Der staatliche Kollaps

Das anberaumte stete und zwanghafte Wirtschaftswachstum, vor allem die damit eng verbundene unbegrenzte Schöpfung von Buchgeld (oder Schuldgeld), wird letztendlich seine Tribute fordern (müssen). Die Geldmittel sind heute fast ausschließlich noch durch Schulden und Schuldscheine gedeckt, die letztlich nur ein Zahlungsversprechen in die Zukunft an sich tragen. Alte Kredite werden durch neue Schuldverschreibungen abgelöst, ohne auch nur ansatzweise einer Kredittilgung (Ausnahme Zinstilgung) beizukommen. Vor allem die Regierungen der hochverschuldeten Staaten (annähernd ohne Ausnahme) bedienen sich dieser maßlosen Tugend. Die Schulden, oder dem vorher genannten zugrunde liegend „gerade mal“ (aber in erheblichen Umfang) die Zinsen, müssen durch erhobene Steuern und veräußerte Staatsanleihen (Schuldverschreibung des Staates) beigebracht werden. Diesbezüglich liegt es ebenfalls nahe für die Regierungen das Bargeld abzuschaffen, was eine Mehrbelastung der Bürger durch Steuererhöhungen nach sich ziehen würde. Da die Regierungen und die Staaten stetig aber über ihre Verhältnisse leben, werden jedoch die Steuern und Einnahmen nie ausreichen, um den Staat mit einer Überheblichkeit zu führen, wie wir sie leider permanent vorfinden. Die Steuereinnahmen können dahingehend noch so groß sein. Es fehlt prinzipiell die Moral mit fremden Geld anständig umzugehen, was aber ein grundlegendes Problem zu sein scheint. Es ist ein in sich greifendes System, in dem die Kreditwilligkeit, damit die Verschuldung und die Verpflichtung von Zinszahlungen, letztlich die finanzielle Belastung (Güter- und Warenpreise, Dienstleistungspreise etc.) ein jeden immer weiter negativ beeinflusst, sodass im Grunde jeder des negative Ergebnis dieses Geldsystems unmittelbar spürt, doch die Ursachen tatsächlich nicht beurteilen kann. Aus den Risiken des staatlichen Handelns heraus, spürt man schon derzeit eine deutliche Verlagerung der Investitionen von staatlichen Kapitalanlagen in den privaten Bereich (Aktien, Immobilien oder Unternehmensanleihen).

Unser derzeit existierendes Geldsystem baut ausschließlich auf der Grundlage immer neue Schulden zu machen, die in überhaupt keinem gesunden Verhältnis zum tatsächlich geschaffenen Wert stehen, aus dem Grund heraus, da dieses Geldsystem seit jeher kollektiv missbraucht wird, vor allem zu Gunsten der Bankeneliten, die sich dieses System überaus vorteilhaft im Eifern nach Macht und grenzenlosen Wohlstand ganz speziell zu eigen gemacht haben. Die Tatsache, dass die Zahlungsversprechen, durch einen Bankrott des Schuldners nichtig werden könnten, stellt das Geldsystem jedoch auf keine stabilen Füße. Besonders nicht für die Großen des Kapitalismus. Die Gefahr, dass Großschuldner, wie Staaten oder auch Großbanken, pleite gehen, ist gegenwärtiger denn je. Banken beispielsweise kollabieren durch die enorme Tragkraft in einem Crash, in dem sich die Wirkungen in einem derart ineinander greifenden Systems exponentiell verstärken können. Gerade auch um Bankruns zu verhindern, versucht man das Bargeld völlig zu entfernen. Die mögliche Folge eines derartigen Szenarios wäre somit eine Kettenreaktion, die sich auf das komplette Geldsystem überträgt, ein in sich zusammenfallen des kompletten Geld- und Wirtschaftssystems. Somit stellen die überschuldete Staaten bzw. die Regierungen (erstmal) die größten Profiteure der derzeitigen Niedrigzinspolitik der Zentralbanken dar, noch ein wenig länger auf Pump eine kranke Wohlstandsgesellschaft im eigenen Interesse und derer Lobby am Laufen zu halten. Es ist eine existentielle Frage des Staatsapparates, vorzugsweise der Regierenden und Parlamentsangehörigen, dessen Einnahmen, Pensionen und staatliche Leistungen. Die Folgen und Lösungen der Machthaber eines derart absehbaren Crashs waren historisch all zu oft Krieg und brutale gesellschaftliche Verwerfungen und Konflikte.

Anfänglich, so die Analysen, haben Regierungen Münzen ausgegeben mit einem standardisiertem Gewicht. Zumeist in Silber, aber auch Gold. Um die Geldmenge später zu erweitern, hat man das Gewicht der Münzen stückweise reduziert, aber den Gegenwert belassen. Die Regierungen waren also die Urheber des Fiatgeld und diktieren bis heute deren Wert. Vor allem war es seit jeher die Ambition Kriege mittels Geldmengenausdehnung zu finanzieren. Der Zusammenhang zur amerikanischen Notenbank FED liegt dahingehend nahe.

