Der Monopolkapitalismus und die Konzentration des Kapitals

Der nachfolgende Beitrag beinhaltet unter anderem ausdrücklich die Meinung des Verfassers. Diese kann von den Standpunkten des Blogbetreibers und -gründers abweichen.

Autor: rote_pille

Schizophrene linke Intellektuelle schaffen es, gleichzeitig den Wettbewerb und das Monopol anzuprangern, so wie sie es verstehen, Materialismus und Wachstum zu dämonisieren, während sie gleichzeitig beklagen, dass es den Armen materiell schlecht gehen würde. Ich kann mit ihren Stimmungsschwankungen definitiv nicht mithalten. Doch zumindest dem oft erhobenen Vorwurf des „Monopolkapitalismus“ möchte ich hier begegnen.

Unter einem Monopolisten wird üblicherweise ein Alleinanbieter auf einem Teilmarkt verstanden. Es gibt die Neigung, das als Anomalie zu betrachten, wenn ein Unternehmen es dank der Überlegenheit seiner Produkte schafft, alle Konkurrenten vom Markt zu verdrängen. Unglücklicherweise schweben einige unrealistische Vorstellungen vom Wettbewerb im Raum, insbesondere die eine, dass perfekter Wettbewerb nur dann existiert, wenn sich sehr viele ungefähr gleich große Firmen den Markt teilen. Gerade in dieser Idealvorstellung kann es gar keinen Wettbewerb geben, weil der Ausgang, d.h. in der Regel, die Ungleichheit bei den Marktanteilen, ausgeschlossen werden muss. Man möge sich einen 100-Meter-Lauf vorstellen, bei dem der Schiedsrichter am Ende jedem Läufer den Mittelwert der gemessenen Zeiten zuweist. Als „Wettlauf“ würde man das wohl kaum bezeichnen können. Die Möglichkeit des Erfolgs im Wettbewerb mit der damit einhergehenden dominanten Stellung ist integraler Bestandteil des Wettbewerbs.

Nirgendwo steht geschrieben, dass die Produktionsfaktoren (= Produktionsmittel + Arbeit) ihre profitabelste, d.h. i.d.R. wertproduktivste Verwendung finden, wenn sie genutzt werden um Konkurrenz zu einem Angebotsmonopol aufzubauen. Wenn der Internet Explorer zum Beispiel was getaugt hätte, warum hätten dann Ressourcen für die Schaffung von Firefox und Chrome verschwendet werden sollen?

Der Wettbewerb endet nicht, sobald jemand eine Monopolstellung erlangt hat (anders herum wird kein Schuh daraus: der Wettbewerb kann nur durch eine erzwungene Monopolisierung ausgeschaltet werden). Es ist schließlich nicht gesagt, dass künftig keine weiteren Wettbewerber auftauchen könnten, weil eine Firma vorläufig alle anderen übertrumpft hat.

Namhafte Ökonomen wie z.B. Ludwig von Mises haben deshalb im Monopol, solange es auf dem Markt entsteht, nie ein Problem gesehen, sondern lediglich im Monopolpreis. Ein Monopolpreis ergibt sich, wenn der Monopolist das Angebot einschränkt und die Nachfragekurve eine bestimmte Struktur hat, sodass trotz geringerem Angebot höhere Profite zu erzielen sind, die auf eine suboptimale Versorgung hindeuten. Die Existenz eines Monopols impliziert nicht das Auftreten von Monopolpreisen.

In der Praxis ist es sehr schwer zu bestimmen, wann ein Monopolpreis vorliegt. Erstens ist der Begriff „Monopol“ ist sehr schwammig und hängt maßgeblich davon ab, wie groß der Teilmarkt gewählt wird. Die Deutsche Bahn z.B. mag im Schienenverkehr in Deutschland ein fast idealer Monopolist sein, aber auf der übergeordneten Ebene konkurriert sie mit anderen Transportmitteln wie z.B. privaten Fernbussen (und verliert Kunden). Wenn man den Teilmarkt zu eng wählt, bekommt man ebenfalls absurde Ergebnisse – jeder Laden hat ein „Monopol“, bezogen auf ein genügend kleines Gebiet, und Grundeigentümer haben demnach auch ein „Monopol“ auf ihr Landstück – selbstverständlich handelt es sich um propagandistische Überstrapazierung des Begriffs, in diesem Kontext von einem Bodenmonopol zu sprechen wie es z.B. Freiwirtschafter tun.

Zweitens kann die Nachfragekurve nur abgeschätzt werden.

