Elitäre Kreise ohne Respekt vor den Menschen

Wissenschaft gilt als der „Inbegriff der Gesamtheit menschlichen Wissens der Erkenntnisse und Erfahrungen einer Zeitepoche“. Sie „ist ein System der Erkenntnisse über die wesentlichen Eigenschaften, kausalen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Natur, Technik, Gesellschaft und des Denkens.“ Dies trifft vielleicht vollumfänglich auf Mathematik, Chemie und Physik zu, aber in Sachen Psychologie oder gar Ökonomie ist die „Wissenschaft“ doch eher eine andere. Eben hier begründet schon sehr vieles auf Meinungen, Annahmen und noch mehr guter Hoffnungen und Wünschen. Größtenteils auch Interessen eben. Speziell die Tatsache, dass Ökonomie generell als Wissenschaft gekennzeichnet ist, auch betrachtet man die derzeitige Situation der großen Weltwirtschaften und ihrer Lenker, muss man doch sehr Zweifeln an den Verfechtern und am wissenschaftlichen Fundament so manch ökonomischer (eigen-/irrsinniger) Lehre. Gerade wegen der immer wieder neuen, gerade auch unvorhergesehenen Situationen, auf die man reagiert, liegt eine wissenschaftliche Begründung oft fern. Stur nach alten Weisheiten zu handeln ist schlichtweg Unsinn. Die nun schon seit Jahren andauernden systemische Krise und der drohende Kollaps, lässt doch sehr an den verbreiteten „wissenschaftlichen Statuten“ zweifeln, auf denen man immer noch hartnäckig beharrt. Oftmals ist die Theorie eben auch mit der Praxis nicht kompatibel.

So spricht der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff den Kritikern der negativen Zinsen eine Ignoranz¹ zu. Ungeachtet keinerlei positiver Impulse bisher? Wohl kaum. Er gehört zu der Elite, die die Menschen seit Jahrhunderten versuchen zu manipulieren. Von der Politik und den Zentralbanken gesteuert, die ihr ganz eigenes Süppchen kochen, ohne die Interessen der Menschen zu respektieren und zu wahren. Negative Zinsen benachteiligen die Mehrheit der Bürger und bevorzugen die Staaten, denn eben für diese wird die Zinslast geringer. So kann man gleichsam mit horend steigenden Steuern, die man den Bürger aufgebürdet hat, diesen einen ausgeglichenen Staatshaushalt als monumentalen Erfolg verkaufen. Das aber der Sparer doppelt tief in die Tasche greifen musste, um den Wohlstand unzähliger Staatsbediensteter zu finanzieren, wird nicht erwähnt. Stellt sich sowieso die Frage, wie man permanent den Menschen höhere Steuereinnahmen als Erfolg verkaufen kann, das zeugt schon von recht erfolgreicher Verkaufsstrategien. Es gleicht einer Kaffeefahrt bei der die Menschen gern bereit sind den Verkäufern den Schneid abzukaufen. Schlussendlich erwerben sie nur mehr wertlosen Schrott, der persönlich nur geringe Vorteile bringt.

Die Befürworter der negativen Zinsen halten die Menschen an, zwingen sie sogar, ihr Geld auszugeben. Sparer werden bestraft. Schon ein System des „Schwundgeldes“ lässt einige Zweifel und Nachteile offen. Die meisten Menschen sparen ihr Vermögen nicht, um es bis zu ihrem Ableben auf dem Konto und unterm Kopfkissen zu halten. Einige Menschen sparen für größere Anschaffungen, für die es mit negativen Zinsen schwieriger wäre, andere für ihre Altersvorsorge, eine Angst vor der Armut im Alter. Aus heutiger Sicht keineswegs unberechtigt, aber wahrscheinlich dennoch ohne Erfolg. Altersarmut ist schon heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen und es bestehen große Gefahren, aufgrund der gesellschaftsschröpfenden Politik, dass diese finanziellen Probleme der Menschen in den kommenden Jahren stark zunehmen. Denn noch längst gibt es kein Konzept für ein gesellschaftliches Grundeinkommen und Sicherung eines gewissen Standards, das derart Tendenzen erfolgreich entgegenwirken könnte. Im Grunde genommen verhindert die Politik und die Notenbanken die Möglichkeit mehr Menschen in Arbeit zu bringen.

Negative Zinsen würden diesen Effekt noch verstärken. Schon heute führen die niedrigen Zinsen, oder ein umgerechneter Strafzins kaum zu großen Investitionen, in Europa gleich gar nicht, eben wegen der unsicheren wirtschaftlichen und politischen Situation. Große Unternehmen nutzen teilweise ihr Kapital und Kredite um ihre eigenen Aktien zurückzukaufen, auch dadurch steigt eher die Aktienkursinflation als der wirtschaftliche Aufschwung. Unternehmen investieren eben nicht in Forschung und Entwicklung. Es brodelt an allen Ecken und Enden, was Investitionen und Zukunftsperspektiven ziemlich schwer machen. Die politisch geschuldeten Krisengebiete tragen einen extremen Anteil. Abgesehen davon, dass die angepeilte Inflation sowieso nur der Politik und den Konzernen nützt, bleibt der gewünschte Effekt hinter dem endlosen Gelddruckens bisher aus, weil es eher zum horten reizt und zum investieren am Spekulationsmarkt. Darüber hinaus werden Geldanlagen gesucht, die das Hab und Gut vermeintlich sichern sollen. In China sieht man gerade eine massenhaft Kapital aus dem Land wandern über vermeintlich sichere und zukunftsweisende Möglichkeiten wie den Bitcoin.

