Die Schweizer haben sich in die Irre leiten lassen

Nun, die Initiative scheint entschieden zugunsten der schweizerischen öffentlich-rechtlichen SRG. Ein „Nein“ zu NO-Billag ist schon in jeglichen Medien präsent und die Gewinner feiern sich. Was bringt uns also eine Demokratie nach schweizer Vorbild, wenn die Menschen so stur und in blinden Vertrauen an ihren Strukturen festhalten wollen, sich permanent die besseren Alternativen abreden lassen? Freilich sind die Alternativen nicht in hochfinanzierten privaten Medien zu finden, die ihre Titelblätter ebenso an Kapitalinteressen verkaufen, doch wenn man schon eine Begründung in diese Richtung annimmt, die Macht ungleichmäßig mit einer schwächeren SRG zu verteilen, hat man doch immerhin schon mal ein Funken Verständnis für das, was in und mit den Medien passiert. Das sie eben auch die größte Waffe sind, die die Führer und Lenker eben heute mitunter vorzubringen haben. Warum ist man aber da nicht in der Lage noch einen Schritt weiter zu gehen und tiefer nach der Wahrheit zu graben, wenn man denn wirklich daran interessiert ist? Und sich nicht zufrieden zu geben mit der Entscheidung zwischen Pest oder Cholera. Zwei fragwürdige und unseriöse Medien sind dennoch zwei zu viel. Man bemüßigt sich Medienimperien mit Milliardenvermögen nicht die alleinige Medienhoheit zu überlassen, aber die Dynastien und Wirtschaftsmogule hinter dem Staatsfunk, sämtliche Profiteure, lässt man außen vor. Weil der Staat eben immer noch in Köpfen der Menschen eine Schutzfunktion inne hat, dabei handelt auch der schweizerische längst nach imperialistischen und elitären wirtschaftlichen Interessen des Westens. Die Gegeninitiative zur NO-Billag war doch letztlich nicht so stark und energisch, weil man keine Interessen dahingehend hat. Weil man ausschließlich ein „demokratisches und internationales“ Programm repräsentieren will, wovon vor allem die Gesellschaft profitiert. Das eben wäre Tagträumerei. Derart Initiativen wachsen nicht aus einer Dummheit heraus und auch teilweise über 30% Befürworter zu NO-Billag sind keine Eintagsfliegen. Der Rundfunk ist hier wie dort prädestiniert kapitalstarke Interessen nach außen zu tragen, das schließt den öffentlich-rechtlichen ebenso wie den privaten Rundfunk mit ein. Die Intendanten und Funktionnäre leisten sich ein prächtiges Leben aus den Einnahmetöpfen. Das eben öffentlich-rechtlich nicht das ist, auf was der Name hindeuten soll, zeigt schon, dass man dahingehend, allen voran aus Erfahrung mit den hier ansässigen staatlichen Rundfunkanstalten, nicht mal in der Lage ist, öffentliches Recht in besten Wissen und Gewissen anzuwenden.

Volksentscheide bringen Vorteile in einer aufgeklärten und damit fortschrittlichen Gesellschaft, die sich nicht jeden Bären sofort aufbinden lässt. Eben das ist heute ausgeschlossen, weil das dieses System der Geld- und Machtgier grundsätzlich gefährden würde. Tatsächliches Wissen, Vernunft und Empathie würden den herrschenden Strukturen die Grundlage entziehen, dass das eben nicht gewollt ist, sollte jedem klar sein. Das Vertrauen ist mehrheitlich ungebrochen. Klar, eine Gesellschaft lebt vom Mehrheitsprinzip. Doch wenn sich die Mehrheit eben von Grund auf hinters Licht führen lässt, keine Anstrengungen zu unternehmen auch nur im Ansatz das Gesehene und Gehörte zu hinterfragen, dann sollte das schon bedenklich sein und die Fähigkeit eine auf Wissen und Aufklärung basierte Entscheidung in Frage stellen. Eine Akzeptanz an derart Entscheidung ist aber grundlegend anrüchig, wenn man klar belegen kann, dass die Finanzierung dieses öffentlich rechtlichen Rundfunks gesellschaftlichen Befindlichkeiten eigentlich entgegenstehen. Viele Menschen lassen sich nämlich eben fehlleiten von dem Gesagten und Verbreiteten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Es steht aber immer noch der Zwang im Raum, einen Beitrag für wirklich jedermann aufzutragen, der eben nicht aus Steuergeldern finanziert wird. Eine Rundfunkgebühr ist für ein sich selbst als Demokratie bezeichnendes Land nicht angemessen. Das Geschäftsmodell der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist bisher ein sicheres. Man braucht sich gar keinen Kopf darüber zu machen, wie man auch mit der Hälfte der Gelder zurecht kommen würde. Somit malt man auch das Bild von schwarz und weiß, sein oder nicht sein. Man malt den verängstigten Menschen den Teufel an die Wand. Solange man als Staat/Rundfunkanstalt/Politiker aus den Vollen schöpfen kann, braucht man sich um Kosten, womöglich noch um Einsparungen oder sinnvollen Einsatz von Geldern keine Gedanken zu machen. Eben das hätte sich ändern müssen und wäre auch mit der Hälfte an Rundfunkgebühren möglich. Nun stehen immernoch die horenden Pensionsansprüche vor der Tür, die die Intendanten eines jeden Rundfunksenders sicherlich mit aller Macht aufrechterhalten wollen.

Marcel L.

 

SRF: Die Propaganda-Analyse

2 Comments

  1. Wer meint, Demokratie hat was mit Abstimmungen, oder gar mit (Pseudo)Mehrheiten zu tun hat Demokratie nicht verstanden.
    Demokratie kann nie die Herrschaft der Mehrheit sein. Sonst wäre jede Kneipenschlägerei ein demokratischer Akt.

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