Libertäre, warum so dogmatisch?

 

Der nachfolgende Beitrag beinhaltet unter anderem ausdrücklich die Meinung des Verfassers. Diese kann von den Standpunkten des Blogbetreibers und -gründers abweichen.

Autor: Rote_Pille

Vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit zwei Mathematikern. Ich habe sie gebeten mir zu sagen, was sie von einem Gleichungssystem halten. Wenn ich ihre Reaktionen im Voraus geahnt hätte, dann wäre ich sicher nicht zu ihnen gekommen. Denn unter den Antworten war ein Musterbeispiel an menschlicher Arroganz und Anmaßung.

Die Gleichungen lauteten:

x + y = 1200

y – x = 400

Der erste meinte: „x ist 800 und y ist ebenfalls 800, aber warte, ich bin nicht sicher, lass es mich aufschreiben“. Der zweite hingegen hat kurz gezögert und daraufhin gesagt: „mach dir keine Mühe, dein Ergebnis ist eindeutig falsch, x ist 400 und y ist 800“.

Einfach so. Ganz einfach so! Wie konnte er das nur tun? Ich meine – wie konnte er so tun als würde er es auf Anhieb wissen? Jeder zivilisierte, kompromissbereite Mensch hätte dem anderen Mathematiker eine Chance gegeben und ein Ergebnis gewählt, was näher an seinem liegt, um ihn nicht unter Druck zu setzen oder gar seine Gefühle zu verletzen. Wir leben schließlich in einer Gemeinschaft und nicht im Elfenbeinturm der Mathematik, wo das Recht des Dschungels gilt! Und was ist mit mir? Ich hätte Zeit gebraucht um mich darauf einzustellen. Ich wollte nur ihre Meinungen hören, kein endgültiges Urteil!

Aber nein, diese respektlose Person hat sich nicht davor gescheut seine Version zu verkünden, als wäre sie eine absolute Wahrheit, die keine Zweifel übrig lässt. Doch die Wahrheit, die kann man an nichts festmachen, die liegt immer irgendwo in der Mitte.

Schließlich weiß doch jeder, das man nichts wissen kann. Das wurde irgendwann bewiesen, glaube ich. Wissen ist subjektiv. Der andere Mathematiker, der angeblich falsch liegt, hat einen Anspruch darauf, dass seine Meinung als gleichberechtigt respektiert wird, unabhängig vom Inhalt. Harte Worte wie „richtig“ oder „falsch“ sind eigentlich immer fehl am Platz. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Jeder hat aus seiner Sicht immer Recht, das ist das Einzige was zählt.

Das Problem an den Begriffen „richtig“ und „falsch“ ist, dass sie einen stets an ein moralisches Urteil erinnern, das auf absoluten Werten basiert. Solche Werte sind jedoch ein absolutes „No-Go“, weil wir dann nicht mehr tun könnten was notwendig ist, und notwendig ist immer alles, was wir tun wollen. Wäre es anders, müssten wir uns zumindest in jedem Einzelfall die Mühe machen zu überprüfen, ob wir nicht doch noch Alternativen haben – und Gott bewahre uns, wir müssten diese Alternativen sogar dann wahrnehmen, wenn wir vermuten, dass Sie nicht so bequem für uns sind wie das jetzige Arrangement!

Wir hätten besser abgestimmt, damit die Mehrheit mit dem Ergebnis auch einverstanden ist. Ich hätte mich dem ersten Mathematiker angeschlossen, weil der zweite sehr unfreundlich aufgetreten ist. Da er gerne sexistische Witze über unsere MitmenschInnen macht, seine Brille dämlich aussieht und ich ihn insgesamt für einen schlechten Menschen halte, kann er nicht Recht haben.

Mit der demokratischen Entscheidung wäre das dann so wie letztens, als es darum ging, ob die Staatsausgaben erhöht oder gesenkt werden sollen. Die „neoliberale Orthodoxie“ hat steif und fest behauptet, man könnte nicht das verkonsumieren, was man nicht angespart hat, und was von Armut und finalem Kollaps in der Zukunft erzählt, wenn wir das Geldsystem dazu missbrauchen um den Sozialstaat zu finanzieren oder die Zinsen künstlich senken um die Kreditvergabe der Banken anzukurbeln. Aber wir, das Volk, der Souverän, wir haben entschieden! Konsequenzen? Pah! Je mehr wir verbrauchen, desto mehr bleibt für Investitionen übrig. Wir haben noch Jahrzehnte zu leben, doch auf lange Sicht sind wir eh alle tot! Die Renten sind natürlich sicher und die nächste Generation, der wir die Zukunft verbauen, wird niemals in die Situation kommen wo die Zahlung unmöglich ist bzw. bewusst verweigert wird, besonders nicht gegenüber denen, deren Hauptanliegen im Leben die Rettung von dreibeinigen Ratten und die Sonderinteressen von Nicht-Europäern waren.

