Brot und Spiele am Tag der deutschen Einheit

Der 26. Jahrestag

Derart ausnahmslos politisch inszenierten Feierlichkeiten konnte ich noch nie etwas ab, da sie nicht der Worte wert sind, mit denen sie bezeichnet und „gefeiert“ werden. Heute mehr denn je. Es zeugt von grenzenloser Unverschämtheit, wenn diejenigen Politiker und Persönlichkeiten, die an den Probleme der Stunde die Schuld tragen, „warme Worte“ an die bewusst geschundenen und geschröpften Bürger wenden, ihren Eigennutz feiern und mit den Problemen des Landes und der Welt ihr eigenes Ego aufblasen. Dazu noch Parolen und Hetze gegen die aufmerksamen und unzufriedenen Mitmenschen kreischen. Diesem inszeniertem bzw. auch medienwirksamen Konflikt der aufständigen bzw. ausscherenden Abtrünnigen an die „Friedlichen“, wird um dem „Spiel“ die Krone aufzusetzen, mit Panzern und Präsenz der Armee in Dresden entgegnet. Es ist völlig inakzeptabel Panzer und scharfes Kriegsgerät der Bevölkerung vorzuführen unter dem Vorwand eines „friedlichen und bürgernahen Aufmarsch“ zur Präsentation und Kennenlernen ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Kritik ist in Zeiten eines neuen kalten Krieges und eskalierenden Krieges im Nahen und mittleren Osten mehr als gerechtfertigt. Sie ist sogar unverzichtbar und noch viel zu leise. Denn eine Vorführung, Präsentation und Werbung dient schlussendlich nur dem Verkauf im westlichen (Ver-)Wertesystem. Dem Verkauf und der Akzeptanz von Konflikten und Kriegen in der Bevölkerung. Da ausschließlich Steuergelder die Kriege finanzieren, Menschen als Soldaten ihr Leben opfern sollen, spricht man im Grunde ganz direkt die potentiellen Kunden an. Wir sind dabei gewohnt, dass uns die Werbung mit allen Mittel, schlaue Sprüche, blitzende Maschinen, feinem Lächeln und mit Glücksgefühlen für Dumm verkaufen will, die Gefahren anbei total ausblendet, da es schlecht fürs Geschäft wäre. Militärparaden mit all ihrer Propaganda, im Großen wie im kleinen, dienen der Akzeptanz, der Abschreckung und der Manipulation des Volkes. Hier wird ein Nationalstolz gefördert, den es an anderer Stelle schlicht zu verhindern gilt. Kämpfen für die nationalen Interessen, oder die der Gemeinschaft. „Wir dienen Deutschland“. Welch absurde Doppelmoral. Interessen werden stets für das Großkapital gesichert. „Menschen helfen und Leben retten“, so wie es die Bundeswehr propagiert schafft man nicht in dem man den amerikanischen und europäischen kannibalistischen Imperialismus unterstützt und beispielsweise „Aufklärungsflüge“ zulässt, um den amerikanischen Drohnen ihre Ziele zu markieren, so dass diese einfach nur per Knopfdruck töten können. Den Menschen wird hier ein Sinn vernebelt, nach dem im Grunde jeder Mensch auf Basis seiner Instinkte nach Sicherheit und Unversehrtheit derart Kriegsvorbereitungen ablehnen müsste. Speziell im Ansprechen der jungen Generationen versucht man diese „Privatarmeen“ anzupreisen und für die „Tötungsmaschinerie“, vor allem im Ausland, zu faszinieren.

26 Jahre nach der Wiedervereinigung zweier, im Grunde noch heute besetzter Gebiete in Mitten einer europäisch/amerikanischen Verwaltungsdiktatur, kann man nun wahrhaftig nicht von Einheit sprechen. Diese Spaltung betrifft schon lange nicht mehr nur die neuen und die alten Bundesländer, die Menschen, die dort leben und heimatliche Verbindungen hegen. Heute ist die gesellschaftliche Spaltung viel tiefgreifender und gefährlicher als nur der jahrelang propagierte und provozierte Kampf „Ost gegen West“, Kommunismus gegen Kapitalismus, der sich damals schon grundlegend durch Lügen und Manipulation bekräftigte. Mittlerweile sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die (gewollte) gesellschaftliche Spaltung unumkehrbar wird, trotz oder gerade wegen noch so blumiger und „balsamiger“ Worte unserer heuchlerischen Politikriegen vor Ort.