Drittens kann zwischen einer monopolistischen Einschränkung des Angebots und einer gewöhnlichen, die auch auf Märkten mit weiteren Wettbewerbern vorgenommen werden kann, nur mit Mühe unterschieden werden. Wenn z. B. die Profite relativ zum Risiko in einem Teilmarkt besonders niedrig sind, dann sinkt die Bereitschaft sich in diesem Markt zu engagieren, was automatisch dazu führt, dass das Angebot sinkt. Wird eine derartige Einschränkung auf einem monopolisierten Markt vorgenommen, kann die Absicht, zusätzlich Monopolpreise zu erzielen, höchstens erraten werden.

Man erkennt sie deshalb nur in seltenen Ausnahmefällen. Ein berühmtes Beispiel gibt der Hedgefonds-Manager Shkreli ab, der den Preis des Medikaments Daraprim verfünfzigfacht hatte. Die Staatstätigkeit ließ sich schnell als Ursache ausmachen: es existiert ein Patent (vom Staat verliehenes Monopol) und die Markteinführung neuer Medikamente wird generell von einer staatlichen Behörde (FDA) um Jahre verzögert. Es empfiehlt sich immer misstrauisch zu sein, und sich zu fragen, wieso der „Kapitalismus“ in diesem Fall nicht funktioniert und sich kein Wettbewerber findet, der die Profite auf Normalniveau treibt. Der in der Realität auftretende „Monopolkapitalismus“ hat mit Kapitalismus nämlich meist ungefähr so viel am Hut wie Politiker mit produktiver Arbeit. Ursprünglich war sogar die Definition eines Monopols an das Staatliche geknüpft: es war ein vom König verliehenes Recht, eine Ware ausschließlich produzieren oder handeln zu dürfen, und der Verkauf von Monopolrechten wurde zur Staatsfinanzierung verwendet. Die zu der Zeit eher staatskritisch eingestellten Intellektuellen hatten keine Veranlassung, die Masse zum falschen Glauben zu verleiten, der Kapitalismus würde von sich aus zu Monopolen neigen.

So viel dazu. Bis hierhin wurde von der Monopolisierung von Absatzmärkten gesprochen. Es gibt noch eine zweite Version: die Monopolisierung von Produktionsfaktoren (= Produktionsmittel + Arbeit). Die Benennung ist zwar ähnlich und es gibt Überschneidungen, beides sollte dennoch nicht verwechselt werden.

Die Konzentration des Kapitals und die Monopolisierung der Produktionsfaktoren sind ein und dasselbe. Sie werden immer dann beklagt, wenn behauptet wird, dass die Reichen immer reicher werden könnten, bis am Ende ganz wenige im Besitz sämtlicher Produktionsmittel sind. Deshalb brauchen wir eine Regierung im Dienste des Volkes, bla bla bla. Es wird Zeit, diesen Vorwurf mit der Hilfe von Prof. Hoppes Erkenntnissen auszuräumen.

Um ihr Kapital erfolgreich vermehren zu können, müssen die Kapitalisten erfolgreich Geschäfte damit machen. Der höchste Profit winkt i.d.R. dort, wo die dringendsten Verbraucherwünsche mit dem geringsten Einsatz von Mitteln erfüllt werden, d.h. sie brauchen Informationen wie sie das anstellen. Je mehr Vermögen die Kapitalisten auf sich konzentrieren, desto schwieriger wird es an die Informationen heranzukommen, denn sie müssen sich von der Produktion und den Kunden entfernt haben. Es leuchtet ein, dass ein Abteilungsleiter eher über seine Abteilung und die möglichen Verwendungszwecke der ihr unterstellten Produktionsfaktoren Bescheid weiß als sein vorgesetzter Topmanager, und die Kapitalisten, vor allem jene, die mehrere Unternehmen besitzen, noch stärker von der Information abgeschnitten sind als ihre Topmanager. Die Frage ist jetzt, wie die Information von unten, wo die Produktion sich abspielt, an die Spitze der Hierarchie gelangen kann, sodass die Großkapitalisten wissen, wie sie die Produktionsfaktoren verwenden müssen, um den maximalen Profit zu erzielen.

