Steigende Zinsbelastung

Der Zins ist längst keine reine Aufwandsentschädigung, wie man es meinen könnte. Der Zins bringt mitunter leistungsloses Einkommen für die Banken, generiert durch ein Verkaufsgespräch und die bloße Bilanzierung, d.h. die Bilanzverlängerung durch den Kreditbetrag per Knopfdruck namens Giralgeldschöpfung. Die Banken lassen somit für sich arbeiten, denn die Zinsen müssen vor allem durch die produktive Masse erwirtschaftet werden. Dabei beeinflusst der Zins die geforderte Arbeitsleistung und Preise erheblich. Bemerkenswerterweise werden aber Kredite erschaffen ohne das bankeigene Vermögen zu reduzieren (direkte Aufwendungen), d.h. das Geld hat vorher noch nicht existiert. Nun werden aber anschließend dafür Zinsen verlangt. In einer wirtschaftlich guten Zeit machen die Banken damit mitunter Milliardengewinne, die horrende Boni nach sich ziehen, die den Aufwand bei weitem übersteigen dürften. Das eigentliche Produkt spielt für das Kreditinstitut im Grunde in seiner Art nur so weit eine Rolle, den Kreditwert für die Bank selbst zu sichern, sollte es zum Zahlungsausfall bzw. zur Pfändung kommen müssen.

Nun liegt aber dabei die Krux. Auch Banken können wie jedes andere Unternehmen pleite gehen, wenn das Vermögen oder die Einnahmen der Bank die Ausgaben nicht deckt. Dann ist die Bank überschuldet. Die Immobilienkrise mit Auslöser in den USA, die unzählige Bankenpleiten (auch weltweit) inklusive Wirtschaftskrise nach sich gezogen hat, zeigt die Leichtfertigkeit und das horrende Risiko für die Gesellschaft, hinter dieser Geschäftsstrategie. Einnahmen einer Bank sind beispielsweise Kreditzinsen, Überziehungszinsen, Kontoführungsgebühren oder andere Provisionen/Gebühren und Gewinne (Depot/Kursgewinne, Immobilienverkaufsprovisionen etc.). Dagegen stehen die Aufwendungen. Zinsaufwendungen, Abschreibungen, Verwaltungsausgaben, Steuern etc. Problematisch wird es eben dann, wenn eine Bank große Mengen Kredite ausgibt und sich große Gewinne davon verspricht (Gier), sich aber der Wert der Sicherheit (bspw. Hauskredit) später durch eine Krise verändert, zudem der Kreditnehmer die Tilgung nicht mehr händeln kann, da sich ein derartiges Szenario auf die gesamte Wirtschaft ausbreitet. Die Kredite fallen aus. Das erstmal wäre für die Bank nicht das Problem, da dieser durch ausschließlich eine Bilanzverlängerung entstanden ist. Doch damit fallen unter anderem auch große Teile der Einnahmen weg, die die Verpflichtungen und Aufwendungen decken sollen. In der Vergangenheit waren das auch horende Geldstrafen oder dergleichen, was die Bilanz einer Bank sehr belastet. Kreditausfälle im Zuge einer Wirtschaftskrise erhöhen das Risiko, dass die Einnahmen einer Bank die Ausgaben nicht mehr decken.

Nun ist das im privaten Bereich, wenn es um Wohlstand geht, mit der Giralgeldschöpfung und der Zinsbelastung noch eine Sache des individuellen Entscheidungswillens diese System in Anspruch zu nehmen und da wird es schon schwer eine Legitimation zu finden. Auf Ebene der Lebensgrundlagen und daher das Staates, der Gemeinschaft und dessen Ausgaben ist das grundlegend abzulehnen, da die mögliche Beeinflussung und Gefahr von Korruption, der Verschiebung der Machtverhältnisse dahingehend viel zu hoch ist. Der Staat und seine Gesellschaft muss in der Lage sein, seine Finanzierung selbst zu realisieren ohne äußere Profiteure, die das System gekapert haben und sich mittels Gewalt und Betrug sämtlichen Grund und Ressourcen angeeignet haben. Dazu braucht es Menschen an der Spitze der Gesellschaft, die mit geeigneter Bildung und vor allem der Moral ausgestattet sind, den gesellschaftlichen Nutzen dienlich zu sein. Es braucht eine nationale Notenbank als hoheitliche Institution, die unter gesellschaftlicher Kontrolle für den Geldfluss zuständig und von eigennützigen, individuellen äußeren Einflüssen unberührt ist.

Doch auch auf privatwirtschaftlicher Ebene erleben wir immer extremere Auswirkung der hohen Zinsbelastung und des somit zwangsweise erforderlichen Wirtschaftswachstums (teilweise nur noch durch Inflation). Steigende Zinsbelastung fordert höhere Arbeitsleistung, für die Wirtschaft wird das gleichgesetzt mit größerem Wachstum, was aber auch hier nicht unendlich funktionieren kann. Der Beweis dafür ist die Inflation. Immer größere Wirtschaftsleistungen sind übermäßig durch Inflation hervorgerufen, was letztlich die Zahlen zu ein propagierten dauerhaften Wachstum grundlegend verfälscht. Das BIP steigt somit nicht durch eine tatsächliche Zunahme der wirtschaftlichen Tätigkeit, sondern nur durch eine höhere Bewertung der Einflussfaktoren und Preise.

Physikalisch ist auf der Welt alles begrenzt. Die gesellschaftliche Unzufriedenheit geht auch mit einer immer mehr geforderten Produktivität und damit individueller Belastung einher, nur das man die wirklichen Gründe dafür einfach nicht sieht oder sehen will. Gesundheitliche Risiken und Überbelastung sind die Folge die ein ausgewogenes und harmonisches gesellschaftliches Verhältnis mehr und mehr unmöglich machen. Nun ist doch schon der Arbeiter, der Freude an seiner Arbeit hat, scheinbar gar nicht mehr gewünscht. Die Produktivität sinkt letztlich mit allen bürokratischen Hürden, die man heute bewältigen muss. Dahingehend selbstverständlich auch die Motivation. Vielerorts macht sich heute systembedingte Frustration breit.

Marcel L.

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