Verschuldung der Schwellenländer

Da die Schwellenländer viele ihrer Staatsanleihen in Dollar ausgegeben haben, werden die Schulden im Falle eines weiter steigenden Dollars, so wie es derzeit nun mal aussieht, immer mehr zum Risiko. Steigen die Renditen an den Anleihemärkten, müssen die Staaten mehr für ihre Kredite zahlen. Der globale Anleihemarkt beläuft sich auf mehr als 100 Billionen Dollar. Die Zinsen für die in Dollar laufenden Staatsanleihen müssen in Dollar bedient werden, d.h. die eigene Währung muss gegen Dollar getauscht werden. Viele Schwellenländer, außer China, haben ihre Anleihen in Dollar ausgegeben, um Investoren damit anzulocken. Nun stürzten in letzter Zeit viele Währungen der Schwellenländer ab, währenddessen der Dollar gestiegen ist. Das erhöht die Zinslast enorm. In der Türkei beispielsweise übersteigen die in Dollar aufgenommenen Staatsschulden 20% des Bruttoinlandsproduktes. Ein weiter steigender Dollar erhöht damit die Staatsschulden exponentiell, da die eigenen Währungen stark fallen. Die Inflation in vielen Schwellenländern ist hoch. Darüber hinaus gibt es nicht genügend Währungsreserven, um im Falle eines weiter steigenden Dollars bei rückläufiger Wirtschaftsleistung, auch aufgrund von hausgemachten politischen Problemen, die Schulden weitläufig zu bedienen. Wenn nun der Staat gezwungen ist, immer mehr Geld zu drucken, um seine Schulden zu bedienen, kommt es langfristig zu einer Hyperinflation, wie in Deutschland nach dem 1.Weltkrieg. Private Vermögen werden zerstört. Allein im vergangenen Jahr ist beispielsweise die Schuld der Türkei um 10% gestiegen, auf Grund steigender Zinssätze und einer rückläufigen Währung. Viele der Schulden sind ebenso privat, die bei steigenden Zinsen und einer fallenden Währung die Wirtschaft stark belasten. Besonders kritisch scheint auch das Risiko für Banken und Pensionsfonds, die zuletzt zunehmend in hochverzinste Staatsanleihen der Schwellenländer investiert haben. Portugiesische und spanische Banken sind vermehrt in der Türkei investiert, was bedeuten würde im Falle eines Verzugs der Zinszahlungen durch die Türkei, dass das schon marode Gestell des Euros scheitern könnte. Eine ausbrechende Krise in den Emerging-Markets Schuldtiteln würde das gesamte System zum Umsturz bringen.

Marcel L.

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