Nicht die Eliten sind das Problem, sondern die Bevölkerungen.

Der nachfolgende Beitrag beinhaltet unter anderem ausdrücklich die Meinung des Verfassers. Diese kann von den Standpunkten des Blogbetreibers und -gründers abweichen.

Autor: Rote_Pille

 

Bei meinem sich in Arbeit befindlichen Mammutartikel zum Thema Zins und Profit kam mir ein Gedanke, dessen Ausführung zu off topic gewesen wäre. Trotzdem will ich ihn niemandem vorenthalten.

Profite entstehen unter anderem durch die Veränderung der Umstände. Eine neue Technologie wird erfunden, die Mode ändert sich, etc. und lässt z.B. die Nachfrage steigen. Der Anstieg der Nachfrage ist von der Angebotsseite gesehen eine Verknappung, die zu Ausgleichsinvestitionen führt. Das sollte weitläufig bekannt sein.

Der Staat hat viel Einfluss und ist in der Lage die Umstände so stark zu verändern, dass große Profitchancen entstehen. Wenn der Staat beispielsweise einen Krieg anfängt, können Rüstungsproduzenten außergewöhnlich hohe Gewinne einfahren. Ich würde diese Profite noch als kapitalistisch durchgehen lassen, solange kein Einfluss auf die Regierung genommen wurde um den Krieg anzuzetteln (was eher selten zu den treibenden Motiven gehört, Macht hat Vorrang vor Geld). Man könnte auf die Idee kommen, die (kapitalistischen) Rüstungsprofite als unmoralisch zu verdammen. Ich verzichte an der Stelle auf mein moralisches Urteil, weil ich zu faul bin um die Begründung zu bringen, und konzentriere mich auf die Konsequenzen des Falls, indem das als moralisches Problem aufgefasst wird. Rechnen wir das durch, unter der Prämisse, dass es tendenziell wahrscheinlicher wird jemanden zu finden, der bereit ist Waffen zu verkaufen, je höher die Profiterwartungen steigen. Sagen wir: man schafft es die Gesellschaft so zu verändern, dass der Waffenhandel ein zusätzliches Risiko auf Grund von angedrohten Sanktionen bedeutet oder psychologische Kosten bei den Beteiligten (durch schlechtes Gewissen) verursacht, sodass sie selbst bei 20% oder von mir aus 50% Gewinnaussicht nicht ins Geschäft einsteigen möchten. Trotzdem verschwindet dadurch die Aussicht auf den Gewinn nicht. Das Problem ist, es gibt eine Nachfrage nach diesen Waffen. Wenn nun bei konstanter Nachfrage das Angebot aus moralischen Gründen eingeschränkt wird, steigen auch die Profite. Die verbliebenen Waffenhändler können sich dann auf eine noch viel größere Marge freuen als sie es sich je auf einem freien Markt mit rein profitorientierten Kapitalisten hätten erträumen können, auf dem Waffenhandel nicht profitabler ist als jedes andere Geschäft. Die Händler, die sich am wenigsten an den vorgegebenen Moralkodex halten, werden am meisten belohnt. Für Drogen könnte ich dieselbe Argumentation wiederholen.

Bis hierhin hätte ich es wohl im Text über Profite platzieren können. Allerdings ist mir dann eingefallen, dass man das beschriebene Prinzip, dass man über die künstliche Verknappung des Angebots nichts erreicht, auch auf andere Lebensbereiche anwenden könnte, wenn man die Begriffe „Angebot“ und „Nachfrage“ verallgemeinert. Analog könnte man den Staat auch als Anbieter und Bürger als Konsumenten auffassen.

