Warum wählen gehen eventuell doch nichts bringt

Zumindest in der derzeitigen Form. Immer wieder wird diskutiert über die Sinnhaftigkeit als Wähler seine Stimme abzugeben. Die Meinung, das derjenige, der nicht wählen geht, seine Stimme verschenken oder eigentlich sein Anrecht auf Protest oder Mitreden verwehren würde, ist in meinen Augen völlig falsch. Genauso heißt es, wer nicht wählen geht, der würde den „Falschen“ seine Stimme geben. Womöglich den Rechten. Falsch ist natürlich „Rechts“. Und Rechts ist im Grunde alles was nicht meinungskonform zum derzeitigen Adel ist.

Freilich, weil viele, die nicht wählen gehen schon Ahnung davon haben, was eigentlich politisch und wirtschaftlich abläuft, darum gehen viele derer nicht wählen. „Sytemquärolanten“ werden immer mundtot gemacht. Allgemeinen Konsens in diesem System der Meinungsmache darf immer hinterfragt werden, meistens ist das Gegenteil richtig. Dieses System lebt nun mal von einem (falschen) Demokratieverständnis und Wahlen, darum hängen doch alljährlich irgendwelche stumpfsinnigen Wahlsprüche an den Laternen. Denn gerade weil ich mich mit der politischen Struktur intensiv auseinandersetze, gehe ich nicht wählen, meine Stimme gebe ich eben nicht ab an andere, bei denen ich im vorhinein schon weiß, die werden auf lange Sicht meine Interessen nicht wahrnehmen. Vielleicht liege ich ein Stück weit auch falsch mit meiner Annahme, doch die scheinbar ausweglose Situation hat einzig die Politik mit ihrem permanenten Betrug an den Bürger zu verschulden. Wahlen wahren den schönen Schein einer Demokratie, doch letztlich hast du nichts zu entscheiden als Wähler, NICHTS. Die letzten hundert Jahre haben das eindrücklich bewiesen. Jeder Wähler ist doch eigentlich gegen Krieg und Ausbeutung. Jedoch folgen alle etablierten Parteien hörig den Plänen der Kriegstreiber dieser Welt, immer in der Hoffnung und dem Wissen, sich selbst dadurch zu bereichern und ihren Platz zu sichern. „Die Linke“ mag da eine Ausnahme sein, was aber ihre anderen Pläne nicht unbedingt besser dastehen lässt. Was zählt ist Macht, bla bla bla, alles andere dazu sollte ein jeder selber wissen. Wahlen, das wird letztlich zur moralischen Verpflichtung durch diejenigen, die dieses System manipulieren und für sich zu nutzen versuchen. Hohe Wahlbeteiligung heißt natürlich immer auch Zustimmung für den Gewinner, auch wenn eigentlich das Gro nicht zufrieden ist. Und das heißt man hat die Rechtfertigung für so vieles, was der Großteil eben nicht will. So funktioniert eben Demokratie in meinen Augen auch nicht, denn eigentlich sollten Kompromisse und Kooperation im Vordergrund stehen. Das ist aber bei politischen Egoismus schier unmöglich. Freilich kann man es nicht allen Recht machen, doch muss man den Menschen erstmal versuchen zuzuhören. Nur daraus können vernünftige Lösungen entstehen, mit denen dann viele leben können.

So nun schauen wir mal auf die letzten Wahlen: Viele der Wähler für die Altparteien haben Stimmen bekommen, weil sie Angst vor der AFD (Rechtsradikalen) geschürt haben. Ist das Demokratie??? Im übrigen ist die AFD tatsächlich dadurch entstanden, dass die Altparteien sich in ihrer Linie ver/gestritten haben, also Interessen untereinander nicht gepasst haben. Somit ist sie auch eine Partei, um die Menschen aufzufangen und letztlich zu geiseln, die sonst unzufrieden sind. Politik ist letztlich Rattenfang. Warme Wort sind ausschließlich für die eigenen Taschen gut. Stimmen sind bares Geld auf Kosten des Steuerzahlers, eben so wird mit dem Wahlparolen verfahren. Fachlich heißen politische Gegensätze (bsp. SPD/CDU -AFD) These und Antithese. Rechts – links zum Beispiel. Die Menschen werden immer gegeneinander ausgespielt und das würde ich unterstützen mit einer Wahl. So kannst du sie auch kontrollieren (Bsp. Pegida, AfD etc.). Weil ja der Mensch einen „Führer“ braucht. Während dessen sich die Parteien im Bundestag öffentlich gegenseitig an den Kragen gehen, wird an anderer Stelle zusammengesessen und Pläne geschmiedet, schwerwiegende Entscheidungen im geheimen getroffen. Wie es gerade genehm ist. Würden die Menschen sich ihrer eigenen Fähigkeiten und Kräfte besinnen und Abkehr von der Politik nehmen, wäre das eine echte Gefahr für die Politiker und für diejenigen dahinter. Die meisten wissen nicht mal, was hinter den Parteien steckt. Die AfD ist ein trojanisches Pferd, das genauso gewollt scheint. Ist es wirklich möglich eine Partei in so kurzer Zeit, so erfolgreich aus dem Boden zu stampfen ohne große finanzielle Unterstützung? Auch Hitler hat man damals mit aufgerüstet und finanziell in höchsten Maße unterstützt, wie man es mit jeden „Führer“ dieser Welt bisher getan hat. Er war genauso korrupt, wie die heutigen Politiker auch. Menschen gehen wählen und man kann sie lenken, auffangen. Bringt es hingegen etwas, die kleineren Parteien zu wählen, sie schaffen kaum die 5% Hürde, dafür sorgen die „Großen“ schon, außerdem ist das eine Sache der finanziellen Stärke, der Spendengelder etc. Nach oben kommst du nur mit großer finanzieller Unterstützung, da wo eben die Korruption und Vetternwirtschaft beginnt und sich später wie ein roter Faden durch die politische Karriere zieht.

