Hoffnungslos verwählt

Politisch passiert hier immer noch nichts zufällig. Wir stehen vor gravierenden gesellschaftlichen Verwerfungen und Konflikten. Das wird vor allem in der heißen Phase des Bundestagswahlkampf und übergeordnet an den bürgerlichen Reaktionen auf die europäischen zentralistischen Pläne, deren „Rettungsprogramm“, deutlich. Viele befürchten eine noch tiefergreifendere systemische Krise, doch die Entwicklung bis dahin scheint dabei völlig vernebelt. Vor allem die politischen Ursachen sind in der Gesellschaft stellenweise deutlich wenig erfasst. Für die einen ist es aber eine existentielle Krise des Sozialismus, für die anderen der jähe Höhepunkt des umfassenden kapitalistischen Streben. Derart Begrifflichkeiten propagieren permanent unterschiedliche Facetten und Auffassungen schon in sich. Letztlich scheint aber beides überaus eng miteinander verbunden zu sein.

Man spürt besonders im Internet die angespannte Situation und den Zorn der Anhänger unterschiedlichster politischer Strömungen gegeneinander. Sogar mit Gewalt wird schon gedroht. Daran lässt sich schon erkennen, dass das gesellschaftliche Ungleichgewicht vor allem politische Ursachen in sich trägt. Eben die herrschende Politik in ihren Grundpfeilern. Jeder will den politischen Schönfärbereien der einen Partei mehr Vertrauen schenken als der anderen, in der Hoffnung und dem sichtlich unzerstörbaren Glauben, sich für die eigenen Interessen entschieden zu haben. Dabei immer dem Mantra folgend, sich entscheiden zu müssen, um die Zukunft nicht anderen zu überlassen. Aus Erfahrung der jüngeren Geschichte darf man das aber überaus gerechtfertigt für völlig naiv und weltfremd halten, sind es doch ausschließlich diejenigen, die nun das blaue vom Himmel versprechen, die das Ruder mit Volldampf, auch in anderen politischen Positionen, auf die derzeitigen Probleme hin gesteuert haben. Wer die Entscheidungen eben nicht anderen überlassen will, der stünde als erstes mal für seine persönliche Mündigkeit ein, die nun in der heutigen Politik bewiesenermaßen keinen Wert darstellt. Sollte man daher allen ernstes glauben, dass Politiker plötzlich für mehr Gerechtigkeit einstehen, die jahrelang von einer steten Ungerechtigkeit profitiert haben? Permanent Beförderung von Korruption, ferner Kriege und Krisen betreiben und sich ihren eigenen Wohlstand selbsttätig, aber ausschließlich auf Kosten anderer beimessen. Arbeitet man tatsächlich an einem „besseren Deutschland“ oder einem „besseren Europa“, obwohl man tatsächlich die negativen Seiten mitzuverantworten hat, durch Klientelpolitik und einer permanenten Unterwürfigkeit zu Gunsten priveligierter elitärer Strukturen? Die Menschen völlig außen vor zu lassen, reduziert darauf ausschließlich der Konsum- und Steuersklave zu sein, zwangsläufig dieses eine auserkorene System mittragen zu müssen, ob man will oder nicht. Dabei spielt es wohl kaum eine Rolle, ob die Situation in früheren Herrschaften schlimmer waren, es ist falsch das eine Falsche durch das andere Schlimmere abmildern zu wollen, wie man es permanent versucht. Die Missstände heute, regional und weltweit, sind doch selbstredend durch die eigene („demokratische und soziale“) Politik erst entstanden und beschlossen wurden. Die Ursachen und Ergebnisse der Umstände, die der eigenen Propaganda nach, streng nach Verbesserung schreien, haben derzeitige Formen ausschließlich durch diese Politik erst angenommen. Und, dabei braucht man nicht vordergründig auf den politischen Gegner hinzuweisen, ob es nun Ablenkung oder offene politische Hetze darstellt, die Politik in ihren Grundinteressen unterscheidet sich nicht großartig, nur weil sich die politischen Akteure anders betiteln. Das scheint eben die reduzierte Annahmen, ja im Grunde die Fassade einer representativen Demokratie zu sein. Ein Sitz im Parlament oder in einem der unzähligen Gremien und Ausschüsse inne zu haben, bringt vordergründig auch Privilegien mit sich. Politische Entscheidungen sind darüber hinaus schon längst in zig Lobbygruppen ausgelagert wurden, so dass politische Arbeit häufig doch sehr begrenzte Lasten mit sich bringt.

Mittendrin selbstverständlich die AfD, die als übergeordneter Sündenbock für die einen, aber rettendes Ufer für die anderen ihre Stellung im politischen Theater behauptet. In der letztendlich aber auch in höheren Posten derart Menschen ihren neuerlichen politischen Platz finden, die jahrelang von politischen Vorteilen und Arroganz gegenüber ihren Bürgern gelebt haben. Jenen, denen sie nun umfangreichen Schutz versprechen. Doch muss man sich wirklich mal genau vor Augen führen und hinterfragen, wie es eine derartige Strömung geschafft hat, wieder salonfähig zu werden, so dass derart viele Menschen, vor allem auch junge Menschen, sich politischen Rattenfängern anschließen konnten. Damit soll aber nur auf ein grundlegendes Problem hingewiesen werden, den diesen Maßstab kann man ebenso gut auf die anderen Parteien im politischen Wahlkampfzirkus legen. Nur das Klientel der gutgläubigen Wählerschaft unterscheidet sich gravierend.

