Afghanistan ist bezeichnend für den westlich elitären Terror

Die zweifelhafte und wahrhaftige Geschichte Afghanistans geht nun schon ein paar Jahre zurück und deckt sich wohl kaum mit jener, die in den Medien Verbreitung findet. Passend erwähnt zum immer wiederkehrenden Streit um Afghanistans internationalen Status als sicheres oder nicht sicheres Herkunftsland, vor allem im Bezug auf die aktuellen Abschiebungen Vertriebene bzw. Flüchtlinge, sollte die amerikanische Politik im kalten Krieg unter der massiven Anstrengung des kürzlich verstorbenen Zbigniew Brzezinski sein. Einer der eckelhaftesten und menschenverachtendsten Genossen unserer stürmischen Zeiten. Ein Mensch, der in seinem kruden Russenhass absolut kein Blatt vor den Mund nahm und immer wieder öffentlich aufforderte so viele Menschen zu töten, die nicht seiner Vorstellung, von einer US geführten imperialistischen und kapitalistischen Politik, entsprachen. Diese Einstellung scheint ihm schon in die Wiege gelegt wurden zu sein.

In Afghanistan liegen gerade auch deshalb viele Begründungen und Ursachen des heutigen islamistischen Terrors, der seit jeher als geostrategisches Mittel benutzt und finanziert wird, um imperialistische und kapitalistische Interessen durchzusetzen. Jener, der Afghanistan zu dem gescheiterten Staat gemacht hat, in dem Zustand es heute ist. Danach müssen alle Regierungen, die nicht der Doktrin und dem Diktat der westlichen Eliten folgen, beseitigt werden und durch treue Gefolgschaften ersetzt werden. So hatte man das gewaltpotential einiger islamischer Gruppen erkannt, und hat die Mudshahedeen in Afghanistan unterstützt um die sowjetnahe Regierung zu beseitigen. Religiöser Fanatismus lässt sich für die elitären Interessen perfekt lenken. Das war schon seit jeher der Fall. Das war in Afghanistan nun zum Zeitpunkt als Brzezinski in der US-Regierung unter Carter zum nationalen Sicherheitsberater ernannt wurde, was sicherlich als Meilenstein in der amerikanischen (Nach)Kriegsgeschichte zu werten ist, schaut man auf die verdeckten Kriege und deren perfiden Strategien dahinter, von Menschen wie Brzezinski ausgehend. Dabei muss man aber bemerken, das die Sowjetunion offensichtlich nie den Drang hatte sich in einer derartigen Weise auszubreiten, wie es die imperialistischen Kräfte aus der USA seit nun fast einem Jahrhundert getan haben. Anderes zu behaupten wäre eine völlig Verdrehung der geschichtlichen und aktuellen Geschehnisse. Schon bevor die Sowjetunion mit Truppen in Afghanistan einmarschierten, wurden Islamisten bewaffnet. Zum Ziel die Sowjetunion zu provozieren und als Konkurrenten mit Ambitionen zu vernichten. Der Zusammenbruch des Kommunismus und die paranoide Gefahr für den Westen, allen voran regierungsnahe Personen in den USA, war (und ist) wichtiger als Millionen von Menschenleben.

Afghanistan gilt augenscheinlich ausschließlich westlichen Interessen, sei es im kalten Krieg, sowie (noch heute) gegen den „russischen Feind“ (und den fernöstlichen), als auch im verlogenen „Krieg gegen Drogen“ oder der strategischen Handelsbeziehung sowie deren Torpedierung mit fernöstlichen Volkswirtschaften. Schon in vergangenen Tagen war ein aufkeimendes und mächtiges Eurasien für Brzezinski eine große Gefahr für die globale Stellung der USA.

In Afghanistan blüht der Mohnanbau, gerade dahingehend müssen unter anderem auch die Interessen der westlichen Geheimdienste und Regierungen, die mitunter im Auftrag der riesigen Pharmakonzerne stehen, eingeordnet werden. Zahlreiche offenkundigen Informationen legen die Verstrickung westlicher Geheimdienste mit Afghanistans Drogenanbau dar.