Wen interessieren denn weltfremde Wirtschaftstheorien, die nur die unbegrenzte Freiheit der Kapitalisten und den Zinswucher unterstützen? Zinssätze haben absolut keinen Einfluss auf den Verschuldungsgrad und koordinieren nicht die gesamte realwirtschaftliche Produktionsstruktur, also weg damit. Setzen wir das x gleich 0 oder am besten gleich negativ. Das Finanzsystem sollte komplett verstaatlicht und mit der Zentralbank zur Monetative verschmolzen werden, damit die Wirtschaft wächst wenn die Politiker es sagen. Natürlich funktioniert das. Vergesst eure Theorien, wir sind nur ein paar Finanzmarktregulierungen vom Schlaraffenland und der ultimativen Lösung aller Wirtschaftsprobleme entfernt. Wird langsam auch Zeit, dass die Regierung ein Gesetz verabschiedet und sie ein für alle mal verbietet!

Wir haben auch gegen die Enteignung der Sparer gestimmt, weil es sozial ungerecht ist auf sein Sparbuch keine Zinsen zu erhalten. Das mit den Schulden ist echt kein Ding. Die können wir jederzeit abschreiben, ohne dass jemand seine Guthaben oder Einnahmen verliert und seine Ausgaben reduzieren muss. Aber so weit kommt es nicht mal. Hört ihr nicht den Helikopter, Ben sitzt am Steuer, Mario und Janet lassen uns nicht im Stich! Wo ist das Problem, wenn ihr keine Teuerung oder hohe Immopreise haben wollt, dann benutzt bei der Inflationsberechnung eben einfach andere Gleichungen.

Dieser freche Mathematiker, er hat vergessen die gesellschaftlichen Konsequenzen seiner Aussagen in der Praxis zu betrachten. Was, wenn x das Einkommen von jemandem gewesen wäre? Wäre er dann immer noch so dreist zu behaupten, x sei 400 und nicht etwa 600 oder 800? Was wenn derjenige nicht wollte, dass es so ist? Wäre das nicht schon Herabwürdigung und Zwangsverarmung? Welches faschistoide Menschenbild offenbart dieses gefühllose Arschloch von einem Mathematiker da? Mathematische Prinzipien.. tss, Notwendigkeiten sind wichtiger als das. Wenn x gleich 800 sein muss, ist es 800, und wenn es 8 Millionen sein muss, ist es eben 8 Millionen!

Wo bleibt eigentlich die Toleranz? Man kann hier gut erkennen, dass wir es bei der Mathematik mit einer totalitären Ideologie zu tun haben, einer fundamentalistischen Religion, die neben sich nichts und niemanden duldet. Andere Leute können auch denken, wir müssen solidarisch mit ihnen sein! Es wäre wohl gerecht gewesen zu sagen „x ist wahrscheinlich eine dreistellige Zahl“, weil das der demokratische Konsens ist, aber man kann doch nicht so weit gehen und endgültige Urteile abgeben, so als wäre man ein Gott, und dabei so tun, als könnte man sich auf seinen eigenen Verstand verlassen. Wichtiger ist, was die Gesellschaft will und die anderen Leute denken! Glücklicherweise übt die Mathematik keinen Einfluss auf das reale Leben aus. Es ist gar nicht wichtig zu klären wer Recht hat, bis jetzt sind wir doch auch irgendwie durchgekommen. Na ja, die meisten jedenfalls.