Der Vergleich hinkt natürlich sehr, vor allem ohne nähere Beschreibung, die einige nahe liegende Interpretationen des Gesagten ausschließt, und darf deshalb nicht für sich alleine stehen gelassen werden. Fragen wir uns deshalb: was hat der Staat anzubieten? Straßen, Schulen, Soziales, Geldsysteme? Nein. Diese Dinge können auch privat angeboten werden: für Straßen beschreibe ich es hier sehr ausführlich, Privatschulen sollten bekannt sein, in Abwesenheit der heutigen Fiatwährungen könnten die Banken immer noch Edelmetalle horten und darauf basierende Schuldscheine herausgeben. Würde der Staat sich auflösen, die Straßenbauarbeiter und Lehrer wären immer noch da. Es wären auch sämtliche Mittel vorhanden, die man für Soziales aufwenden könnte, denn der Staat produziert absolut nichts, er verteilt nur um, weshalb ich schon darauf hindeutete, dass der Vergleich mit Vorsicht zu genießen ist.

Allerdings wäre man dann auf die Zustimmung der Beteiligten angewiesen. Wer für ein staatliches Bildungssystem plädiert, glaubt (hoffentlich!) nicht, dass es ohne Staat keine Bildung gäbe – andernfalls gibt er das beste Beispiel dafür ab, dass an ihm sowieso nur Ressourcen verschwendet wurden. Die Nachfrage ist ausgerichtet auf den Zwang, mit denen andere dazu gebracht werden sollen, fremde Bildung zu finanzieren, sei es nun zugunsten der Nachfrager selbst oder der Allgemeinheit. Und es ist nicht nur der Einzelfall, für den es befürwortet wird, denn es gibt wenige Menschen mit der Neigung persönlich jemanden zu irgendwas zwingen zu wollen, und jene, die solche Neigungen haben, leben sie im Geheimen aus und versuchen nicht sie zum allgemeinen Prinzip zu machen. Es ist das Prinzip, welches befürwortet wird. Die Zustimmung zur Demokratie (direkt oder repräsentativ) impliziert die Zustimmung zu diesem Prinzip. Jede Regierung ist besser als Anarchie, oder nicht?

Die Nachfrage nach Zwang wird mit jeder Forderung, die Zwang impliziert, bestätigt. Wenn man die Ausführung einer Idee nicht ohne oberste Autorität denken kann, dann trägt man zur Nachfrage bei. Die „Unternehmer“ des politischen „Geschäfts“ wittern Gewinnchancen und schaffen ein entsprechendes Angebot.

Dann wundern sich die Menschen, warum sie vom Staat und angeknüpften Interessen ausgenommen werden. „Das haben wir nie so gewollt“, „der Staat müsste fürs Volk da sein statt es auszuplündern“ usw. Ich weise erneut darauf hin, dass das Angebot des Staates ausschließlich aus Zwang besteht. Zwang ist, wenn man Menschen unter Gewaltandrohung dazu auffordert sich anders zu verhalten als sie es wollen bzw. Eigentumsübertragungen gegen ihren Willen vorzunehmen. Und 99% der Menschen befürworten die Existenz eines Staates. Sie wollen sein Angebot in irgendeiner Form nutzen oder zumindest für andere bereithalten, d.h. sie stellen die Nachfrage. Wenn 99% der Menschen etwas nachfragen, was realisierbar ist, dann werden sie es definitiv auch bekommen. Vergesst den Unsinn von wegen eine kleine Elite würde gegen den Willen der Mehrheit alles bestimmen können. In Wahrheit bekommen sie eine Realisierung von dem, was sie wirklich bestellt haben. Ihre Schuld, wenn sie nicht verstanden haben, dass es die Essenz des Bösen ist.

Einige Menschen sind durch die Ereignisse aufgeschreckt worden und haben gerochen, dass die Regierungen nicht in ihrem Interesse arbeiten. Genau wie den Rüstungsproduzenten versucht man dem nun moralisch beizukommen, wobei man sich auf die Angebotsseite fixiert: die Elite/Politik/Großkonzerne/meine Oma ist an allem schuld, nie das Volk, was immer die Opferrolle für sich beansprucht. Ändert das die Tatsache, dass sie Zwang nachfragen? Natürlich nicht. Das „Marktsignal“ was gesendet wird, lautet „wir wollen noch besser über die Natur unserer Nachfrage getäuscht werden“. Die Menschen mit mehr Integrität steigen folglich aus dem Geschäft aus. Als Ergebnis bekommt man noch professionellere und gewissenslosere Lügner, die ihren Anteil weiter ausbauen können.