Wir laufen somit auf eine existentielle Krise der Staaten hin. Ausschlaggebend (und sehr wichtig) dafür ist die Tatsache, das das Vertrauen in den Staat und vor allem in seine Regierung grundlegend verloren geht, weil diese jeglichen Besitz mehr und mehr für die eigene Macht beansprucht. Damit einher geht sichtlich eine abwertende Akzeptanz des vom Staat ausgegebenen Geldes durch die Bevölkerung. Wobei die gesellschaftliche Akzeptanz des Geldes grundlegend nur darauf beruht, dass ein anderer dieses auch annimmt, vor allem überlebenswichtige Nahrung, Güter und Waren damit kaufen zu können. Beim staatlich ausgegebenen Geld ist dies aber grundsätzlich wie angesprochen, an das Vertrauen in das staatliche Handeln gebunden. Allein das bemisst den Geld den Status als allgemeines Tauschmittel bei und beinhaltet die Ansicht einer scheinbaren Alternativlosigkeit zu Gunsten dieses staatlichen ausgegebenen Geldes, bezüglich des Handels und Austausch von Waren. Somit beruht es ausschließlich auf den strengen Glauben in den Staat als Stabilisator des Geldwertes zu fungieren. Das staatlich veräußerte Zahlungsmittel (Geld) ist dennoch nichts anderes als Papier oder Metall mit einem vergleichsweise sehr geringen Wert. Im Grunde ist es wertlos in seiner Form. Somit braucht es letztlich kein Staat um Handel untereinander zu betreiben, sondern nur Handelspartner, die das gemeinsam geschaffene Geld untereinander akzeptieren, diese müssen eine dritten und vierten finden, die ebenfalls den Handel beitreten wollen. Anders funktioniert das staatliche Geldsystem auch nicht. Es ist immer eine Frage des Vertrauens und der Akzeptanz. Letztlich kann das aber nur schlussfolgern, dass es Alternativen zum staatlichen Geld gibt. Die Globalisierung, die zur durchgehenden Gleichmacherei zwingt, befürwortet letztlich nur den flächendeckenden Missbrauch und die Entfremdung ursprünglicher Geldsysteme.

Die Schlussfolgerung dessen allen ist freilich bemerkenswert, doch überaus primitiv, denn die Inflation, also das was allgemein als Geldentwertung bezeichnet wird, basiert letztlich NICHT auf der Ausdehnung der Geldmenge, die fehlenden Zusammenhänge kann man derzeit beobachten, sondern gründet auch historisch einzig auf dem Verlust des Vertrauens in die Regierung und ihre staatliche Währung. Daher haben historisch Nahrungsmittel den einzig wahren Werterhalt, da sie es sind, die man zwingend zum überleben braucht.

Marcel L.

Anregungen und Informationen durch „Armstrong Economics“ (Website)

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5 Kommentare

  1. Wie der Autor richtig vermerkt ist Vertrauen DER Maßstab für den Wert und die Akzeptanz des Geldes schlechthin. Leider ist auch er nicht in der Lage den Sprung vollständig zu vollziehen und bejammert immer wieder die fehlende Substanz, die bei Gold oder Silber doch gegeben wäre. Leider ist dies mitnichten der Fall. Gold ist ein, abgesehen vom Schmucknutzen, recht Sinnloses Metall. Wo ist hier also der Wert. Wieder beim Vertrauen!! Politik missbraucht dieses Vertrauen seit es Geld gibt. Das Problem ist also m.E. die Politik. Wie sagte Martin Armstrong doch so treffend: Politik ist nicht die Lösung. Politik ist das Problem.

    • Da hat jemand aber sowohl in Physik und in der Gesellschaftsgeschichte Nachholbedarf.
      Gold als physisch edelstes Metall hat unverzichtbare fundamentale Eigenschaften (besonders für die Elektronikindustrie, HF Technik, Informationstechnik, Verbindungstechnik uvm.), höchst leitfähig (für Leiterbahnen intergierter Schaltungen Bsp. Microchips, Computer, Handy unverzichtbar), beste Kontakteigenschaften (goldbeschichtete Kontakte und Schalter unverzichtbar).
      Aufgrund seiner Oxidationsfestigkeit, reagiert mit fast keinen anderen Stoffen insbesondere nicht mit Sauerstoff (keine Oxidation, verbrennt also nicht). Auch ein Grund, neben der sehr begrenzten Verfügbarkeit und relativ leichten Verarbeitbarkeit, warum es auch als Tauschmittel=Geld eingesetzt wird. Aus dem Wunsch der Menschen ein uninflationierbares Tauschmittel für seine Waren und Arbeitsleistung zu erhalten, das nur schwer verfälscht werden kann, fast unbegrenzt haltbar ist und nur sehr, sehr schwer vermehrbar ist.
      Aufgrund dessen das es aber für industrielle Anwendung sehr teuer ist, eben weil es auch als uninflationierbarer Geldersatz sowie Wertspeicher genuzt wird und sehr begrenzt verfügbar ist, wird es von der Industrie und Forschung für sinnvolle Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten substituiert bzw erst gar nicht genutzt, bspw. auf Kosten der Qualität (Langlebigkeit) der Produkte.

