Zyklen und die kommenden Höhepunkte

Die Wirtschaft, sowie beinahe alles andere, läuft in mehr oder weniger festen Zyklen ab. Ein Steigen und Fallen geht mit einem starken Vertrauen bzw. einem Vertrauensverlust in jeweilige Sektoren einher (Privat oder Öffentlich). Momentan sehen wir einen starken Vertrauensverlust in sämtliche Politik der Regierungen und verknüpfter Organisationen (allg. öffentliche Institutionen). Kapital verlässt in hohen Maße Staatspapiere und sammelt sich in Aktien, Immobilien oder Edelmetallen. Anhand des Zusammenbruchs der Weimarer Republik (mit einer Hyperinflation) kann man ähnliches feststellen. Es lassen sich durchaus Parallelen zum heutigen Kurs und kommenden realistischen Perspektiven, bis zur Machtübernahme Adolf Hitlers, feststellen.

1920-1923 erlebte Deutschland eine Hyperinflation auf die wenige Jahre später die Weltwirtschaftskrise von 1929 – 1933 folgte. Auch zwischenzeitlich erlebte man gravierende wirtschaftliche Probleme. Es war eine deflationäre Phase. (Zwischenzeitlich Währungsreform und Verbot der Edelmetalle; Goldverbot)

1931 folgte eine Bankenkrise in Deutschland, in dessen Zuge fast alle Großbanken gerettet und verstaatlicht werden mussten. Aus dieser Phase gingen ebenfalls die republikfeindlichen Parteien hervor. Heute scheinen wir uns tatsächlich in Vorkrisenjahren wiederzufinden. Ein stetiges Erstarken extremistischer politischer Richtungen bzw. die Abkehr von der etablierten Politik scheint das klar richtungsweisend zu belegen. Die Menschen vertrauen grundsätzlich nicht mehr in bisherige politische Entscheidungen. Eine neuerliche Weltwirtschaftskrise ist aus heutiger Sicht unvermeidbar. Wo wir uns befinden im Zyklus? Historisch gesehen vielleicht um das Jahr 1930. So genau wird man das nicht sagen können.

Zentralbanken (FED) haben im vorherigen Börsenboom (von 1922 bis 1929) die Zinsen angehoben. Dadurch floss weniger Geld nach Deutschland sondern in die USA. (die deutsche Börse hatte schon von 1927 – 1932 72% Indexverlust zu verbuchen) Kreditmittel wurden zusätzlich seit 1930 abgezogen. Das führte zu einer Geldmittelknappheit in der Weimarer Republik. Die daraus folgende protektionistische Abschottungsmaßnahmen gegen ausländische Konkurrenz führte schlussendlich zu rückläufiger Produktion, Massenarbeitslosigkeit und damit weniger Kaufkraft, also einen zunehmenden Absatzeinbruch. Innerhalb weniger Jahre ging die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit um teilweise mehr als die Hälfte zurück. 1931 erfolgte ein Bankrun, bei dem die größten Banken zusammengebrochen sind und mit staatlicher Hilfe gerettet werden mussten (in zwei Bankfeiertagen). Zahlreiche Unternehmenszusammenbrüche folgten. Das politische Vertrauen der Bevölkerung war zerstört. Eine politische große Koalition zerbrach, aufgrund unüberwindbarer Meinungsverschiedenheit bezüglich der Kostenbewältigung der zuvor entstandenen Massenarbeitslosigkeit in Folge des Ausbruchs der Wirtschaftskrise. Die Menschen wanden sich neuen politischen Kräften zu und so erlangte die NSDAP bei der Reichstagswahl 1930 einen richtungsweisenden Wahlerfolg, was die Situation nur mehr verschlimmerte. In Folge immer größer werdender Defizite im Staatshaushalt wurden stetig die Steuern erhöht. Ein Austeritäts- und Deflationspolitik schnürte völlig die Wirtschaft ab. Es wurden kaum noch öffentliche Investitionen getätigt, zusätzlich zur Zurückhaltung von privaten Investoren. Eine radikale Deflationspolitik mit immer weiteren Einbußen und Repressionen für das Volk fand schlussendlich immer mehr Schlüsse im Zustrom zu radikalen Parteien (NSDAP, KPD), bis schlussendlich eine Mehrheit aus Nationalsozialistischen Parteien zustande kam und darauf folgend Hitler an die Macht kam.

Geschichte wiederholt sich nun nicht, doch sie ähnelt sich stark, weil die Menschen ebenso immer wieder die gleichen Fehler wiederholen. Es scheint unvermeidbar. Wir erleben gerade den Zusammenbruch des westlichen Systems (Politik, Währung etc.), wie wir es bislang kennen. Das Finanzzentrum verschiebt sich zukünftig in Richtung Fernost bis es schlussendlich wieder einen Höhepunkt findet. Ursachen mag es viele haben, doch traut sich niemand daran, dieses System wirklich zu reformieren und zu revolutionieren. Vor allem die schlechten Geister endlich loszuwerden. Eben speziell weil viel zu oft, viel zu viele Einflussreiche daran profitieren.

Marcel L.

Quellen und Infos:

https://www.armstrongeconomics.com/armstrongeconomics101/basic-concepts/why-the-crash-burn-is-public-not-private/

https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik#cite_note-29

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