Es ist also belanglos, wie viele Menschen man darüber aufklärt, dass eine Regierung lügt, sie abhört, Kriegsgründe erfindet oder Gebäude nuklear sprengt. Was bringt das, wenn sie weiterhin Forderungen stellen jemanden zu besteuern, damit Schulen oder Infrastruktur bezahlt werden, und nicht verstehen was sie damit eigentlich befürworten? Es gibt keine relevanten Wahrheiten, die man hinter irgendwelchen verschlossenen Türen zu suchen hätte. Selbsterkenntnis genügt.

 

Vielen Dank an den Beitragsverfasser.

(Dieser Blog steht für Meinungsvielfalt. Diese soll ebenso zum Nachdenken, wie auch zum Verstehen anregen. Sämtliche Beiträge verschiedener Autoren, sowie Gastbeiträge können voneinander in persönlicher Meinung und Einstellung abweichen. Vor allem von der Meinung des Bloggründers.)

 

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6 Kommentare

  1. Mir liegt es fern diesen Artikel in seiner Gänze zu beurteilen und vor allem zu verurteilen. Einiger Thesen und Behauptungen kann ich durchaus beipflichten, andere widersprechen völlig meiner Ideale, Überzeugungen und Ansichten. Jeder hat seine Standpunkte, die aus seinen Lebensverhältnissen und Umständen hervorgehen und die zu respektieren sind, aber entscheidend ist für mich dabei eben, dass die Würde, die Gesundheit und das Wohl des individuellen Lebens gewahrt wird. Ausnahmen gibt es sicherlich auch hier, die man im Sinne von schweren Verbrechen (Tötung, Mord, Vergiftung etc.) in Betracht ziehen darf und muss. Meines Erachtens ist gerade die Begründung für die schlussfolgernde Behauptung eines Teils, Rüstungsexporte seien moralisch (vertretbar), von großer Bedeutung und Wichtigkeit. Dabei könnte man freilich mit unterschiedlichen Argumenten arbeiten, die der jeweiligen Kultur, Gruppe oder Individuen zuzuordnen sind. Deshalb birgt der Begriff Moral schon zu große Differenzen aus Sicht mehrerer Betrachter und Beteiligter. Denn genau diese verschiedenen Positionen sind entscheidend die Moral zu definieren und „gesellschaftlich richtiges oder falschen Verhalten“ einzuordnen. Das mag bei weniger entscheidenden Dingen unsinnig sein, darüber zu streiten. Eine Moral leitet sich aber auch aus den eigenen individuellen Werten und Bedürfnissen ab, auch deswegen kontrovers zu beurteilen. Doch warum sollte ein Mensch der westlichen Zivilisation und darüber hinaus nicht das Leben und das Wohl, die Gesundheit an oberster Stelle der Werte und Bedürfnisse stellen, sicher bedarf es das, da auch der große Reichtum ohne Gesundheit und „Leben“ nicht möglich ist. Somit sollte man zum Entschluss kommen, dass Kriege, in dem mit unzähligen Mordwerkzeug und Produktionen, in dem Menschenleben gefährdet und ausgelöscht werden, aus Sicht unserer Gesellschaft, hochgradig unmoralisch ist. Was schlussendlich schlussfolgert, dass es darüber die Profitinteressen mindestens auch sind. Weil doch keiner selbiges Leid erfahren möchte, wie (unschuldige) Menschen in einem Kriegsgebiet. Anders mag es bei Selbstmordattentätern, religiösen Fanatismus oder anderen Extremen sein.