      • Nur rund 500Tonnen werden pa von der Industrie gebraucht. Gesehen auf die Gesamtförderung kann hier sicher nicht von Preis beeinflussender Nachfrage gesprochen werden. Bei reinem Industrienutzen wäre Gold bestenfalls in der Preisklasse von Kupfer…. Es sind vielmehr diejenigen (wie vermutlich auch Sie lieber Uwe) die durch ihren unerschütterlichen Glauben an das Gold und dessen Eigenschaften die Nachfrage schüren. (Schmuck und Münzen) Und da wären wir wieder beim Vertrauen….. nur das ist per se wichtig.

        • Das mag ja sein, es ist letztlich bei allen, außer bei Nahrung eine reine Vertrauensfrage. Und nicht mal da geht es ohne nötiges Vertrauen in die Produzenten, den Hersteller, den Bauern und auch in den „Nutzen“, auch wenn es eine lebensnotwendige Grundlage darstellt, mehr als alles andere. Ihrer Argumentation fehlt ebenfalls die eindeutige Linie und mangelt an einer Schlussfolgerung. Darüber hinaus wurde das fehlende Vertrauen nicht kritisiert, sondern ferner bestätigt. Einzig der Nutzen von Gold und Silber wirft
          Widersprüche in den Kommentaren gegeneinander auf, was aber vor allem sachlich in Bezug auf den industriellen Nutzen und der physischen Eigenschaften faktenbasierend begründet wurde und wieder letztendlich keine Glaubensfrage darzustellen scheint. Mal abgesehen davon würde man dennoch nicht umherkommen, eine Währung zu etablieren, die nicht unbegrenzt inflationierbar ist, damit einen gewissen Werterhalt sichert, um nicht wieder und wieder einer Willkür ausgesetzt zu sein. Gold oder Silber sollte dabei nicht als Grundlage dienen, sondern als sinnvollerer Denkansatz als das derzeitige Giralgeld. Und ein positiverer Effekt, der daraus resultiert die Geldmenge zu begrenzen steht für mich außer Frage. Freilich sind Edelmetalle vor allem auch ein Spekulationsgut, was aber auch vor Lebensmitteln keinen Halt macht. Ok, dennoch nicht vergleichbar. Darüber hinaus kann ich bei der Nachfrage nach Gold nichts verwerflicheres finden, als bei allen anderen „Rohstoffen“ auch, die Zerstörung von Umwelt und Natur ist bei allen Metallen gleichermaßen katastrophal. Kritik ist gut, doch muss sie nicht immer zwangsweise zum nötigen Diskussionsinhalt gemacht werden, nur um seine eigene Meinung besonders herauszustellen. Denn letztendlich ist eben vieles reine Ansichtssache, diese macht das Ver- oder eben das Mißtrauen. Das es nicht immer was mit Realismus zu tun hat, das bestätigen die letzten Jahre und Jahrzehnte.

  2. Illusionäre Werte und illusionäre Politik in einem System der Illusionen in die sich die Menschheit durch ihre selbsternannte „Intelligenz“ gebracht hat.
    Niemand, aber auch niemand kann vorhersagen wie diese Laune der Natur, genannt „Intelligenz“, unter der wir, und durch uns fast alle anderen Lebewesen leiden, ausgehen wird, aber was wir mit dieser Gabe der Natur bisher angerichtet haben und in immer perverserer Form weiterhin tun, wird langsam auch denen klar die sich bisher ihren Geist, Seele und nicht zuletzt ihre Emphatie mit ARD, ZDF, Bild, Spiegel usw. abgetötet haben, und das ist momentan der einzige Hoffnungsschimmer am Horizont einer möglichen friedlichen und freien Zukunft für die Menschheit.
    Wie es so schön heißt: „Intelligenz hat grenzen, Dummheit nicht.“
    Das, was uns vom Universum und Schicksal eigentlich als Werkzeug gegeben wurde um das uns anvertraute Paradies zu schützen, haben wir gegen Geld, Gold, Diamanten usw. eingetauscht und halten das für die bessere Lösung als das was uns die Natur zur Verfügung gestellt hat, wir intelligent? Wirklich? Wir, und nicht der rest der Lebewesen?
    Ein System in der Wert der Natur und ihrer uns am Leben erhaltenden Güter durch andere illusionäre Werte ersetzt wird um den Virus der Gier in uns zu befriedigen wird uns, hoffentlich für alle anderen Lebensformen auf diesem Planeten, sehr bald um die Ohren fliegen und uns im besten Fall an den von so vielen herbeigesehnten Scheideweg bringen an dem wir entweder in den „selbstverdienten“ Abgrund stürzen oder aber den letzten, aller letzten Strohhalm für eine lebenswerte Zukunft für alle ergreifen und zum ersten mal in der Geschichte der Menschen unser Universalwerkzeug die Intelligenz auch intelligenz einsetzten!
    LG an alle!

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