Die derzeitige Überproduktion ist eine Schande unseres Systems

Die Agrarlobby ist einfach nur widerlich. Es ist nur noch pervers. Wenn man sich teilweise die Misswirtschaft der Großbetriebe anschaut, mag sich das Mitleid vor allem auch mit vielen Bauern in Grenzen halten. Profitabel scheinen viele davon nur durch Subventionen, die auf Kosten von Umwelt und Tier gehen und durch den Steuerzahler finanziert werden. Viele Bauern haben leider den häufig katastrophale kapitalistischen Auswuchs okkupiert. Ein Landwirt wird teilweise zum Raubtier der Natur und des entwickelten Systems. Die EU fördert die Agrarindustrie jährlich mit Milliarden. Es ist eine Schande, wenn diese Milliarden an Steuergeldern schlussendlich dahingehend verwendet werden, Massentierhaltung zu fördern und pestizidbelastete Nahrungsmittel herzustellen. Oder sogar den Preiskampf dahingehend anzufeuern, das tonnenweise Nahrungsmittel entsorgt werden, hinter denen ebenfalls großes Tierleid steht, schaut man nur mal auf die derzeitige Massenmilchproduktion. Das ständige Jammern ist im Grunde nur ein Beweis dafür, mit seinen eigene Ressourcen nicht ausreichend effizient wirtschaften zu können und ebenfalls besessen vom Wachstum zu sein. Vor allem sich der elitären Verwaltung einzuordnen. Schuld mag teilweise die EU sein, doch kann man den Bauern von keinerlei Schuld befreien. Ein ganz großes Problem unserer Politik sind genau die Unmengen an Agrarsubventionen, die zum größten Teil dazu führen, dass die Unternehmen ineffizient und verschwenderisch werden. Die bäuerlichen Großbetriebe wollen immer größer werden und vom propagierten Wachstum profitieren. Je größer ein Unternehmen ist, desto ineffizienter und verschwenderisch wird es. So wird ständig mehr produziert ohne das es der Markt eigentlich her gibt. An der Preispolitik sind schlussendlich alle mit beteiligt. Auch die Konsumenten sollten sich nun mal die Frage stellen, ob man für so manch Niedrigpreis ordentlich „Lebensmittel“ überhaupt produzieren kann, vor allem ob man den Tieren, sofern welche dahinterstehen, mit diesen Preisen gute Bedingungen zugesteht. Liest man tatsächlich mal die Inhaltsstoffe so manch Nahrungsmittel durch, muss man sich tatsächlich fragen, ob man noch von einem „Lebensmittel“ sprechen kann, oder ob diese auf lange Sicht nur krank machen können. Man produziert überhaupt nicht mehr nachhaltig, sondern nur noch für mehr Profite und staatliche Beteiligungen. Täglich werden Tonnen von Lebensmitteln mitunter entsorgt, die vor allem zur Lösung des Hungerproblems auf der Welt beitragen könnten. Warum verschenkt man diese nicht? Es ist nicht gewollt. Nun ja, es ist teilweise Boshaftigkeit gepaart mit der Gier nach dem Stück vom großen Kuchen. Wut auf die Politik kann man schon haben, aber die logische Konsequenz dessen wäre es dieses System nicht mehr zu unterstützen, d.h. auch nicht mehr übermäßig profitieren zu wollen, sondern auf Dezentralisierung zu setzen und kleinere Brötchen zu backen.

Über Jahrzehnte wurde propagiert, Milch sei essentiell für den Aufbau der Knochen. Der Mensch bräuchte Calcium aus tierischen Milchprodukten um die Stabilität seines Skelettes zu gewährleisten. Nun wird aber teilweise sogar dahingehend argumentiert, daß das Calcium aus tierischen Milchprodukten sogar schädigend wirkt. Wie bei fast allen tierischen Produkten führt hoher Milchkonsum zur Übersäuerung im Körper. Um der Übersäuerung entgegenzuwirken könnte der Körper aus den Knochen sogar das Calcium (Mineralstoffe) abziehen, was schlussendlich sogar die Gefahr von Osteoporose erhöht, als das Milch zum Schutz vor dessen Auswirkungen beiträgt. Eine Übersäuerung des Körpers erhöht prinzipiell die Gefahr an Krebs zu erkranken.

Aber was passiert nun mit hochsubventionierten Nahrungsmittel, die keinen Abnehmer finden? Richtig, sie werden entweder in Trockenmasse eingelagert oder widerlichst entsorgt. Das gleiche gilt schlussendlich für die Lieferanten der Lebensmittel, bspw. Kühe, wenn sie als Milchproduzent ausgedient haben. Ebenfalls, wenn keine Nachfrage mehr bestehen würde. Nun, hätte man dieses System nicht eigens mit der Zucht gepuscht und sich an die Rattenfänger ausgeliefert. Es ist schon lange klar, dass man ohne die völlig Verschwendung von Lebensmittel, der völlig irrationalen Massentierzucht und ohne die Nahrungskette über Umwege, große Chancen hätte, die komplette Bevölkerung ohne Hunger zu ernähren. Doch beim Erhalt des eigenen Wohlstands zählt anscheinend keine Logik und keine Nachhaltigkeit, vor allem keine Sparsamkeit. Es macht mich persönlich wütend, wenn ich sehe, wie tonnenweise Kuhmilch vernichtet wird, für die Tierquälerei an erster Stelle der Kette stand. In einem derartigen System, vor allem mit derartiger Politik und Lobbyisten, wird der Mensch niemals in seiner Mehrheit Empathie für anderes Leben, aber auch vor allem für die gleiche Spezies empfinden und Nachhaltigkeit zu einer Art Lebensphilosophie machen. Ausgeschlossen.