Wisst ihr was das Allerallerschlimmste war? Nein, ich weiß, niemand kann je irgendetwas wissen. Deshalb verrate ich es euch: als ich protestieren wollte und Kritik geübt habe („nein ich glaube dir nicht, du wirst nie Recht haben, du bist ein **** „), hat er sich nicht etwa dafür entschuldigt, dass er es gewagt hat selbstgerecht zu urteilen. Er hat was von einem Additionsverfahren erzählt, aber es ist nicht meine Schuld, dass ich nicht zugehört und es später auch nicht nachgeschlagen habe. Wenn ich etwas nicht verstehe, dann interessiert es mich nicht, und was mich nicht interessiert, kann auch nicht stimmen oder gar von Bedeutung sein. Er hat mich schließlich gelangweilt, und in der Praxis bringt es niemandem was, das zu wissen. Ich habe Besseres zu tun und muss mich um meine Steuern kümmern, weil ich glaube, dass das Finanzamt sich verrechnet hat.

„Aber seien Sie doch vernünftig, Ihre Kritik muss auf Argumenten aufbauen“ – Hat er da gerade das Wort „muss“ verwendet? Was wenn ich nicht will? Was macht er dann, schickt er die Gestapo vorbei? Ich habe doch gleich gesagt, dass der Mann ein verdammter Ideologe ist! Kritik ist, wenn ich sage, dass etwas Scheiße ist! Kennt man doch alles von RTL.

Argumente, wenn ich das schon höre. Was ein Argument ist, hängt vom Beobachter und seiner Verfassung ab. Es gibt keine objektiven Kriterien nach denen man unterscheiden könnte. Differenzieren basiert auf Wissen, Wissen ist Teufelswerk. Alles was ich behaupte ist ein Argument, aber nur so lange, bis ich es mir nicht anders überlege. Ich bin nämlich flexibel. Aber seine Weigerung zu verhandeln zeigt deutlich, dass der Mann nicht in der Lage ist, die komplexe Realität zu begreifen. Typisch für einen Ideologen.

Das x ist nicht schlechter als das y, also kann es auch keinen geringeren Wert haben als das y. Wenn es dem einen Mathematiker nicht passt, was soll’s. Ich bin zusammen mit dem anderen Nerd viel stärker als diese alphabet-rassistische und menschenfeindliche Brillenschlange! Ist das nicht das Argument, das alle anderen schlägt? Komm nur her! Die anti-mathe-istische Faust wird dir noch beibringen nicht gegen die Größe des x zu hetzen und Ideologien der Ungleichwertigkeit zu verbreiten! Was willst du dagegen machen, du Opfer?

Und was soll ständig dieses nervige Gelaber von Vernunft und Verstand. Der Verstand des Einzelnen zählt nichts. Ideen haben keinen Ursprung. Wenn der Verstand zu unbequem wird, kann man ihn ignorieren. Auch seinen eigenen. Das hat nie irgendwelche Konsequenzen. Es gibt niemanden, der dank dieser Einstellung positive Forderungen an die Politik hat und somit das Freiheitsstreben anderer blockiert. Eine kleine Elite aus Übersee ist an allem schuld. Man kann Milliarden von Menschen ohne einen Hauch ihrer Zustimmung regieren. Logischerweise müssen wir darauf hinarbeiten die Politiker auszuwechseln, nicht etwa an uns selbst. Je weniger wir die Macht haben den Einfluss unserer eigenen Gefühle auf unsere Aussagen und Handlungen zu kontrollieren, desto sicherer ist es, dass wir die Kontrolle über andere Menschen erlangen und zum Guten nutzen können. Wir wollen letztendlich nur den Armen helfen. Aber es ist nicht wichtig, was wir persönlich tun können, sondern was die anderen tun werden, nachdem wir ihnen gedroht haben. Die Sorge um die Armen ist stark, aber was uns wirklich nicht schlafen lässt ist die Möglichkeit, dass diese Kapitalisten sich dem Helfen entziehen und besser dastehen könnten als wir! Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass jeder gezwungen wird seinen Beitrag zu leisten.

Versucht gar nicht erst, irgendetwas konsequent mit eurem Verstand zu durchdenken, sonst kommen wir wieder auf das lästige Thema Anarchie zu sprechen. Wir haben schon festgestellt, dass wir nichts wissen können, schon gar nicht etwas, das die Rechtfertigung der Existenz des Staates in Frage stellt. Auf jeden Fall lässt sich sagen, dass wir mit Sicherheit einen Staat brauchen.