Noch vor 27 Jahren zog sich eine physische Grenze durch Deutschland und Europa, hinter deren Mauern sich verschiedene Ideologien verbargen, ein Kontakt dieser beiden war überhaupt unerwünscht, aus Gründe der Infiltration und der Unterwanderung. Diese Grenze ist über die letzten beide Jahrzehnte, auch wenn viele diese Hoffnung hatten, nicht verschwunden. Heute haben wir eine geistige Grenze durch die Köpfe der Menschen, durch unterschiedliche Bevölkerungsschichten, durch Arm und Reich, durch Links und Rechts und sichtlich durch die an Russland grenzenden Länder, so dass im Grunde der komplette Frieden durch aggressive und imperialistische Politik zum Leidwesen der Menschen hier wie dort auf der Kippe steht.

Der 26. „Tag der deutschen Einheit“ wird vielerorts begleitet von Konflikten, Demonstrationen und eine perfide Vorstellung von Macht und Interessen der politischen, privilegierten Kaste. Soviel Gutgläubigkeit sollte gar nicht möglich sein, um den Worten dieser Schwätzer Folge zu leisten. Man mag bezweifeln, dass wir überhaupt in den letzten Jahrzehnten einen Erfolg für eine gemeinsame europäische Gemeinschaft, Integration und Werte geschaffen haben. Sollte da ein kleiner Faden Hoffnung gewesen sein, wurde man in den letzten Jahren völlig enttäuscht. Der persönliche Nutzen einer europäischen Union sollte eben nicht nur in der Reisefreiheit ohne Hürden oder um es auf die Spitze zu treiben, einer gemeinsamen Währung liegen. Dabei fällt es doch einem aufmerksamen Zuschauer wahrlich schwer, an die Vorteile zu glauben und vor allem diese auch zu sehen. Denn gerade dabei trennt sich die Spreu vom Weizen.

Im Grunde hat eine europäische Einheit, denn nur die muss man in Folge und als Ziel der innerdeutschen Einheit betrachten, den hier lebenden Menschen nicht mehr gebracht als „angenehme Bequemlichkeiten“. Keinen Wohlstand, keine Sicherheit, keinen Schutz. Weil eben die Europäische Union als geopolitische und wirtschaftliche Strategie gewisser elitärer Kreise anzusehen ist, nicht mehr und nicht weniger. Keiner derer, die heute in der europäischen Union ein Völkerbund des Miteinanders und der Kooperation sehen, ist im geringsten bereit wahrhaftig für die propagierten Werte und Lebensverhältnisse in dem Umfang einzustehen, wie es nötig wäre. Im Gegenteil, zu oft wird Bereitschaft erklärt, um wider jeglichen Verstandes, die Völkerverständigung, eben die der kleinen und Otto-normalen völlig zu sabotieren. Diese Entwicklung sehen wir im Verhältnis zu unseren griechischen Mitbürgern, Ukrainer oder Russen.

Also für mich ein eher fragwürdiges Ereignis ohne große Feierlaune. Ein großartiges Vorhaben, eine längst überfällige Korrektur der Geschichte und ein gesellschaftlicher Schritt nach vorn entpuppt sich zusehens als elitäre Selbstbefriedigung und Herrschaftswahn. Propagiert wird allenfalls eine gewaltbereite rechte Gesellschaft, die zu „unrecht“ gegen Politiker pöbeln. Das Demonstrationsrecht besteht eben auch nicht mehr vollumfänglich, da es indirekt den Bürgern verboten wird sich derart Menschen anzuschließen. Durch Propaganda und Gehirnwäsche. Um die Scheindemokratie zu wahren wird es dennoch in Kauf genommen, so dass man aber recht zügig eine Gegendemonstration auf die Beine zu stellen in der Lage ist, dass „Brot und Spiele“ auch bloß kein jähes Ende findet, denn nur so hält man den Pöbel und den Souverän unten und die Eliten oben.

Marcel L.