Dafür gibt es die Wirtschaftsrechnung. Alle Produktionsfaktoren haben, solange sie gehandelt werden, Preise, in die Information über alle möglichen Verwendungszwecke eingeht. Im Preis des Produktionsfaktors Arbeit sind z.B. die Einschätzungen unzähliger Arbeitgeber enthalten, die sie alle zu einem bestimmten Zweck nutzen wollen. Will ein Selbstständiger wissen, mit welcher Verwendung des Produktionsfaktors Arbeit (konkret seiner eigenen Arbeit) er das Maximum herausholt, muss er nur seine Arbeitskraft auf dem Markt anbieten und vergleichen, ob er dort nicht mehr bekommt. Der Meistbietende kennt den besten Verwendungszweck, denn sein Gebot kann er nur abgeben, weil er einen noch höheren Profit erwartet. Dieser Vergleich ist unendlich viel einfacher, als sich mit sämtlichen möglichen Verwendungszwecken vertraut zu machen. Für alle anderen Produktionsfaktoren, namentlich die Produktionsmittel, gilt natürlich dasselbe. Durch die Wirtschaftsrechnung kann die Distanz zur Produktion quasi überbrückt werden, sodass die Investitionsentscheidungen von oben nicht an Qualität verlieren.

Doch je mehr die Kapitalisten die Produktionsfaktoren monopolisieren, d.h. dem Marktverkehr entziehen, desto weniger Information enthalten die nur auf Märkten zu bildenden Preise bzw. sie kommen gar nicht mehr zustande. Da die Wirtschaftsrechnung nur so aussagekräftig ist wie die Preise, auf denen sie aufbaut, wird es mit zunehmender Monopolisierung immer unwahrscheinlicher, dass die Monopolisten ohne ihre Hilfe trotz ihrer Distanz zur Produktion die profitabelste Verwendung der Produktionsfaktoren selbst kennen. Hier treten spezialisiertere kleinere Konkurrenten auf den Plan, die näher an der Produktion sind und Wissen über die Umstände besitzen, das die Monopolisten wegen ihrer größeren Distanz nicht oder nur noch mit erheblich mehr Aufwand (= Bürokratie) in der Lage sind einzusammeln.

Die Monopolisten bieten die Produktionsfaktoren von sich aus wieder auf dem Markt an, weil ihr Profitinteresse sie dazu antreibt zu überprüfen, ob sie nicht mehr herausholen könnten, und falls es möglich ist, entsprechend zu handeln. Da es mit fortschreitender Monopolisierung immer wahrscheinlicher wird, dass die Konkurrenten eine profitablere Verwendung kennen als die Monopolisten, und daher bereit sind entsprechende Kaufpreise zu bezahlen, gibt es eine immer stärker werdende Tendenz zur Auflösung der Monopole durch Verkauf.

Es ist deshalb eben nicht so, dass Konzerne durch Skaleneffekte immer effizienter und größer werden und die Privatvermögen unbegrenzt wachsen können, wenn niemand eingreift, sie besteuert, enteignet etc. Eine Zeit lang mögen die Größenvorteile dominieren und die Akkumulation ermöglichen, bis der beschriebene Effekt – das Kalkulationsproblem – überhand nimmt. Zugegeben, die Konzentration kann erheblich sein, wenn man die Gleichverteilung oder eine leichte Ungleichverteilung zum Maßstab nimmt. In dem Fall wird man von der Realität wahrscheinlich stets enttäuscht werden. Ich behaupte nicht, dass die Ungleichverteilung jemals verschwinden oder gar nur ein für „verteilungssensitive“ Menschen erträgliches Maß annehmen wird (deshalb sollten sie lieber daran arbeiten ihre negative Einstellung zur wirtschaftlichen Ungleichheit loszuwerden), sondern lediglich, dass der Kapitalismus nicht zu unbegrenzter Akkumulation neigt und etwaige Befürchtungen irrational sind.

Durch politische Macht kann die Konzentration weiter getrieben werden als der Kapitalismus es hergeben würde, das steht außer Zweifel. Doch die Konsequenzen des durch die Monopolisierung verursachten Kalkulationsproblems zeigen sich in jedem wirtschaftlichen System. Im Sozialismus z.B. wurden alle Produktionsfaktoren von einer Organisation monopolisiert und mussten zur Erhaltung des Systems monopolisiert bleiben. Also konnte das Kalkulationsproblem in noch nie da gewesener Stärke auftreten und sich in Ineffizienz und Bürokratie manifestieren. Ohne über viele Personen verteiltes Privateigentum an den Produktionsmitteln konnte es keinen profitorientierten Handel mit einem großen Teil der Produktionsfaktoren mehr geben und damit auch keine aussagekräftigen Preise für sie (wäre der Handel nicht profitorientiert, gäbe es zwar Preise, aber die wären beliebig und würden keine Information enthalten). Produktionsferne Zentralplaner konnten nur noch raten, ob der Einsatz wirtschaftlich ist oder nicht. Wären die sozialistischen Behörden Kapitalisten mit einem Supermonopol gewesen, hätten sie aus eigenem Antrieb sofort einen Großteil der Produktionsfaktoren verkauft/verliehen, an Leute aus der Branche, die eher wissen wie man mehr daraus machen kann, und die Konzentration wäre mit der Zeit abgeklungen. Irgendwann begriffen die sozialistischen Eliten, dass sie viel mehr profitieren können, wenn sie auf ein Stück ihrer totalen Macht verzichten (ich halte herzlich wenig von der Annahme, sie hätten sich von unbewaffneten Spaziergängern einschüchtern lassen und die sozialistischen Intellektuellen sind nie wirklich von ihrer antikapitalistischen Linie weggekommen). Deshalb möchte ich noch hinzufügen, dass selbst der politische Weg zur unbegrenzten Konzentration – sei es Sozialismus, oder irgendeine Weltordnung, in der nur noch ein paar Familien alles besitzen und Kapitalismus simuliert wird – früher oder später aufgegeben werden muss.

