Trump und das Establishment

Börsenkurse explodieren nach der Wahl

Leider muss auch ich zugeben, dass ich mich nach jetzigem Kenntnisstand in der Person Donald Trump zusehends getäuscht habe. Der scheinbare Feind des Feindes ist noch lange nicht Freund. Vielleicht zu oft grundlegende politische Interessen, auch der Etablierten, die, die im Grunde doch die selben geblieben sind, ignoriert und verkannt. Genauer, getäuscht in der Hoffnung einer politischen und vor allem weltlichen Revolution, in einem Anfang des Friedens oder in einer gesellschaftlichen, aber auch herrschenden „Erneuerung“. Sich von alten, schlechten Tugenden und Feindschaften zu trennen und sich neuen Anstrengungen, freiheitlichen, friedlichen und gemeinschaftlichen, zu widmen. Wobei ich doch nie müde geworden bin, die Politik in ihrem undemokratischen und unsozialen Zustand, vollumfänglich, auch Donald Trump als potentiellen Teil dieser eingeschlossen, zu kritisieren und die „überkochende“ Euphorie in seine Person einzubremsen. Eine Revolution liegt nicht im Kern eines Mannes, der im Grunde durch und mit diesem System groß geworden ist, und anscheinend nun als „Antithese“ dieses System nach außen hin vertreten soll. Hervorgebracht als völliges Gegenteil der bisherigen elitären politischen Klasse, als völliges Gegenteil zu Clinton, Obama oder Merkel, oder andere Teile dieses korrupten Systems, deren Ansehen in der Bevölkerung zusehends gesunken ist. Die Rede ist von einem imperialistischen, gewalttätigen, ausbeutendem und unterdrückendem System. Damit ist aber auch die Gefahr der Naivität für deklariertes Neues in der Gesellschaft gestiegen.

Ja, es ist schmerzlich Fehler einzugestehen, ist doch aber eine genaue und umfassende Analyse in Zeiten eines Wahlkampfs schlicht unmöglich. Und schlauer ist man sowieso immer hinterher, zumeist wenn es zu spät ist. Doch lag die Entscheidung in ganz anderen Händen.

So stand doch zuletzt Donald Trump für weniger Krieg im Nahen Osten, für eine Versöhnung mit Russland, eben für die Einhaltung und Inangriffnahme innerer Angelegenheiten der USA. So zumindest wurde es verbreitet in kritischen und „seriösen“ Medien. Weniger Imperialismus, weniger Europa, weniger Nato und weniger Russland. So konnte man die Worte interpretieren. Damit will ich aber dennoch der Alternativen nicht vollumfänglich ihre Glaubwürdigkeit entziehen, obwohl dort teilweise eine Unterwanderung schon längst sichtbar sein dürfte.

Er sprach offen aus, was die meisten schon wissen durften, illegal Kriege mit Hilfe hochgezüchteten Terrororganisationen durch seine vermeintlichen Konkurrenten. Die Option für Gespräche mit Russland lies er sich immer offen. Das heißt aber zudem, er hatte auch keine konkrete Position für eine Zusammenarbeit. Heute Feind, morgen Freund, immer die Interessen im Hinterkopf. Es ist doch unrichtig Trumps Aussagen zu zitieren oder zu interpretieren, als kritisiere er die Kriege im Nahen Osten als falsch. Hätten die USA Libyen oder den Irak nicht angegriffen, oder durch Terror destabilisiert, „wäre die Welt sicherer“. Nein, er sagt, die USA wäre „in einer besseren Situation“. Die VSA und ihre Verbündeten, sowie Israel, kontrollieren nicht den Nahen Osten.

Er bezeichnet eindeutig den Iran als Hauptkonkurrenten im Nahen Osten. Ebensfalls China im Ostasiatischen Raum. Saddam Hussein hätte „den Iran blockiert“. Iran zu bekämpfen mit allen Mitteln sind ebenfalls die Positionen der israelischen Führung, mit der Donald Trump schon heute innige Beziehungen führt.

Längst ist die Situation und die Strategie der amerikanischen Kriegstreiber im Nahen und mittleren Osten, speziell in Syrien gescheitert. Sie sind mit Nichten einer Gaspipeline aus Katar näher gekommen. Mit Russland in Syrien als Gegner sind die Interessen mittels der Terrororganisation IS nur noch schwer umzusetzen. Wozu braucht man dann diesen also noch. Die Strategie steht also mit Trump vor einer Neuausrichtung. Terrororganisationen werden geschaffen um sie später wieder zu bekämpfen. Somit sichert die Waffenindustrie ihre Existenz. Doch macht das die Welt keineswegs friedlicher und gemeinschaftlicher.

