Die perverse Etikette der Massentierhaltung

Die Werbung lässt eine glückliche Kuh und ihr Kalb erkennen, die sorglos auf der Bergweide sich ausschließlich von saftigen Grün nähren. Frische Luft und immerwährendes Himmelblau. Die Glöckchen klingen. Nun, fehlen würde nur noch das Lachen dieser fröhlichen Kuh, das wäre aber dann wohl zu viel des Guten. Dahinter Bauern in zweiter Reihe, die sich ausschließlich und voller Zuneigung ihren Tieren hingeben. Ach, Milchkuh müsste man sein, wäre das ein Leben! Beim Fleisch aus der Tiefkühltheke ist das gleich ein bisschen anders, dort lässt man die „glücklichen“ Tiere als Werbung auf der Verpackung lieber in den meisten Fällen mal weg und packt das saftig fertige Gericht in hellen Farben als Werbung auf die Verpackung drauf. So viel Verkettung muss es dann nun wirklich nicht sein. Freilich wissen die meisten die Werbung einigermaßen richtig einzuschätzen, wissen um die Fassade, doch tatsächlich einmal dahinter schauen mag dennoch nur vereinzelt jener, der sich dieser „Verarschungskultur“ und „Horrorshow“ schon im Detail bewusst ist. Die meisten wollen in ihrer Blase unwissend und ohne Verbildlichung über die wahren Quälereien der heutigen Massentierhaltung verharren. Bilder sind dem Genuss nur störend. Worte dahingehend werden fauchend weggebügelt. „So was macht man nicht am Esstisch“. Ein schlechtes Gewissen möge doch schlussendlich derjenige haben, der beim gepflegten Mahlzeiten darauf aufmerksam gemacht hat.

Natürlich wissen die meisten, daß es eine rein fiktive Geschichte ist, die sie in der Werbung vorgesetzt bekommen. Doch verwehren sich diejenigen derer dennoch sich der Sache mal tiefer anzunehmen. Zu tief ist die Angst, die Scheu und der Ekel, doch eventuell in diesen Bildern den status quo des leckeren Fleischkonsums zu verlieren. Fleisch ist immerhin nötig, um sich „ausgewogen“ zu ernähren. Genau dieses Wort „ausgewogen“ hinsichtlich der gegenwärtigen Ernährungsweisen ist ein antrainiertes Schema, dessen sich nur die wenigsten befreien können. Da man das nun auch schon immer so gemacht hat. Nur leider ist das eine traumhafte Fassade hinter der eine ganz unrümliche Verhaltensweise steckt, die aber leider ein Großteil der Menschen nicht wahr haben will. Es macht traurig und sprachlos, wenn man erkennen muss, wie Tiere in einer Art und Weise gehalten, gequält und geschlachtet werden, die jede Empathie für ein Lebewesen mit ähnlichen Gefühlen, Reizen und Willen zum Leben, wie derer der „inteligenten“ Menschen, missen lässt.

Nein, es muss eben nicht jeder selber wissen, was er auf dem Teller haben will, denn der Egoismus über eines anderen Leben zu entscheiden, sei es ein Menschen- oder ein Tierleben, steht aus einzigen Gründen des Wohlstandes niemanden zu.

Marcel L.

 

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