    Hier wird eben einfach der moralischen Aspekt gerechtfertigen und „legitimiert“, in dem im Grunde zum Ausdruck kommt, wenn ich es nicht mache, macht es eben jemand anders im größeren Umfang, also kann es nicht unmoralisch sein. Zumindest sei die Moral nicht entscheidend dies zu verändern. Was aber eben nichht bestimmend über das unmoralische an Profitinteressen mit Waffenlieferungen ist. Selbiges gilt meines Erachtens für die Unschuldsbekundung der Menschen, die die Waffenproduktionen unterstützen. Auch das ist im Grunde unmoralisch aus obigen Erklärungen, wenn entschuldigt wird, man entscheide doch nicht darüber dass mit den Waffen auch jemand getötet wird, die Verantwortung hätten andere. Aus meiner Sicht eben nicht. Auch ich muss haften für mein Fehlverhalten in Folge dessen ein anderer Mensch sein Leben verlieren würde. Da es mir einfach nicht zusteht über andere Leben zu entscheiden und diese zu gefährden.

    Auch mit dem stimme ich nicht überein, dass die Menschen diese Situation bestellt hätten, zumindest nicht diejenigen, die sich seit jeher dagegen aufgelehnt haben und auch danach leben. Da werden wieder alle Teile und verschiedenste Gruppierungen in den Begriff „Volk“ vereint, wie es nicht sein darf. Zugeben muss man dabei freilich, das die Pauschalisierung von „Reichen, Eliten, etc.“ ebenso im Grunde nicht sein darf, da es genauso falsch wäre. Doch eben vielleicht darum bringt uns die Pauschalisierung, Anschuldigung und Diskreditierung ausnahmslos aller Gesellschaftsteile aus der Mitte und Unterschicht, sowie fairerweise zu sagen, auch derer gegenüber nicht weiter. Hier herrscht ein Klassenkampf, bei dem es aber doch vielleicht einen Unterschied gibt, die einen kämpfen sozusagen vielleicht ums überleben, die anderen um ihren Wohlstand zu wahren, beide sich zu verteidigen, was in den meisten Fällen gerechtfertigt zu sein scheint. Das die Manager der Großkonzerne und andere Eliten mit der Gesetzschreibung in Hinterzimmern sich nur selbst vor einem Bankrott schützen wollen, wie es oft angebracht wird, halte ich für eine sehr wage Behauptung. An erster Stelle stehen Profitinteressen, und zwar große, nicht nur überlebensnotwendige. Für mich ist dabei auch entscheidend, wie der Wohlstand zustande kommt. Sicherlich auch für die meisten Kritiker. Die Frage ist doch aber auch, wer kommt mit alle dem besser klar, in Bezug auf Gesundheit, Dach über dem Kopf, materielle und immaterielle Werte, wer kann besser mit der Kritik umgehen. Im Grunde ist dieser Klassenkampf von oben herab provoziert und nützlich. Doch die „Ganz Großen“ wissen noch allzu oft mit dem System umzugehen, auch die sogenannten „Hinterzimmer“, das sollte man nicht so wörtlich nehmen, sind unbestritten, aber die Kleinen haben in der Hinsicht wenig Chancen. Das zeigt die steigende Korruption und Vetternwirtschaft, und es sind sicher nicht (nur) die Politiker, die sich den Großkonzernen anbiedern, diese nehmen oftmals das Schmiergeld dankend an. Einladungen zum Reden werden von den Konzernen verschickt.
    Übrigens, Zustimmung und Schweigen mögen im Recht das gleiche sein, doch im normalen gesellschaftlichen Leben muss man da schon genauer hinschauen, nicht jeder, der schweigt befürwortet gleichzeitig diesen Staat und das System, viele sehen eben keine andere Möglichkeit, Alternativen und Auswege, dabei spielt auch die Einschüchterung eben dieses Staates eine große Rolle. lg Marcel