Das wir im Grunde vor einem großen Krieg, auch mit Trump stehen könnten, die Konflikte im Nahen Osten nicht weniger werden, der Konflikt mit Russland keinesfalls Lösungen trägt, Spannungen mit China, dem Iran etc. durch die Kriegstreiber steigen werden, dürfte schon anhand von Börsenbewegungen nach der Wahl Donald Trumps sichtbar werden. Die Aktien sämtlicher Rüstungsunternehmen stiegen bis zu 25% seit der Wahl des designierten amerikanischen Präsidenten. Aktien von amerikanischen Rüstungsunternehmen wie Lockheed Martin, BAE Systems oder Raytheon setzten ihren Höhenflüge der letzten 4 Jahre unmittelbar nach der Wahl rasant fort. Auch deutsche Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall legten seit dem fast 15% an Wert zu, was sicher auch darauf zurückzuführen ist, daß von Seiten der deutschen Bundesregierung angekündigt wurde den Rüstungsetat auf 60 Mrd. € fast zu verdoppeln.

Viele Anleger suchen in Aktien russischer Ölkonzerne eine sichere Geldanlage in Kriegs- und Krisenzeiten. So notieren auch Werte wie Tatneft oder Lukoil nahe ihren Höchstständen unmittelbar vor dem Ausbruch des Wirtschaftskrieges um Öl und Gas gegen den Westen vor ein paar Jahren, was im Grunde wider des allgemeinen Verständnis liegt. Weltkriege, und Kriege allgemein, verschlingen aber enorm viele Ressourcen, bewirken Nachfrage und damit eine Verknappung des Angebots. Die ausgemachten Kursbewegung an der Börse Richtung Süden in Folge eines Trump-Sieges wider des Establishment blieben also aus, auch der amerikanische Leitindex Dow Jones verzeichnet seit dem Tag der Wahl enorme Gewinne. Von einer Krisenstimmung und einem Börsencrash aufgrund von unsicheren Zeiten durch einen „Freihandelskritiker und Weltverschwörer“ wie Trump scheint keine Spur zu sein. Vor allem eben nicht der propagierte Gegner der Elite. Sein Team und die politische Mannschaft läßt anderes vermuten.

Die Zeichen stehen eindeutig auf eine falsche Fährte, eine Täuschung der Wählerschaft und der einzelnen Gesellschaften. Die politische Agenda steht weiterhin vorrangig auf Eskalation und einen Fortgang der allgemeinwirtschaftlichen, finanzwirtschaftlichen und politischen Risiken, anstatt gesellschaftlichen Ausgleich und einen Friedensprozess voranzubringen. Die Profiteure des Krieges haben schon längst ihre Chancen erkannt und scheinen von künftigen politische Entscheidungen Kenntnis erlangt zu haben, sitzen im Grunde in der Runde. Das vor allem die Rüstungsunternehmen im Schatten des Trump-Sieges enorm profitiert haben, lässt keineswegs Gutes erahnen. Die Hoffnung ist hauptsächlich am Finanzmarkt und in dessen unverminderten Einfluss in zukünftige Politik gescheitert, was so einiges Ungetrübtes offenbaren lässt.

Marcel L.

 

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1 Kommentar

  1. Die Situation wird immer bequemer für die Macht. Die Menschen folgen wiedermal blind ihren Herrschern, die sie von früh bis spät an der Nase herumführen. Es gehört zum Machterhalt Gegensätze aufzubauen um so die Menschen zu manipulieren und zu lenken, sich erneut naiv hinter die Politik zu stellen. Der permanente Vergleich mit Kennedy trifft hier überhaupt nicht zu, aber da hat man irgendwann wieder einmal eine These in die Welt gesetzt, an die sich jetzt die Menschen halten und permanent damit argumentieren. Habt ihr alle keine eigene Meinung, seid ihr wiedermal so leicht zu manipulieren? Die Situation ist eine völlig andere, der Mensch auch, die Zeit erst recht. Er wettert permanent gegen das Establishment, weils den Massen gefällt, die Menschen lassen sich damit bespaßen. Er ist selbst ein Teil derer, gegen die ihr an anderer Stelle wettert. „Nicht die Elite ist das Problem, die Gesellschaft ist das Problem.“ Die falsche Fährte wurde schon früher gelegt, die Manipulation, und gerade das sog. Establishment, das in und um Trump unentwegt vorhanden ist, macht sich das zu eigen. Die Menschheit ist hoffnungslos verloren, anstatt der Poltik den Rücken zu kehren, kommt neue Hoffnung bei vielen, es ist eine Schande. Snowden könnte ebenso ein Schmierentheater der Administration sein. Zu viel Vertrauen ist geradezu tödlich und existentiell, den die wahren Dinge kennt annähernd keiner.

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