Vitamin B12 und dessen Mythen in der veganen Ernährung

Eines der umstrittensten Themen, wenn es um die vegetarische bzw. gar vegane Ernährung in Kommentarspalten und Diskussionen geht, scheint der vorgebliche Mangel an Vitamin B12 zu sein, der eine gravierende Folge dieser Ernährungsumstellung sein soll. Dabei trägt dieses Thema erneut ausschließlich dazu bei, Ängste und Sorgen hervorzurufen, sich einer lebensgefährlichen Gefahr auszusetzen, würde man sich ausschließlich durch pflanzliche Produkte ernähren, bzw. auch nur auf Fleisch zu verzichten, welches im allgemeinen Konsens der Hauptlieferant für Vitamin B12 ist. Letztendlich ist das völlig unvollständig und falsch, um nicht zu sagen, völliger Blödsinn. Darüber hinaus überaus grundlegend egoistisch. Dabei muss man sich doch tatsächlich vor Augen führen, daß ein Vitamin B12 Mangel bei Fleischessern keinesfalls ausgeschlossen, ja nicht mal selten ist. Die meisten Patienten, die dahingehend behandelt werden, essen regelmäßig Fleisch. Das Angebot der pharmazeutischen Zusatzstoffe in Form von Tabletten ist groß, somit ist es ausgeschlossen dahingehend ausschließlich Veganern dieses Problem anzulasten. Oder meint man es würde sich lohnen den Bruchteil einer Gesellschaft mit derart Präparaten zu versorgen? Geld lässt sich vor allem durch einen Mangel an Aufklärung in der Bevölkerung verdienen. Klar muss man fairerweise anmerken, das nun mal ein mehrfach überwiegender Teil regelmäßig Fleisch konsumiert, daher aufgrund der enormen Unverhältnismäßigkeit zwischen Fleischessern und Vegetariern/Veganern schon ein unausgewogenes Verhältnis dieser Symptome auftreten könnte, doch ist tatsächlich ausgeschlossen, dass gerade diese eine Risikoerkrankung der letztgenannten Gruppe darstellen soll. Da braucht man in der Regel als Veganer/Vegetarier nicht mal sich die Lebensmittel großartig nach dem Reichtum an besonderen Nährstoffen auszusortieren. Denn tatsächlich ist ein veganer oder vegetarischer Lebensstil überhaupt keinen größeren Umständen und Aufwänden zu verpflichten.

Entscheidend für die Nährstoffaufnahme über das Fleisch, das vom Menschen verzehrt wird, ist letztlich die Nährstoffaufnahme und die Umwandlung des Futters des Tieres selber. Wichtig ist daher auch vor allem für den Fleischesser, dass das Tier grundlegend gesund und artgerecht gehalten und ernährt wird. Da die meisten der Tiere aber keine Allesfresser, sondern eher reine Pflanzenfresser sind, müssen diese Tiere ihre lebenswichtigen Nährstoffe, sowie lebenswichtige Darmbakterien logischerweise über die gefressenen Pflanzen (vegetarische Kost) umwandeln oder direkt aufnehmen. Solche Bakterien, die auch für das Vitamin B12 verantwortlich sind, müssen daher grundlegend in der Erde, folglich in Pflanzen und Obstsorten vorhanden sein und werden durch diese pflanzliche Nahrung aufgenommen, etwa auch durch Getreide oder Soja in der Massentierhaltung. Das oben angesprochene Vitamin B12 können eben nur Bakterien (Mikroorganismen) bilden. Bei Schlachttieren befinden sich diese Bakterien letztlich im Verdauungskanal. Wie sie dort hinkommen, scheint nun klar zu sein. Wichtig für die Bildung von Vitamin B12 ist ebenso die Anwesenheit von Kobalt, dass aus dem Boden wiederum durch pflanzliche Nahrung aufgenommen werden muss. Das bedeutet also das das Tier als Zwischenlieferant für das erforderliche B12, das in Mengen weniger Mikrogramm täglich für den Menschen benötigt wird, getrost entfallen kann. Ein Mangel an Vitamin B12 wäre auf lange Sicht die Ursache etwa für Demenz und eine Schädigung des Nervensystems.

Von Seiten der Ernährung her ist der Mensch nun den Affen sehr nah, jene die sich tatsächlich annähernd ausschließlich von Früchten der Bäume ernähren. Auch jene Tiere, die sich ausschließlich von Pflanzen ernähren sind noch nicht durch den Mangel an Vitamin B12 ausgestorben, warum solle es dann den Menschen so gehen, wie es tatsächlich von einigen Seiten völlig irre erzählt, ja fast schon propagiert wird. Vitamin B12 wird bedenkenlos und unbemerkt über viele Gemüsearten und Obstsorten auf humusreichen Schichten aufgenommen, um den Bedarf zu decken. Dieser liegt tatsächlich im Mikrogrammbereich pro Tag.

Der Mensch hat ferner in gewissen Fällen das Problem auch als Fleischesser einen Vitamin B12 Mangel nicht ausgleichen zu können, aufgrund von einer Übersäuerung im Darmtrakt, unter anderem auch durch übermäßigen Fleischverzehr. Eine Übersäuerung des Darmtraktes, damit des menschlichen Organismus, stellt darüber hinaus vielmehr die Gefahr dar, eine Krebserkrankung zu erleiden. In einem basischen Milieu/Organismus, wie es eher aus pflanzlicher Nahrung resultiert, haben Krebszellen grundlegend wenig bis keine Chance sich zu sättigen und zu wachsen. Aus diesem Grund wird auch davon gesprochen, dass der Krebs die vermeintliche Rache der Fluchttiere an den Raubtieren ist. Der Mensch ist eines der größten, ja sogar das größte Raubtier.