Die Zentralbanken werden niemals die Staatsanleihen und Papiere wieder verkaufen können, die sie unter ihren Quantitativ Easing erworben haben, um die Staaten zu stützen. Dieses System ist unumkehrbar. Staatliche Papiere verlieren doch zusehends das Vertrauen der Anleger. Wir sind in einer Phase des Vertrauensverlust in die Regierungen und in die staatlichen Strukturen, was auch die Nachfrage in Staatsanleihen und vermeintlich sichere Anlagemöglichkeiten schrumpfen lässt. Eben das resultiert daraus, wenn eine kleine Elite nur auf ihren eigenen Wohlstand bedacht ist und bevor man auch nur auf geringe Machtverhältnisse verzichtet, fährt man das System lieber vollends vor die Wand und lässt die Gesellschaft dafür bluten.

Sicherlich wird hinter den Kulissen schon ein systemischer Zusammenbruch durchgedacht, wie man am besten aus dieser verkorksten Situation heraus kommt, vielleicht sogar Gewinne daraus ziehen kann. Ein Indiz könnte tatsächlich der Machtwechsel hin zu rechts bedeuten. Es scheint ein großes Interesse dahinter zu stehen, die alternativen Parteien rechter Tendenzen zu fördern und zu finanzieren, diese zur Macht zu verhelfen. Man merkt durchaus überall Tendenzen einer völligen Abkehr der Politik der letzten Jahre und Jahrzehnte und ein Erstarken „systemverhasster“ Parteien. Schlussendlich könnten diese als Sündenböcke für eine kommende, einschneidende und schlimme Weltwirtschaftskrise herhalten müssen, so dass man von eigener Schuld gezielt ablenken kann, neuerlich doch als Gewinner hervorgehen würde. „Ein Schritt zurück, zwei Schritte vor“.

Marcel L.

¹rogoff-an-elitist-who-is-has-no-respect-for-the-people

3 Comments

  1. Dieser Traumtänzer von Rogoff, der Null Erfahrung im der Geschäftswelt hat, sieht nicht, dass Negativzinsen der Ausdruck tiefster Hoffnungslosigkeit sind. Seine Kollegen sind ebenfalls blind auf diesem Auge.
    Diese Hoffnungslosigkeit muss man aber verstehen um zu erkennen, dass damit Vertrauen und Planungssicherheit für die Zukunft abhanden kommen und somit eine immer größere Zurückhaltung in Investitionen. Je mehre dieser Punkt erkannt wird, desto schneller beschleunigt sich der wirtschaftliche Abschwung.
    Nicht nur Ökonomen wie Rogoff, fast seine ganze Zunft, glaubt an die Manipulation und Steuerung der Gesellschaften durch die Regierung, wobei es jener nur um Macht geht.
    Und schon sind wir bei Keynes. Was leider in der Übersetzung fehlt ist die unsichtbare Hand des Marktes nach Adam Smith, die Kenyes gesucht hat um England damals aus sinem wirtschaftlichen Tief zu helfen. 20 Jahre hat es gedauert bis Keynes erkannt hat, diese unsichtbare Hand des Marktes zu akzeptieren.
    Leider sind die heutigen Ökonomen gehirngewaschen mit Keynes und erkennen nicht wie Armstrong wie die Märkte tatsächlich funktionieren.
    Aus diesem Grund ist diese Seite auch so wertvoll, dass sie sich die Mühe macht, Artikel von Armstrong zu übersetzen.

    1. Schade,dass sie mir hier einen einzigen Satz „hinrotzen“ (Entschuldigung). Ihr Kommentar hat den Anschein einer sehr primitiven Kritik am Gelesenen und dient wohl kaum als Diskussionsgrundlage, mehr als Sturheit anderen Meinungen und durchaus gerechtfertigten Gedanken und Sichtweisen gegenüber. Weit hergeholt war so einiges mit dem wir uns in diesen Tagen auseinandersetzen müssen und kurzsichtig ist es ganz und gar nicht. Ein „Richtigstellen“ scheint darüber hinaus gar nicht gewollt zu sein von ihrer Seite, mal lesen was kommt. Andere Ansichten haben sie anscheinend genug. Im übrigen bin ich nicht der Einzige, der derart Betrachtungsweisen und Argumente vertritt. Aber ich nehme gern Kritik an und lasse mich anhand einer fundierten Gegenargumentation eines besseren Belehren, falls sie denn kommt, da man nur durch gemeinsamen Austausch zu einer Lösung und 100%igen Verständnis beiderseitig kommen kann.

      Es muss aber nicht jeder der gleichen Meinung sein und die gleichen Standpunkte haben, es darf durch aus Verschiedenheit und Unterschiede geben. Sie sollten aber eben andere in ihren Freiheit, Rechten und Besitz nicht einschränken, doch eben vor allem in der Politik häufig der Fall Gruß Marcel

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