Marcel L.

 

Das Video ist zwar schon ein paar Jahre alt, doch in seiner Grundsubstanz immer noch aktuell.

8 Comments

  1. Wir Europäer waren mal die Krone des menschlichen Fortschritts. Mittlerweile verhalten sich viele von uns wie Mitglieder eines Stamms von abergläubischen Wilden, der der Natur einen vom Menschen unabhängigen Wert zuweist.

      1. Na und? Das impliziert nicht, dass der Mensch die Natur nicht so gestalten dürfte wie es ihm passt. Ich bekomme so langsam den Eindruck, es sei problematisch, dass keine Religion existiert um das offensichtlich weit verbreitete Bedürfnis nach dem sich höheren Mächten ausgeliefert Fühlen zu stillen. Hoffentlich empfindet niemand von den Leuten, die was zu sagen haben, genauso…

        1. „Gestalten“ und schädigen ist doch ein kleiner Unterschied. Menschen wie du verstehen nicht, dass das eigentlich der Anfang vom Ende sein kann/wird. Ehrlich gesagt, juckts mich auch nicht großartig. Du willst nicht bevormundet werden, aber willst anscheinend den anderen Menschen das gleiche Aufdrängen, von was du wahrscheinlich in einem hohen Maße partizipierst. Du gehört da nun einmal teilweise noch ein wenig mehr dazu, als ein rein individueller Lebensraum. Und manchmal könnte es absolut nicht schaden ein wenig Rücksicht und Anteilnahme an dem zu haben, was sich noch an Leben auf diesen Planeten befindet. Es gibt kein grenzenloses Wachstum und kein grenzenloses Wirtschaften, ohne Rücksicht auf das drumherum zu nehmen. Und der sog. Fortschritt den du angesprochen hast in einem anderen Kommentar, ist ohnehin auf längere Sicht fraglich. Dieser ist nämlich ausschließlich zeitlich relevant und das auch noch äußerst begrenzt. Dafür ist aber der Horizont der meisten deiner Spezies wohl zu kurz. Es wird sich herausstellen, wo uns diese egoistische Denkweise hinführt. Dagegen ist eh kein Kraut gewachsen.

          1. Du kannst die Natur nicht schädigen wie eine andere Person, höchstens für dich unbrauchbar machen. Wachstum ist die Überführung der wirtschaftlichen Bedingungen in einen höher bewerteten Zustand und hat keine physikalischen Grenzen. Aber nvm, ich hatte eigentlich ein anderes Anliegen, und bevor ich es wieder vergesse: ich habe noch 7 ältere Texte bei dir, die einige verbesserungswürdige Stellen enthalten. Kannst du mir den Gefallen tun und sie alle entfernen? Falls du sie nicht mehr findest, lasse ich dir die Links gerne zukommen.

          2. Nun darf man sich fragen, wer diesen Zustand tatsächlich bewertet. Eben jene, die auch von diesem Wachstum am meisten profitieren. Selbstverständlich hat Wachstum physikalische Grenzen, alles andere zu behaupten ist völliger Blödsinn und fernab jeder Realität.

          3. Wenn der dekandente Mensch in seinem Vorgarten alles Gras vernichtet hat und alle Böden verseucht hat, alle Lebewesen getötet hat und alle Bäume gefällt hat, geht er eben in den Vorgarten des anderen und fängt an alles zu vernichten und zu vermüllen. Meistens geht er, wenn er die Macht und Möglichkeit hat, gleich 3 Häuser weiter, so ist der idylische Anschein länger da und man muss nicht permanent mit seiner perversen Lebensweise ständig konfrontiert werden. Irgendwann wird es aber schwierig noch einen Vorgarten zu finden von dem er ausreichend satt wird und genügend Dinge findet, um zu überleben, vor allem aber seinen horenden Wohlstand auszuleben, wenn alles gewissenlos verbraucht und vernichtet wurde. Klingt wie Utopie, da die Welt nun soooo groß ist. Wer aber das im kleinen verstehen will, der mag auch die Ausmaße von 10 Mrd. Menschen verstehen können.

  2. Materielles Wachstum hat ganz sicher Grenzen. Qualitatives nicht. Das letztere sollte in der Zukunft das bestimmende Wachstum werden.
    Ich habe neulich in einem Vortrag gehört, dass allein die Ameisen des Planeten soviel Energie verbrauchen wie ca. 30 Milliarden Menschen und sie produzieren keinen Müll und sie haben kein Geld. Das bedeutet, dass die Erde genug Reserven bereithält. Man muss nur klug genug sein, damit umzugehen.

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