    • Ich habe explizit gesagt, dass ich kein moralisches Urteil über den Waffenhandel fälle. Ich brauchte die Beschreibung des Sachverhalts, die nicht als Begründung für ein Urteil gedacht war, nur für die darauffolgende Analogie. Hätte ich eine moralische Begründung geben wollen, würde ich nach aggressiven Handlungen suchen, erklären wem die Schuld zugewiesen werden muss usw.
      Nirgendwo wurde behauptet, dass Leute, die schweigen, eine Schuld auf sich geladen hätten: „Die Nachfrage nach Zwang wird mit jeder Forderung, die Zwang impliziert, bestätigt.“
      Wer fordert, schweigt nicht, oder?
      Ich sehe übrigens niemanden, der uns so weit einschüchtert, dass wir irgendwas befürworten müssten. Du etwa?

      • Das ist doch eine Sache der massenhaften Manipulation des Bewusstseins, des Handelns und des Denkens. Die Staatspropaganda ist doch nur darauf ausgelegt sich nicht selbst zu gefährden, dabei die Menschen in irgendwelche sinnfreien Dinge zu verstricken, mit den sie sich von morgens bis abends beschäftigen können. Dies in Kooperation mit der Wirtschaft. Und sei es die tägliche Arbeit. Für die Menschen ist es Normalität, Pflicht und im Gedanken „Überlebens“notwendig. Der Staat nimmt eben in großen Teilen die Verantwortung der Menschen ab, es ist bequem, ob sie nun beschissen werden, spielt doch kaum eine Rolle. Die meisten wissen es zwar, aber wollen keinen Ärger und Umstände. Auch das ist Einschüchterung. Im Grunde läuft sie Einschüchterung doch auf allen Ebenen. Die Menschen unterliegen täglich einer Gehirnwäsche, der nur schwer beizukommen ist. Doch die Politik betreibt dieses System professionell, so dass die Menschen eben befürworten (realitätsfremde) Steuern zu zahlen (Grundsteuer,Grunderwerbssteuer etc.), obendrein in doppelter Form, weil es eben notwendig sei für ein gesellschaftliches Miteinander.

          • Nein dem stimme ich nicht zu. Es gibt aufgeklärte Menschen, die andere Standpunkte vertreten, wie zum Beispiel ein direktes demokratisches System, in dem die Menschen als Gemeinschaft die permanente Entscheidungshoheit innehaben, gemeinschaftliche Aspekte und Dinge schützen und individuelle Freiheiten, Eigentum und Entscheidungen trotzdem einen hohen Stellenwert für sich behaupten können, mit einer echten Volksvertretung, die die Interessen der Gemeinschaft und der Mehrzahl vertritt und diese in jede Entscheidung einbindet. Nicht alles durch permanente Regelungen, Gesetze und staatliche Willkür verordnet wird. Selbstverständlich ist darüber hinaus wahrhaftige und ehrliche Aufklärung zwingend erforderlich. Am meisten wohl Uneigennutz. Wissen, Intellekt und Nachhaltigkeit sind Grundlagen dafür, das ist aber wiederum vom politischen, aber auch vom wirtschaftlichen Willen und „Zugeständnis“ abhängig. Es müssen nicht immer gleich Extreme sein, doch der Mensch neigt eben dazu, aus seiner Position, der Situation heraus. Das größte Problem ist doch, dass der Mensch geneigt ist, auf seine Standpunkte zu verharren und davon nur schwer abzurücken. Ein gemeinschaftlicher Konsens, in dem der größte Teil, bzw. jeder dennoch Vorteil haben könnte ist fast ausgeschlossen, schon auf Grund der Dickköpfigkeit und den permanenten Gedanken der möglichen Benachteiligung. Keiner ist wirklich bereit, von seinem Standpunkt abzurücken (persönliche Situation, Erfahrungen, Egoismus, Profitinteressen etc.) Und dieser Zwist zwischen den einzelnen Gruppen, die durchaus Gemeinsamkeiten aufweisen können, wenn man bereit ist den anderen zu akzeptieren und zu identifizieren, wird darüber hinaus auch noch künstlich geschürt. Durch die, die in dieser Möglichkeit, bzw. Zwiespalt der Bevölkerung, ihre Macht weiterhin inne sehen. Doch nur so kann wirklich etwas Nachhaltiges erreicht werden, in dem man die Argumente und Lösungen bündelt und einen gemeinschaftlichen, aber auch individuelle Nutzen daraus zieht, mehr Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Verdienst. Nicht nur in finanzieller Hinsicht. Es gibt genügend Menschen, die etwas verändern wollen. Die aber permanent allein versuchen zu kämpfen. Auf die Systemmitläufer ist dabei nur schwer Verlass, zufrieden oder unzufrieden, bei denen sitzt die Manipulation tief. Aber das System bedeutet scheinbar Sicherheit und Bequemlichkeit.