In einigen Fällen kann die Aufnahme von Vitamin B12 beim Menschen gänzlich versagen. Dahingehend kann man noch so viel tierische Produkte zu sich nehmen, diesen Mangel wird man nicht ausgleichen, schlimmer noch, die sensible Darmflora wird immer mehr geschädigt. Somit liegt ein Mangel an Vitamin B12 oft auch daran die falschen Produkte zu sich zu nehmen, die den Darm schädigen, was wiederum aber bei allen Gruppen der Fall sein kann (bsp. Salz oder scharfe Gewürze). Ein Vitamin B12 Mangel im Alter kann ebenso eine gravierende Ursache in der übermäßigen Einnahmen von Medikamenten liegen, die den Darmtrakt schädigen. Es gibt im Grunde keine Zweifel daran, das Obst und Gemüse nicht ausreichend Vitamin B12 enthalten, die über den Boden aufgenommen werden, so dass man auch zwangsweise keine zusätzlichen Präparate einnehmen muss, nur weil man sich entschieden hat auf tierische Produkte zu verzichten. Der menschliche Organismus ist zudem stets von mehreren Faktoren geprägt, so dass es doch von Grund auf schon schwierig sein dürfte, ein umfassendes, detailreiches „wissenschaftliches“ Bild zu zeichnen.

Das größte Problem eines Vitamin B12 Mangel scheint tatsächlich an der industriellen Ernährungsweise zu liegen. Dabei scheint es zum Teil unabhängig der Lebensweisen bezüglich der Fleischesser oder der Vegetarier/Veganer zu sein. Bei Fleischesser wird dieser Mangel eher nur selten erkannt, deshalb bleibt die B12 Problematik hier oft im Dunklen und unerkannt, zumeist wird speziell daraufhin untersucht, wenn man diesen Mangel großzügiger mit einem Vegetarier oder einem Veganer in Verbindung bringt. Somit halten sich auch auf beiden Seiten grundlegend Vorurteile und undifferenzierte Meinungen. Beispielsweise sollen auch Veganer, die sich überwiegend von Rohkost ernähren, gesammelte Wildkräuter etc. essen, fast nie an ein Vitamin B12 Mangel leiden. Dabei hält sich in so manch „Wissenschaftssendung“ die Prämisse, wären alle Menschen auf der Welt veganer, würde die Menschheit in der Kürze der Zeit ausgestorben sein, was letztendlich mit der Sicht auf die Evolution, auch im Hinblick auf viele den Menschen nahen verwandten Tiere, die sich ausschließlich von Früchten und „Grünzeug“ ernähren, völliger Unsinn und Dummheit ist, vielleicht auch von Lobbyinteressen gesteuert. Die Profitgier hält so manche Grausamkeiten parat. In dem Fall ist es auch der Zuspruch zur Massentierhaltung.

Um einen B12-Mangel entgegenzuwirken, darf beispielsweise zusätzlich auf Sauerkraut oder auch regionale Biere gesetzt werden. Regionale Biere deswegen, weil ausgegangen werden darf, das regionale Brauereien auf kleinere Betriebe für die Getreidezulieferung setzen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit keinen Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zur Schädlingsbekämpfung befürworten.

Fleischkonsum ist tatsächlich Dekadenz und Wohlstand der heutigen industrialisierten Welt, der weltweit Umweltkatastrophen und unendlich tierisches Leid hervorbringt. Leider weigert sich der Großteil der Bevölkerung auch, damit konfrontiert zu werden, über die negativen Folgen des täglich mehrfachen Konsums nachzudenken. Eine industrialisierte Gesellschaft, wie die unsere, könnte völlig und gut ohne Fleisch als Nahrungsmittel (über)leben, wenn man bedenkt, dass sämtliche Energie und Lebensgrundlagen, wie Unmengen an (Trink)Wasser und Getreide/Soja etc. in die Massentierhaltung fließt, anstatt dem Menschen direkt zuzuführen und bereitzustellen auf tatsächlich ökologischen und nachhaltigen Grundlagen, in weitaus geringeren und sparsameren Mengen. Ein Kilogramm Fleisch benötigt Unmengen an Energie, Lebensmittel und Ressourcen, trotz das den Tieren meist die widrigsten Umstände gewährt werden. Im Grunde völlig unverhältnismäßig und zugegebenermaßen verschwenderisch. 1 Kilogramm Rindfleisch verbraucht im Durchschnitt 15000 Liter Wasser (ca. 24 m³ Trinkwasser für das Tier, 7 m³ Wasser für die Reinigung der Ställe, aber der Großteil des Wassers wird für die Ernährung der Tiere benötigt – 1,3 Tonnen Getreide und etwa 7 Tonnen Heu und Silage) Da zumeist den Tieren in der Massentierhaltung billiges Soja aus Amerika zugeführt wird, was zudem übermäßig pestizidbelastet und fast ausschließlich genmanipuliert ist, wird damit die Rodung des Regenwaldes begünstigt, um die Flächen hervorzubringen von fruchtbarer Erde, die zudem aber durch die völlig überzüchtete industrielle Landwirtschaft schnell an Nährboden verliert. Der Regenwald fällt damit in weitaus größeren Teilen der Massentierhaltung und dem Fleischkonsum zum Opfer. Doch völlig unerträglich ist das Leid der Tiere in der überwiegend industrialisierten und perversen Haltung und Zucht, jene Tiere, die hinsichtlich Gefühlen, des Leidens und des Schmerzes keinesfalls hinter dem Menschen anstehen.

Marcel L.

 

Weitere Infos:

http://www.natuerlich-online.ch/magazin/artikel/die-vielen-behauptungen-rund-um-das-vitamin-b12/

http://www.vegetarismus.ch/heft/2008-2/vitaminb12.htm

 

 

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