Es ist eine klaffende Hürde zwischen den „scheinbar“ Armen und dem erforderlichen Gegensatz dazu. Der Kapitalismus definiert zudem den Wohlstand stetig neu, nach dem jeder mehr und mehr angespornt wird zu drängen. Durch Werbung, Neiddebatten oder auch den permanenten Blick nach Auswüchsen und Katastrophen wie Hollywood. Die AfD beispielsweise scheint daher allen voran ein Extrem des Klassenkampfs zu sein, in dem man die untere Klasse permanent ablenkt, sich gegenseitig zu bekämpfen, um die Probleme und Konflikte mit der elitäreren Kaste nicht zu bemerken. Ob nun Anhänger der AfD, ebenso wie der eine oder andere weiterer Parteien einer dümmlichen Ideologie folgt, finde ich es überaus gefährlich den Graben zwischen den Menschen noch weiter auseinanderklaffen zu lassen, AfD Anhängern persönlich permanent Beschimpfungen gegenüber zu bringen. Vor allem muss man endlich gegen diese groteske Doppelmoral ankämpfen, die vor allem Regierungen, wie beispielsweise die israelische an den Tag legt, sich ebenso oft in der Opferrolle zu sehen, aber keinerlei Skrupel zu haben, ebenso gefährliche Ideologien zu verbreiten, diese militärisch durchzusetzen. Der Anitsemitismus-Vorwurf haftet doch nun vielen Systemkritikern an.

Vielleicht ist es tatsächlich gewollt im Wissen, Deutschland und Europa von Seiten seiner Gegner damit angreifbar zu machen. Vor allem politische Ziele weiter zu verfolgen, in dem man den Menschen grundsätzlich andere Feindbilder vorgibt. Die mediale Propaganda scheint bei genauerer Betrachtung vieles zu offenbaren. Der herrschenden Klasse war es schon immer zum Vorteil, wenn die unterpriveligierte Kaste sich um ein kleines Opfer vom eigenen Wohlstand, was aber grundlegend und relativ wertlos für diese Kreise scheint, streitet und bekämpft. Nur so kann sich das elitäre System am Leben erhalten. Es scheint aber auch der mangelnde Mut sich seiner wahren Gegner entgegenzusetzen und vor allem ein eingeschränkter Horizont, das weltliche Geschehen in seiner Gänze zu beurteilen. Aber auch die mangelnde Bereitwilligkeit sich in Verzicht zu üben, damit dem System seine Existenzgrundlage zu entziehen. Klar, das scheint kaum möglich, doch kann doch nicht die Lösung sein, zugunsten der herrschenden Klasse seine Freiheiten und Sicherheiten aufzugeben, dadurch das man sich seine Feindbilder von irgendwelchen dubiosen Quellen und Interessen diktieren lässt. Ideologien dienen auch immer als Manipulation und Steuerungsfaktor von außen, Hass dahin zu lenken, wo er der herrschenden Klasse am dienlichsten ist. Auf jeden Fall nicht auf den eigenen Persönlichkeiten.

Grundlegend scheint die Migration das Ziel zu haben, einem System der materiellen Verwertung und damit dem Erhalt einer umfassenden Wohlstandsgesellschaft zu dienen, bei der die obere Klasse am meisten profitiert, darüber hinaus Pensionsansprüche und Renten zu sichern. Interessen, die um einiges weitergehen, mehr noch perfide anmuten, sind keinesfalls ausgeschlossen. Feindbilder hervorzubringen und Kriege zu rechtfertigen, vor allem mit Blick auf die Kolonialisierung im Nahen Osten wären keine neue Strategie.

Marcel L.

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2 Kommentare

  1. Man sollte die Hintergründe der Machtverhältnisse nicht unterschlagen. Nur durch die Kontrolle über das Geld kann der Kapitalismus von den wirklich Mächtigen gesteuert werden. Diese Kontrolle ermöglicht es ihnen, die Wirtschaft und die Menschen zu lenken und zu manipulieren und eine Dynamik zu entfalten, die regelmäßig in Abgründe führt. Von daher ist die Wahl von Regierungen und damit die Demokratie untauglich, diese Machtverhältnisse zu ändern. Es werden nur Politiker an die Macht gehievt, die am Besten geeignet sind, die Menschen dahingehend zu manipulieren, dass sie das System nicht hinterfragen.

  2. Ich möchte Bernd zustimmen und hinzufügen dass Wahlen im Kapitalismus nur dem Zweck dienen an ihnen abzulesen in welcher Gemütsverfassung sich das/ die Humankapital/ Human- Resurce befindet und welche Mittel ergriffen werden müssen (Krieg, Revolution, Börsencrash usw.) um die Macht in den gewohnten Händen zu halten, und zu nichts Anderem sind Wahlen im Kapitalismus gut.
    Wie oft müssen wir noch hören dass sich der Markt selbst reguliert, wozu dann Wahlen?
    In dem Moment an dem eine Mehrheit der Menschen die einzige Wahl trifft die jeder einzelne für sich treffen muss, nähmlich die Wahl „Selbst- Bewust“ sich seiner eigenen Veratwortung der Gesellschaft gegenüber zu stellen und für „alle“ Mitmenschen einzustehen, in diesem Moment werden mächtig Reiche und ihre Politmarionetten für immer überflüssig auf diesem Planeten werden und nicht der Markt (ihr Markt) wird sich selbst regulieren, sondern die Menschheit untereinander wird sich selbst regulieren, ganz ohne Arm und Reich, ohne Oben und Unten, ohne Krieg und nur im Frieden.
    Eine Traum? Natürlich! Zur jetzigen Zeit und jetzigem Entwicklungsstand der Menschen ein Traum, aber das Leben besteht im betsen aller Fälle nun mal aus 50% Realität und 50% Träumen 😉
    LG an alle Nichtwähler!

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