 

Vielen Dank an den Beitragsverfasser.

(Dieser Blog steht für Meinungsvielfalt. Diese soll ebenso zum Nachdenken, wie auch zum Verstehen anregen. Sämtliche Beiträge verschiedener Autoren, sowie Gastbeiträge können voneinander in persönlicher Meinung und Einstellung abweichen. Vor allem von der Meinung des Bloggründers.)

 

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2 Kommentare

  1. Genau aus diesem Grund ist der Wettbewerb extrem schädlich für die Menschen.
    Es gibt nämlich keine gleiche Bedingungen in diesem System, von daher es auch keinen fairen Wettbewerb geben kann. Dann soll man gefälligst auch nicht davon sprechen.
    Wenn man aber von der Notwendigkeit von Wettbewerb sprechen will, dann soll man auch über die zwangsläufigen Folgen sprechen. Nämlich dass man sich durch Größe, Beziehungen, Geld, Bestechung, also durch unmoralisches Verhalten Wettbewerbsvorteile ergaunern kann.
    Der Fall, dass das bessere Produkt gewinnt, ist in der Regel eine Lüge, denn es gewinnt der der am besten ausbeuten kann und der der ein Produkt am billigsten herstellen kann.
    Die Folgen bekommen die Menschen zu spüren. Immer größere Konzerne mit immer mehr Macht, die sie einsetzen für unmoralisches Verhalten.
    Die einfachen Menschen versuchen nun sich ebenfalls im Wettbewerb Vorteile zu verschaffen, was zu dem überall beobachtbaren Moralverlust führt und geführt hat.

    • Vielen Dank für ihren Kommentar. Ich sehe einiges ähnlich, dennoch mit kleine Details.

      Ich denke hierbei kann man ein wenig weiter ausholen. Wie sie schon richtig gesagt haben, ein Wettbewerb ist schädlich, wenn er nicht fair ist und auf unmoralischen Aspekten basiert, beispielsweise durch Staatliche Einflussnahme, Stützung, Gesetzgebung durch Korruption, Bestechung, Vetternwirtschaft etc., bei der die großen Konzerne natürlich mehr Möglichkeiten haben und auch genießen, das ist meines Erachtens grundsätzlich sichtbar und unbestritten. Die Großkonzerne wissen mit dem System besser umzugehen als der kleine Mittelständler oder Ladenbesitzer. Gut, wenn es dem Machterhalt der Politik oder irgendwelcher Milliardäre benötigt, wird in Zukunft jeder mehr oder weniger sein Laster tragen müssen, siehe VW etc. Wobei hier auch nur wieder die Arbeiter und Konsumenten, auch die Kleinaktionäre die Lasten tragen müssen, die Manager haben ihre Abfindungen längst kassiert und die Großaktionäre sind die Strippenzieher. Aber an Stellen, an denen eben einer verliert, profitiert an anderer Stelle ein anderer wieder. Da wäre aber tatsächlich wieder die Schuld der korrumpierte Politik (Volksvertreter), die diese Situationen größtenteils erst durch Gesetze und Maßnahmen möglich macht, also durch ihre Macht steuert, hinsichtlich Umweltauflagen, Steuerpolitik etc. Wenn wir aber in unserer Gesellschaft noch eine Moral hätten, würde man darüber nicht diskutieren müssen. Vor allem in der Politik, aber auch in der Gesellschaft verliert man nach und nach das Bewusstsein für eine nachhaltige und zukunftsgerechte Entwicklung.

      Für wenn ist also der Wettbewerb schädlich? Für den Konsumenten in der Regel nicht, ganz im Gegenteil, wenn es keinen gebe, würde man horrende Summen für Güter bezahlen, weil die Monopolisten die Preise diktieren könnten. Folglich nur noch mehr in die eigenen Taschen, der ohne hin schon 50fach über ihre Verhältnisse lebenden Managern von Großkonzernen, „wirtschaften“.

