Die Probleme sind politisch

Eines unserer größten Probleme ist, das Politiker nie die Verantwortung über ihre Entscheidungen und ihr Handeln übernehmen müssen. Für keinerlei Kriegsverbrechen, Raubzüge, Bankrotte oder soziales Elend. Es ist ein Trugschluss zu behaupten, dass einzelne Politiker eine große Verantwortung tragen müssen, deshalb privilegierter sein oder gar große Summen an Geld bekommen dürften. Politiker hinterlassen Scherbenhaufen und werden nie dafür zur Rechenschaft gezogen. Nie. Ferner erhalten sie für eine noch so kleine Periode ihrer öffentlichen Tätigkeit horrende Pensionen und haben für den Rest ihres Lebens ausgesorgt.

Letztendlich bedeutet das, dass soziale Sicherheit nur für die Privilegierten zu 100% zur Verfügung steht und alle anderen müssen Angst haben im Alter arm zu sein und sozial abzurutschen, weil die Politik den größten Teil der sozialen Absicherung durch gewissenloses Handeln zu Gunsten des Großkapitals sowie anderer Lobbygruppen verschachert und veruntreut haben. Politiker handeln nie in Vertretung und im Interesse der Bürger. Gerade deswegen stehen wir vor diesen Chaos eines Bruchs durch Europa, einem drohenden finanziellen Staatsbankrott oder sämtlicher Kriegsgefahren.

Große Teile der Lobbyarbeit und unsozialer Regelungen könnten tatsächlich beseitigt werden, wenn Politiker nur jeweils eine Periode regieren dürften, danach selbst den Regelungen unterworfen werden, die sie vorher beschlossen haben. Eben das trifft auch auf die Pensionen und Renten zu. Würden sie keine völlig gesicherten Pensionen und andere soziale Leistungen erhalten, würde mit dem „fremden“ Geld der gesetzlichen Sozialversicherungen und anderer Abgaben, ganz anderes gewirtschaftet werden. Daher haben wir ein fundamentales politisches Problem, ein Problem des Systemaufbaus, der Strukturen und groben Regelungen, dass mit Sicherheit keine politische Partei, die eigens davon profitiert, beseitigen würde. Jede Partei wird von diesem System korrumpiert, schon allein um durch Lobbyarbeit Geld für die Wiederwahl zu sichern. Denn dieses Monster funktioniert nun mal nur so und hat sich dahingehend entwickelt, dass es schwer wäre diese Entwicklung rückgängig zu machen. Wählen ist damit frei von jeglicher Hoffnung, sieht man sie noch als so groß an. Das ist tatsächlich die menschliche Natur, die vor allem durch unser heutigen kapitalistisches und konsumgesteuertes System geprägt ist, in großen Teilen ohne Wissen und vor allem Gewissen.

Grundlegend verhindert die Politik freie Entscheidungen und einen freien Markt, in dem der Kunde und Bürger tatsächlich völlig frei bestimmt, wer die Macht besitzt. Wem er unterstützt. Was er mit seinem Vermögen macht. Die Politik steuert die Profite sehr stark, eben weil der eigene Wohlstand davon abhängig ist. Allen voran das Bankenkartell wäre ohne politische Entscheidungen zu Gunsten dessen, niemals in der Lage die gesamte Weltpolitik in der Form zu diktieren.

Marcel L.

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7 Kommentare

  1. Wer politisch „denkt“, hat mit dem Denken – sofern es das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft – noch gar nicht angefangen, denn nicht die „hohe Politik“, sondern die Arbeitsteilung erhob den Menschen über den Tierzustand und allein die Qualität der makroökonomischen Grundordnung bestimmt den Grad der Zivilisiertheit, die der Kulturmensch erreichen kann. Die Makroökonomie ist die Basis allen menschlichen Zusammenlebens und das Geld ist die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2015/09/die-idiotie-vom-unverzichtbaren-zins.html

  2. Wer ökonomisch „denkt“, hat mit dem Denken – sofern es das menschliche Zusammenleben betrifft – noch gar nicht angefangen.

    So würde ich es formulieren.

    • Summe aller Ersparnisse (Zinsgeldvermögen): 5,8 Billionen Euro
      Verliehene Ersparnisse: 5,1 Billionen Euro
      Nicht verliehene Ersparnisse (Hortung): 700 Milliarden Euro

      Zinseinnahmen der Geschäftsbanken: 420 Milliarden Euro pro Jahr
      Zinsaufwendungen für Sparer: 330 Milliarden Euro pro Jahr
      Bankmarge: 90 Milliarden Euro pro Jahr

      (Quelle: Deutsche Bundesbank, Stand: Oktober 2007)

      Wer sind also die Ausbeuter in der Zinswirtschaft – die „bösen Banken“ oder die „lieben Sparer“? Die Summe aller „unverschämten Bankmanagergehälter“ beträgt weniger als zwei Prozent der Bankmarge, und im Gegensatz zu den Sparern erbringen die Bankmanager dafür sogar eine Arbeitsleistung, unabhängig davon, wie man diese anderweitig bewerten mag. Die Risikoprämie (Kreditausfall-Versicherung) ist ebenfalls in der Bankmarge enthalten.

      Die Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins), die den Sparern gezahlt werden muss, damit die Geldersparnisse nicht in bar oder auf Girokonten gehortet, sondern mittel- bis langfristig verliehen werden und somit für realwirtschaftliche Investitionen zur Verfügung stehen, setzt eine Untergrenze für die Rentabilität neuer Sachkapitalien (Häuser, Fabriken, etc.), sodass ein struktureller Sachkapitalmangel bestehen bleibt, aus dem wiederum die Eigenkapitalrendite für alles (noch) unverschuldete Sachkapital resultiert, die zurzeit etwa 120 Milliarden Euro pro Jahr beträgt. Rechnen wir die privaten Bodenrenten von etwa 100 Milliarden Euro pro Jahr hinzu, von denen ein Großteil in den Wohnungsmieten enthalten ist, beträgt die Summe arbeitsfreier Kapitaleinkommen (unverdiente Knappheitsgewinne) auf Kosten der Mehrarbeit anderer 550 Milliarden Euro pro Jahr, was einem durchschnittlichen Nettolohnverzicht von 1200 Euro monatlich für alle 38 Millionen (noch) arbeitende Zinsverlierer in Deutschland entspricht. Der dadurch bedingte Kaufkraftverlust der breiten Masse destabilisiert schließlich die gesamte Ökonomie (gegenwärtiger Ist-Zustand).

      http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-finanzkrise-und-die-krise-der-hohen.html

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