politisch hinblickt. Revolutionen aber bilden die moderne Front amerikanischer/israelischer politischer Interessen und Kriegsführung gegen unliebsame Gegner. Spannend wird es allemale zu sehen sein, ob sich ein Bürgerkrieg wiedermals in einen Stellvertreterkrieg mit hochgradig religiösen und politischen Fundamenten im Iran ausprägen lässt, der enormes menschliches Leid durch amerikanisch/europäische Rüstung mit sich bringt. Vor allem diesen Interessen ist es doch nur profitabel, wenn Krieg und Konflikte das menschliche Zusammenleben über die eigenen Kontinentsgrenzen beherrschen. Die Karawane zieht weiter. Es ist traurig zu beobachten, dass es letztlich Menschen gleicher Kaste bzw. gesellschaftlicher Schichten und Unterdrückung sind, die sich mit Hilfe der elitären Waffen und auf Anordnung und Befehl von Obrigkeiten bekämpfen. Da würde es schon ausreichen staatlich finanzierte Sicherheitsstrukturen gegenüber dem gesellschaftlichen Aufbegehren zu untersuchen. Immerhin wäre das Schema ganz und gar kein Neues, ferner war die Drohung hin zum Iran schon längst gesprochen durch die (neuerliche) Führung westlicher Bündnisse. Nun ist der Iran offenkundig eines dieser Länder, die den hegemonialen und wirtschaftlichen Ansprüchen der USA, aber vor allem den Interessen des größten (einzig wahren) Verbündeten der USA in dieser Region entgegensteht. Vordergründig ist Israel der einzige Profiteur dieses vollends politischen und gesellschaftlichen Niedergangs im Nahen Osten. Bislang hat die amerikanische Politik ausschließlich Zerstörung und menschliches Leid in die Länder im Nahen und teilweise in den mittleren Osten gebracht, was durchaus kein Zufall und keineswegs ungewollt erscheint. Hier geht es ebenso nicht ausschließlich mehr um Ressourcen. Koloniale und religiöse Kriege gab es schon immer, nur sollte es äußerst schwer fallen, sich damit abzufinden, dies zu ignorieren. Politisches und wirtschaftliches Chaos über die Grenzen des Imperiums hinaus, waren noch immer wohltuend für den eigenen Geldbeutel und politische Strukturen, vor allem um Konkurrenz und Gegner nicht auf Augenhöhe begegnen zu müssen. Die Propaganda der nächsten Wochen und Jahre könnte jedenfalls wieder einmal erdrückend sein.

Marcel L.

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