  • Die kommende Krise

    Niemand will doch (unmittelbaren) Krieg, trotzdem bekommen nur wenige den Hintern hoch, sich im Grunde erst einmal Gedanken darüber zu machen, wie bedrohlich die weltwirtschaftliche und -politische Lage tatsächlich sein kann. Vor allem welche Folgen für vielleicht jeden hinten dran stehen könnten. Grundsätzlich muss nun jeder mit seiner Naivität selber zurecht kommen, Risiken, vermeintliche Folgen, Schäden. Warnzeichen sind nun schon länger genug vorhanden. Letztlich würde aber auch das Wohl der gesamten Gesellschaft, auch das, der für eine bessere Welt einstehenden, von höchster Relevanz sein. Genau das vergessen immer diejenigen, die vorschnell „Verschwörungstheoretiker“, „Reichsbürger“, „Anitsemit“ oder „Rechter“ schreien. Vielleicht täusche ich […]

  • Die Grundrechtepartei

    Der grundsätzliche und fortschreitende Mangel der Gesellschaft in Deutschland, Europa und darüber hinaus an politischen Entscheidungen, damit an vielen wichtigen persönlichen Grundbedürfnissen und -prinzipien nicht unmittelbar mitwirken zu dürfen, ferner vorsätzlich ungehört den politischen Diskurs ausgemachter Persönlichkeiten auf nationaler Ebene, wie auch international auf der Ebene der europäischen Union oder anderer weltlicher politischer Bündnisse, permanent diktiert zu bekommen, was immer perfidere und willkürlichere Ausmaße anzunehmen scheint, spricht grundlegend gegen ein demokratisch-soziales System, das ausschließlich dem Volke dienlich zu sein hat.

  • Trotz Staatsschuldenkrise mehr für Rüstung

    Das gesellschaftliche Leben sollte vom fairen und toleranten Diskurs miteinander leben. Nur auf einer Weise der Argumentation und des regen Gedankenaustausch, vor allem basierend auf verständnisvolle und faire Weise mit friedliche und freiheitliche Normen und Werten, können gesellschaftliche Probleme grundlegend überwunden werden. Auch von meiner Seite mögen teilweise gravierende Denkfehler zu finden sein, im Grunde kann Gegenteiliges keiner so recht von sich behaupten. Was aber sinnvoll ist, sich an erster Stelle die Mühe zu machen, sich über Sinnhaftigkeit bzw. Richtigkeit einerseits und andererseits vermeintlichen Fehlentwicklung den Kopf zu zerbrechen. Was natürlich nicht bequem ist. Vor allem nicht, wenn man hinterher […]

  • In Zeiten politischer Hölle

    Gedanken zum politischen Diskurs Nennt man die Flüchtlingsströme zusammen mit dem schleichenden Bargeldverbot und einer anhaltenden Währungs-, Wirtschafts- oder Staatsschuldenkrise in ein und den selben Gedankengängen, ist das schon recht aufschlussreich im Hinblick auf die derzeitigen Probleme und derer, die uns noch bevor stehen werden. Vor allem ist es real. Letztlich scheint das System in vielerlei Hinsicht gerade an seine Grenzen zu stoßen, für viele noch unbemerkt, was aber auf den selben Boden zurückzuführen ist und das wird schon teilweise brutal sichtbar. Stichwort Staatsbankrott. Das westliche System, diktiert größtenteils von einem elitären Kreis, der sich hinter einer amerikanischen Hegemonialmacht verbirgt, […]

  • Prof. Rainer Mausfeld: Die Angst der Machteliten vor dem Volk

    Prof. Dr. Rainer Mausfeld studierte von 1969 bis 1979 Psychologie. Heute unterrichtet er Psychologie an der Universität Kiel. Seine Fachgebiete sind Wahrnehmungs- und Kognitationsforschung, beschäftigt sich mit den Grundlagen und Prinzipien des Geistes bzw. des Verstandes. Er behandelt in seinen Vorträgen seit vielen Jahren die Geschichte der Psychologie, fasste diese neuerlich in einer politischen Perspektive zusammen, spricht damit die unzufriedenstellenden Positionen der Menschen, zum normalen Volk zählend, deutlich an. Die Resonanz dessen, was er macht steigt stetig an, da auch  die Unzufriedenheit der Menschen bemerkenswert stetig steigt, diese grundlegend anfangen die systemlichen Schwierigkeiten und falschen Entwicklungen, bzw. dauerhaften Differenzen zwischen […]

3 Kommentare

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*