Nach vorher genannten Erkenntnissen kann es eben auch keine andere Schlussfolgerung geben, als das die westlichen Regierungen, unter dem Diktat elitärer Strukturen aus Übersee, Ereignisse der letzten Tage grundlegend benötigen, um ihre Strategien fortzuführen und die Interessen der westlichen Konzerngrößen (und Geldgeber) zufriedenzustellen. So dass neuerlich ein Bombenanschlag mit 70 Toten in Kabul in gleichen Kontext gesetzt werden darf, wie ein Terroranschlag in Berlin, Manchester, Paris etc.

Nein, Unterschiede gibt es da sicherlich keine, nicht bei den Initiatoren, den Interessen und schon gar nicht bei dem menschlichen Leid, doch weißt es eine gewisse Perfidität auf, wenn man sich anschaut, welches Leid die westlichen Regierungen schon in den letzten Jahrzehnten in Ländern wie Afghanistan unterstützt haben, plötzlich Bezüge und Erfahrungen eigener Gesellschaften sich zu Nutze machen, um eben diese Kriege in fernen Ländern in der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Vor allem die Debatte über eine sicheres oder unsicheres Afghanistan, anbei mit einer anscheinend maßlos inszenierten Abschiebung eines 20 jährigen Afghanen, am Leben zu halten. Zum Zweck auch weiterhin Truppen dort zu stationieren, womöglich aufzurüsten und die Menschen in eine völlig falsche Diskussion zu verstricken auf Grundlage teilweise gravierend abweichender Tatsachen. Wobei auch die Terroranschläge auf westlichen Boden einer Art von eigenem Staatsterrorismus gleichkommt. Aus Gründen, die an dieser Stelle schon des öfteren dargelegt wurden.

Afghanistan ist kein sicheres Land, aber eben größtenteils der über Jahrzehnte dauernden westlichen Politik geschuldet. Die skrupellos mitverantwortlich ist für den Tod Tausender Afghanen, sowie kein Moral dagegen hat, junge Menschen für ihre eigenen und die Interessen elitärer Strukturen hinter den Regierungen oder auch Großkonzernen zu opfern und zu belügen. Wenn wir sogar schon soweit sind, dass 11 Jährige Kinder von der Bundeswehr angeheuert werden mit fadenscheinigen Argumenten und Schönfärberei, sind wir vielleicht von dunklen Zeiten gar nicht mehr so weit entfernt.

Zur Polizeigewalt in Nürnberg kann man nur noch sagen, auch diese sollten endlich anfangen zu denken und sich den politischen Fehlentwicklungen annehmen. Denn von einer Polizei, die vorgibt, den Menschen Schutz zu gewährleisten, kann man ein anderes Vorgehen erwarten. Letztendlich ist der Verdacht einer gesteuerten öffentlichkeitswirksamen Inszenieren dieses Einsatzes, der in Nürnberg stattgefunden hat, gerade auch wegen des Zeitpunktes, gar nicht abwegig. Vor allem auch der Zeitpunkt zu einem Anschlags in Kabul. Auch, oder gerade auch weil hinterher zu Tage gekommen sein soll, dass der Schüler Hassparolen von sich gegeben haben soll. Ein Wahrheitsgehalt dürfte vor allem in heutigen Zeiten nur schwer zu prüfen sein, gerade im Hinblick der permanenten Verbreitung von Angst, Hass und Konflikten durch die Regierungen, regierungsnahen Organisationen und Medien unter die Bevölkerung. Zumindest wäre ein bisschen mehr Feingefühl derer angebracht, die nicht nur großkapitalistischen Interessen erlegen sind.

Grundlegendes Misstrauen sollte aber immer dann erreicht werden, wenn wieder einmal deutsche politische Größen von einem Angriff auf die westlichen Werte und auf uns alle sprechen, in Folge die Bevölkerung auf noch mehr Krieg und Konflikte einschwören mag. Die größte Gefahr ist nicht der sog. internationale Terrorismus, die größte Gefahr sind unsere Politiker, sowie die Geheimdienste, die eigens durch ihre Politik Terroristen sind und andere aus Eigennutz terroristische Handlungen zugestehen und wissentlich ausführen lassen. Ohne jeglichen Wert auf jegliches Menschenleben.

Marcel L.

 

Nachtrag: Und wie man es vermutet hatte, die USA planen eine Truppenaufstockung nach Afghanistan. Geopolitik nimm Kurs! Sogar die dem Westen treue afghanische Regierung appelliert Abschiebungen wegen der unsicheren Lage vorläufig einzustellen. Wir werden nur noch von Verbrechern regiert und bekommen von Verbrechern Bericht erstattet.

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