Nun haben Wahlen eigentlich schon irgendwann etwas bewirkt??? Vor allem, wenn die Unzufriedenheit so groß ist, wie heute? Vergleich 1. und 2. Weltkrieg. Einen Diktator haben wir zwar nicht, aber dafür 5 oder 6 Parteien, die letztlich auf der gleichen Linie schwimmen. Früher haben Menschen auch Protest gewählt und haben korrupte und schwache Politiker bekommen. Also, was soll das dann? Noch nie hat sich jemand ernsthaft, (außer vereinzelt) Menschen/Gesellschaften darüber Gedanken gemacht, wie die Gesellschaft ohne Herrschaftssystem funktionieren würde, ohne den heutigen Staatsapparat, der so viel Geld und Leistung der Gesellschaft verschluckt, was man an anderer Stelle hätte sinnvoll nutzen können. Das heißt eben nicht, dass es nicht gehen würde ein herrschaftsloses System zu etablieren. Anderes zu sagen ist ein Stück weit bequem. Eine „Bayern-Partei“ wählen oder Nicht-wählen ist wiederum absolut das gleiche, deine Stimme zählt nichts. Protest bringe ich fortschrittlich anderweitig zum Ausdruck, Sparsamkeit, Konsumverzicht, Umweltbewusstsein, alternative Ernährungsformen, etc.

Wahlen haben keine Kriege verhindert, keine Ungerechtigkeit, keinen Wohlstand gebracht. Ganz im Gegenteil. Das mit dem sich die Parteien jedes mal aufs neue in den Himmel loben, hat die wirtschaftende Gesellschaft mit den eigenen Händen und Leistungen errungen, es ist ein Verdienst weit außerhalb des wuchernden Staatsapparates, bei dem den Menschen mehr Steine in den Weg von Seiten der Politik in den Weg gelegt wird, als das die Politik wirklich auffängt. Gerade deshalb haben wir auch Abwanderung von Menschen, Firmen und Leistung, als auch Kapital. Und einen enormen Vertrauensverlust in die momentane Politik.

Eine Alternative dazu wäre tatsächlich eine zweijährige Wahl, bei der stetig neue Leute wählbar wären. Politiker, die die Politik in den letzten Jahren bestimmt haben, sollten danach genau diesen Entscheidungen unterstellt sein (müssen), die sie vorher beschlossen haben. Also zu denen gehören, die nicht ausschließlich von politischen Privilegien partizipieren. So würde man nicht ausschließlich eine kleine Gruppe bevorzugen, alle hätten tatsächlich etwas davon, da der Politik sich seiner eigenen Situation bewusst wäre, nicht permanent gegenüber anderen weitaus mehr privilegiert zu sein. Politische Korruption wäre damit auch ein Stück weit entgegengetreten, es würde sich nicht lohnen eine ganz bestimmte Gruppe von Personen zu bestechen. Anstatt dieses vorhandene System der („demokratischen“) Wahlen, müssten tatsächlichen alternativen gefunden werden, was aber nur innerhalb der Gesellschaft möglich ist, da es anderen in diesem System viel zu gut geht, als das sie tatsächlich gerechte Strukturen erkämpfen wollen würden.

Doch jeder weiß, dass sich irgendetwas ändern muss, da die Situation und die momentanen Strukturen zu festgefahren sind, als das damit positive Veränderungen erzielt werden könnte. Die Alternative für Deutschland ist eben keine Alternative und auch die Altparteien sind weiterhin auf ihren eingelaufenen Kurs, der uns bis hierhin gebracht hat. Der Widerstand und die Unzufriedenheit nimmt zu. Die Spaltung der Gesellschaft nimmt immer brutalere Züge an und der staatliche Raubzug wird aufgrund der immer höheren Schuldenlast und der kommenden Pensionskrise weiter voranschreiten. In der Türkei beispielsweise kann man momentan schon erkennen, wie schadhaft politische Arroganz für das Land und für die Gesellschaft sein kann.

Marcel L.

2 Comments

  1. „[…] wie die Gesellschaft ohne Herrschaftssystem funktionieren würde […]“

    Also ich brauche niemanden, der mich regiert. Schon gar nicht solche unmoralischen Halunken.

    „Einen Diktator haben wir zwar nicht, […]“

    aber dafür eine Diktatorin („man muss nach der Wahl nicht das tun, was vor der Wahl versprochen wurde“), die rechtswidrige Dinge macht, gegen den Willen der Bevölkerung vorgeht und dafür noch viel Geld erhält anstatt über ihre Taten in einem Gefängnis nachdenken zu müssen.

Leave a Comment