Der Mathematiker, der x und y beide als 800 berechnet hat, sagte dann: „mein Fehler, ich kann gar nicht Recht haben, wenn die zweite Gleichung y – x = 400 besagt, dann wäre es ein Widerspruch wenn x und y beide gleich groß wären.“

So ein Amateur. Widersprüche gibt es nicht – jedenfalls nicht, solange man sie sich nicht eingesteht. Diesen Fehler dürfen wir uns niemals und unter gar keinen Umständen erlauben! Alle Aussagen müssen als gleichermaßen gültig betrachtet werden. Konzernwerbung an Schulen durch geschenkte Unterrichtsmaterialien ist eine Gefahr für die Allgemeinheit, das Fach Politik an zwangsfinanzierten, politikhörigen Schulen, in denen Kinder den halben Tag verbringen müssen, ist wichtig für ihre Bildung. Kapitalistische Unternehmen, die ihren Profit durch die Erzeugung eines Wertes verdienen, sind schlecht, die Umverteilung desselben Profits unter Gewaltandrohung ist gut. Bürgerlicher Wohlstand kann ohne bürgerlichen Lebensstil aufrechterhalten werden. Der Staat kann das Eigentum und individuelle Freiheiten schützen, indem er sie schon bei seiner Finanzierung missachtet und mehr enteignet als alle privaten Verbrecher zusammengenommen. Recht kann man nur durchsetzen, wenn man es systematisch ignoriert und eine Gruppe von Privilegierten schafft, die es faktisch beliebig setzen kann. Bürgerwehren sind böse Selbstjustiz, aber wenn die gleichen Leute die gleichen Handlungen durchführen und dabei bestimmte Uniformen tragen, sind sie die Guten. Kein einzelner Mensch hat ein Recht darauf, von anderen Menschen Steuern zu fordern, aber jeder kann dieses Recht durch Wahlen an Repräsentanten delegieren. Monopole arbeiten ineffizient, deswegen braucht es ein riesiges Monopol namens Staat, welches auf Abruf – oder zieht ihr den Ausdruck „bei Notwendigkeit“ vor? – alle Lebensbereiche durchdringt. Schlechte Menschen machen einen Staat notwendig, obwohl es keinen Mechanismus gibt, der verhindern kann, dass schlechte Menschen die Regierung übernehmen und so das mächtigste Mittel zur Ausübung ihrer Untaten erhalten. Das Recht des Stärkeren wird am besten dadurch ausgeschaltet, dass man alle Gewalt an einem Punkt konzentriert und alle davon ausgehenden Todesdrohungen als Gesetze betrachtet. Beschwerden darüber, dass einem die Prioritäten anderer aufgezwungen werden, sind legitim, während man Bewegungen unterstützt die anderen die Finanzierung der eigenen Prioritäten aufzwingen wollen. Menschliche Kooperation funktioniert am besten, wenn sich politische Gruppen darin abwechseln, ihre Vorstellungen gewaltsam durchzusetzen. Wir können nicht wissen, dass Aggression gegen Leute, die wir nicht kennen und die uns nichts getan haben, in jedem Fall schlecht ist, aber unser Wissen reicht aus um Aggression immer und gegen jeden zu rechtfertigen. Die beiden dummen Mathematiker haben unsere wunderbare Realität wieder einmal nicht begriffen. x ist doch 800, ich werde diskriminiert, wo sind meine Minderheitenrechte?

 

Vielen Dank an den Beitragsverfasser.

(Dieser Blog steht für Meinungsvielfalt. Diese soll ebenso zum Nachdenken, wie auch zum Verstehen anregen. Sämtliche Beiträge verschiedener Autoren, sowie Gastbeiträge können voneinander in persönlicher Meinung und Einstellung abweichen. Vor allem von der Meinung des Bloggründers.)

 

Der Autor erlaubt es jedem, der Interesse hat diesen Beitrag zu kopieren, zu verwerten oder zu veröffentlichen, dieses auch zu tun.