            Aber auch in der Überschrift kann ich hier keinesfalls zustimmen. Meines Erachtens fehlt die klare Argumentation, warum die Eliten nicht das Problem, zumindest Teil davon sein sollen. Für meine Begriffe sieht in der Hinsicht die Realität ein wenig anders aus. Und den Umkehrschluss zu ziehen, bzw. die logische Konsequenz auf das Verhalten und die Schuld der Bevölkerungen läuft ein wenig zu kurz. Es gibt immer einen, der es fahrlässig, aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit provoziert/zulässt und einem der es mitunter eigennützig, für sich zum Vorteil macht. Das trifft auf die Politik in einem sehr hohen Maße zu, ohne Frage, doch auch die sog. Eliten wissen das auszunutzen bzw. zu unterstützen. Was tragen denn diese Menschen zur Aufklärung und zur gesellschaftlichen Konsens und Nachhaltigkeit bei, ebenso wenig wie die Politik, denn es geht in heutiger Zeit rein ums Geld verdienen und um die Sicherung eines (hohen) Wohlstands. Auf Kosten von Natur und Umwelt, Frieden und Aufklärung. Dafür werden auch gern Profite bzw. Gelder zu Lasten von Menschenrechten eingefahren. Diese Umstände unterscheiden kaum vom politische Wohlstandsdrang. Ja, bei einem kann ich vollumfänglich zustimmen, und das ist der Zwang. Die Politik zwingt mich, eben wie du sagst unter Androhung von Gewalt der Enteignung, in der Wirtschaft bin ich der eigene Entscheider über mein (teilweise sinnloses) Konsumverhalten. Unternehmen kann ich umgehen, boykottieren, aber der staatlichen Willkür bin ich hilflos ausgesetzt, solange sich keine breite Masse findet, eben die Gesellschaft, die diese Missstände, den Raub und die Enteignung ebenso erkennen und sich dagegen stellen. Das ist eines der vielen gesellschaftlichen Probleme, dem wir entgegenstehen, unter der Prämisse der andauernden Kriegsgefahr in Folge eines fortschreitenden Imperialismus in mehreren Bereichen neben der Enteignung eines der wichtigsten und gefährlichsten.

          • Du stimmst mir nicht zu und du fühlst dich nicht als Opfer einer Manipulation (und ich halte dich auch für keins). Warum versuchst du dann die anderen damit zu entschuldigen? Ich halte es für wahrscheinlicher, dass sie genau wie du eine eigene Meinung haben, und meine Argumentation bewusst ablehnen. Deshalb gehören sie meiner Ansicht nach zum Problem und tragen die Verantwortung.
            Die Überschrift war vielleicht sachlich nicht ganz korrekt, Provokation war eher das Ziel. Natürlich gehört die Elite mit zum Problem, doch da sie nur einen so kleinen Bevölkerungsanteil stellt, meiner Ansicht nach austauschbar ist, und man von schlechten Leuten eh kein anderes Verhalten erwarten kann, kann ich ihren Beitrag ebenso gut vernachlässigen.

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