      Meines Erachtens braucht es deshalb eben ein breites Spektrum von Anbietern, zwischen denen sich der Konsument entscheiden darf und kann, bei den er meint, eben das beste Preis-Leistungsverhältnis zu bekommen. Ich persönlich würde mich für den nachhaltigsten entscheiden mit ehrlichen Absichten und Moralvorstellungen, auch wenn es ein wenig mehr kostet, zumindest beim Lebensmittel ohne Frage. Oder anderen regionalen Angeboten. Die Manipulation und Gehrinwäsche der Massen immer die neuesten Dinge zu besitzen/Statussymbole etc ist dabei eine andere Sache, selbstverständlich wichtig bezüglich einer Beurteilung und Analyse dieses Systems, dabei liegt aber gerade die Entscheidung bei den Konsumenten. Wenn man bereit ist 800€ für ein Handy beispielsweise auszugeben, ist das Analysieren der Situation nicht besonders ausgeprägt. Wie heißt es so schön „Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.“ Auf längere Sicht mag auch da was dran sein, auch im Hinblick auf Konsum und Verkonsumierung.

      So nun greift doch das Wettbewerbsprinzip als Konsument nur nicht bei Kartellen, eben auch nicht bei Kartellen mit dem Staat, die zweifelsohne vorhanden sind, im Grunde überall.

      Weniger nützlich ist der Wettbewerb in der Regel für den Angestellten, geringere Erlöse bedeuten Einsparung im Personal. Kann man aber aus den Produkten, bei einem Monopol, auch die Qualität spielt natürlich eine erhebliche Rolle, mehr Gewinn erwirtschaften, ist man auch in der Lage, als moralisch und unternehmerisch nachhaltige Person, seinen Arbeitern einen guten oder überdurchschnittlichen Lohn zu zahlen, wir wissen, dass es auch teilweise nicht der Fall ist. Was aber auch zu beobachten ist, dass ein ausgeprägter Wettbewerb nicht immer mit niedrigen Preisen einhergeht. Das wird in der Automobilindustrie, aber auch im Handwerk beispielsweise sichtbar. Auch durch keine direkten Preisabsprachen werden die Preise teilweise in die Höhe gezogen, was im Grunde gegen die Marktprinzipien spricht. Das wäre dann ein Dominoeffekt, der an andere Stelle beginnt und den gesamten Markt beeinflusst. Man kann zwar nicht von Absprachen sprechen, aber von einer grundlegenden Gewinnmaximierung, die im Ursprung der Sache liegt, zum Nachteil der Konsumenten.

      Also Wettbewerb hat mehrere Seiten und vor allem unterschiedliche Gewinner. Gerade wegen der verminderten Moral der Entlohnung in einigen Branchen, mag ich aber dennoch nicht von einer WINWIN Situation sprechen.

      Ich will auf gar keinen Fall die Großkonzerne und Lobbyisten in Schutz nehmen, doch auch dass das bessere Produkt oft nicht gewinnt, ist der gleichzeitig ein Problem der Moral der Konsumenten, den dieser ist in erster Linie dafür verantwortlich. Sicherlich spielt hier auch wieder die Menge der Nachfrage eine Rolle und die finanzielle Ausstattung der Menschen, was zuletzt wieder auf die Konzernen sowie den Staat zurückfällt.(Höhe der Löhne oder der Steuerabgaben) Doch wieviel des Konsums brauchen wir wirklich. Meines Erachtens ist es auch nur Propaganda, dass wir konsumieren müssten,um Arbeitsplätze zu erhalten. Aus Sicht der horenden Gewinne und Erlöse so mancher Unternehmen gleich gar nicht, oder die Gehälter von Topmanagern. Oder Großaktionäre. Aber auch darüber hinaus. Wir arbeiten den ganzen Monat über hart, um einen „großen“ Lohn zu verdienen, den wir oftmals für völlig sinnlose Sachen ausgeben. Natürlich die Niedrigverdiener oder so manchen Rentner teilweise ausgenommen, hier lebt man nun einmal durch gestiegene Mieten, Lebensmittel, etc. am Existenzminimum. Das wäre an dieser Stelle eine Frechheit diese Personengruppe mit einzubeziehen und übermäßigen Wohlstand zu bescheinigen. Aber warum müssen wir ausnahmslos konsumieren um unser System am Leben zu halten? Durch Wachstumsdrang, aber damit auch einhergehend den Kollaps der Sozialsysteme. Aber das ist ein anderes Thema.

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