 

Beitragsfoto: Paradoxon Eschers Treppe, <a href=“http://www.fotocommunity.de/photo/eschers-treppe-flashlens/956081„>www.fotocommunity.de </a>

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    Dieser Artikel wurde auf DZiG.de | Deutsche ZivilGesellschaft „Deutsche Sprachen und deutsche Kulturen beschreiben sieben deutsche Völker“ veröffentlicht und durch Wissensfieber in seiner Gänze übernommen.   Staaten als Ausbeutungssysteme sind bislang das lebensgefährlichste, was der Menschheit widerfahren ist! Einige Beispiele mögen genügen: Tote im Auftrag der Staatsmacht: Joseph Stalin, UDSSR, 1929 – 1953, ca. 43 Millionen Tote Mao Tse-Tung, China, 1923 – 1976, ca. 38 Millionen Tote Adolf Hitler, Deutschland, 1933 – 1945, ca. 21 Millionen Tote Pol Pot, Kambodscha, 1968 – 1987, ca. 2 Millionen Tote Josip Broz Tito, Jugoslawien, 1941 – 1987, ca. 1 Million Tote

5 Kommentare

  1. Die subtil untergejubelte vollkommen einseitige Betrachtungsweise verkehrt sich in ihr Gegenteil, wenn einfach nur die „andere Seite“ den, der rechnen kann, für sich in Anspruch nimmt. Ein schönes Stück subversiver intellektueller Arbeit, leider befleckt vom Makel der übergroßen Scheuklappen. Mich ekelt.

    • Nein, das kann man nicht, denn der Text enthält nicht nur hohle Phrasen, wie ihr Kommentar (Sie postulieren irgendwelche „übergroßen Schleuklappen“, aber geben kein einziges konkretes Beispiel dafür, und mit abwertenden Adjektiven wie „subversiv“ oder „einseitig“, versuchen Sie zu kritisieren ohne ein ARGUMENT vorzubringen), sondern haufenweise inhaltliche Aussagen, die Sie definitiv nicht in das Gegenteil verkehren können, jedenfalls nicht so, dass es auch Sinn macht. Ich kann mir schon denken, warum der Text Sie so hart trifft: weil Sie wissen, dass Sie angesprochen sind. Ihr Kommentar beweist es.

    • Ach, Herr Kreutzer… Das mit dem Ekeln. Ekel ist ein soziales Konstrukt. Was rote_pille schreibt, ist in weiten Teilen der angelsächsischen Welt übliches Denken. Hat wohl auch mit der Religion auf der Insel zu tun. Für mich wieder einmal Grund, für den Erhalt von Staaten und nationalen Kulturen zu plädieren.

      • Meine beiden Eltern sind jedenfalls römisch-katholische Kroaten. Wenn Sie, anstatt die mögliche Herkunft einer Denkweise als ihren Bewertungsmaßstab zu benutzen, mehr Zeit darauf verwenden würden zu überprüfen, welche Denkweise durch Fakten bestätigt wird, dann könnten Sie auch bemerken, dass ein Staat nicht notwendig ist um eine Kultur zu erhalten (siehe z.B. Kurden in der Türkei). Und speziell der deutsche Staat tut momentan sogar alles um Ihre nationale Kultur zu zerstören.

        • Doch, mich interessiert die Herkunft / die Entstehung von Ideen. (Nicht Ihre Herkunft, ad hominem ist ein Tabu für mich. Aber bei der Gelegenheit: Ich bin aus Preußen, wie auch meine Vorfahren.)
          So. Und hier sehe ich die Grundlage für angelsächsisch geprägten Neoliberalismus:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Calvinismus
          Im Calvinismus, der von mir eingedampft wird bis auf sein Menschenbild. Da gibt es die Auserwählten und die, denen dieser glückliche, göttliche Zufall nicht widerfuhr.
          Dem stand gegenüber das deutsche Denken, das sich in sozialer Marktwirtschaft (Rheinischer Kapitalismus) manifestierte.
          Oder: Liberale shareholder vs. ordoliberale stakeholder economy.
          Ach, und die Kurden. Ein vormittelalterlicher Stammeshaufen, geprägt von Clanwirtschaft, Kriminalität und Bolschewismus. Ähnlich gutes Beispiel wären Gypsies, Zigeuner, Buschmänner oder Aborigines. Andere Völkerschaften lasse ich bewußt weg. Ohne andere, gewöhnlich staatlich organisierte Völker Alle nicht oder kaum lebensfähig. Jedenfalls nicht auf dem Level, auf das sie gewöhnlich einen Anspruch zu haben behaupten.
          Nochmal zu dem Auserwähltheitsdenken: Das bemerke ich auch in der VSA – Aussenpolitik der letzten hundert Jahre ganz deutlich. Eher kein Zufall.

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